Kolumne: Abschiedsbrief mit „see you soon“.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

gerade höre ich die wundervolle Overtüre von Aaron Zigman zum Film „Wie ein einziger Tag“ und denke darüber nach, wie ich Dir heute, an diesem vorletzten Tag des Jahres, die letzten 4 1/2 Monate beschreiben möchte. Reich gefüllt waren sie, voller Erkenntnisse und magischer Momente und meine Overtüre dieser Lebenszeit könnte dann wohl so wie der Konzert-Besuch klingen, den ich überraschend im November erlebte. Er war an diesem Abend erfüllt mit Musik der Romantik, von zarten Violinenklängen bis hin zu bebenden Orchester-Tönen, die mich allesamt berührten und zum Leuchten brachten. Völlig fasziniert saß ich damals in der dritten Reihe neben einem Freund, der dies möglich machte und strahlte bis über beide Ohren, so wie es mir vor einem Jahr tatsächlich prophezeit wurde. Und somit darf ich voller Vertrauen einen Blick in die Glaskugel der Zukunft werfen, die mir bereits das Wort „Freude“ spiegelte. Bunt wie das Leben im besten Sinne soll das kommende Jahr werden, Wohlstand bringen, wie das chinesische Erd-Schwein es vorhersagt, und Reisen an andere Orte möglich machen, von denen mir eine bereits bekannt ist. So wünsche ich es mir und allen anderen und Du weißt, dass genau dann das unerklärliche geschieht. Wie das? Ich weiß es nicht, es ist ein Wunder.

Nun blicke ich für Dich noch ein Mal zurück auf die Zeit, die nach meinem letzten Brief am 19. August ihren Anfang nahm und wünsche Dir viel Freude mit den wesentlichen Geschichten, die sich darum herum strickten.

August 2018

Mit dem Soundtrack zu „Forrest Gump“ auf den Ohren und mit Hilfe meiner Notizen erinnere ich mich an viel Aloha in diesen zwei letzten Wochen des Monats. So führte ein Spaziergang entlang des Flusses zu der Terrasse eines Cafés mit Blick auf diesen und der Entdeckung eines jungen Mannes, der ein Hemd trug, das übersät war mit hawaiianischen Begriffen wie „Aloha“ & „Ohana“ und gezeichneten Hula-Damen, die ihre Hüften zu schwingen schienen oder auf einer Ukulele spielten. Dies versüßte mir auf jeden Fall den Tag, an dem ich noch über Brücken lief, die warmen Sonnenstrahlen dieses Sommertages genoß und von hoch oben auf Damen & Herren hinunter blickte, die auf einem Schiff das Salsa-Tanzbein schwangen. Die Hikianalia, das Schwesterschiff der Hokule’a, hatte derweil ihre Reise zum Global Climate Action Summit in San Francisco aufgenommen und so wünschte ich der Crew im Rahmen von Bridge to Hawaii ein „Aloha & Safe Journey“. Später berührte mich sehr die Rede von Lehua Kamalu, Kapitän und Navigator, und Nainoa Thompson auf dem Klimaschutzgipfel, die die Bedeutung des Weges in den Vordergrund stellten. „Aloha as much as possible“ sendete ich dann auch im Namen der Bridge to Hawaii Crew ein paar Tage später zu den Inseln, denn Hurricane Lane hatte sich angekündigt. Ohne die genauen wissenschaftlichen Hintergründe zu kennen entwickelte sich der Hurricane zu einem tropischen Sturm, der keine größeren Schäden verursachte und somit stelle ich einfach einmal in den Raum, dass das Aloha seinen Teil dazu beitrug.

Zum Schmunzeln brachte mich in diesen Tagen eine überraschende Botschaft auf einem Ausflug zu insgesamt drei Schlössern der Stadt, der mich auch in Berührung mit glücklichen Hühnern, einem Zauberwald anmutenden Landstrichen und herrschaftlichen Gebäuden in zartem Rosa brachte. Auf einem riesigen Schild in luftiger Höhe las ich die Worte „Ich bin näher als du glaubst. – Gott“, hielt sie im Bild fest und lachte über die „Drive in“-Gesellschaft, die direkt darunter auf sich aufmerksam machen wollte. In einer bereits bekannten Gasse wagte ich dann am vorletzten Tag des Monats den Schritt durch die offene Tür in einen Hinterhof und wurde mit einer Ayurveda-Oase beschenkt. In bunten Farben hatten die Damen des Hauses ein paradiesisches Kleinod geschaffen, in dem sich unter anderem ein wasserspeiender Buddha, der Glücksgott Ganesha, farbenfrohe Tische & Stühle sowie zahlreiche Weisheiten rund um die Liebe, das Glück und die kleinen Dinge des Lebens wiederfinden. Das Mittagsmahl auf Grundlage der indischen Heilkunst mit lokalen Inhalten duftete und schmeckte in diesem Ambiente ebenfalls wunderbar und ließ mich einen Moment lang in andere Länder träumen.

Der letzte Tag des Monats brachte mich und meinen Drahtesel zunächst auf die andere Seite des Flusses, um meiner Mama einen Besuch abzustatten, mit ihr liebevolle Momente zu teilen und mich auch am Weg zu erfreuen, der Reiterinnen hoch zu Ross offenbarte und teils sogar so manchem Pilger diente. Einer abendlichen Einladung folgend fand ich mich dann unter einem Kirchendach ein, um einer besonderen Vinylpredikt beizuwohnen. Die sogenannte kleine, große Gala entpuppte sich dann als Glanzstück mit herausgeputzter Gesellschaft, Musik, bekannten Gesichtern, netten Gesprächen und überraschender Danksagung im Heft für den Abend. All dies bildete den Auftakt zu einem wahrhaft magischen Wochenende, das bis in den September ragte und an dieser Stelle auch eine Liebeserklärung an das Leben spiegelte, die ich am 23. August verfasste.

September 2018

Mit dem Soundtrack zu „Rendevouz mit Joe Black“ auf den Ohren, erinnere ich mich in der Tat an viel Magie in diesem Monat, der damit begann, dass ich über einen finanzstarken, virtuellen Kontakt einer Veranstaltung der Presse unter freiem Himmel und in Hafen-Nähe folgte. Überrascht wurde ich dann an einem der Zelte von „Düsseldorf spricht“, einer Organisation, die Menschen die Möglichkeit bietet ihre Stimme, ihr Wort, mit anderen zu teilen und so Verbundenheit und Verständnis zu schaffen. Ich tauchte mitten in das Geschehen ein, beteiligte mich und freute mich auch sehr über die unverhoffte Teilnahme meines Sohnes, der von seiner vierbeinigen Freundin Cleo begleitet wurde. Die Magie lag dann in den Begegnungen, die sich noch weiter ergaben und wundervolle Gespräche mit Radiomoderator & einer jungen Dame der Organisation, etwas später und an anderer Stelle, zu Tage förderten. Nur zwei Tage später, nach einem sonnenbeschienenem Sonntag auf Tonhallen-Terrasse mit Blick auf den Fluss und den DJ-Künsten eines Bridge to Hawaii Crew-Mitglieds, überraschte mich eine Dame mit ihrer Einladung gemeinsam auf Reisen zu gehen. So führte uns am folgenden Tag ein Road-Trip an einen Ort in südlicher Richtung mit Weinbergen und Wohlstand, den ich zuvor noch nie gesehen hatte. Die Empfehlung des Dalai Lamas einmal im Jahr einen unbekannten Ort aufzusuchen, erfüllte sich somit auf wunderbare Weise. In den folgenden Tagen verbrachten wir dann gemeinsame Zeit, die hervorragend befüllt wurde mit den Eindrücken der Umgebung, die uns bis nach Mainz brachten. Imposante Dom-Einblicke, die mich an Rom erinnerten, gingen Hand in Hand mit wunderschönem Fachwerk in der Altstadt, Fluss-Promenaden-Flanieren, das den Rhein scheinbar doppelt so breit erscheinen ließ und überraschenden Schilder-Botschaften, die auf den Freund in San Francisco hinwiesen und Menschlichkeit als Wahl in den Vordergrund stellten. Selbst der Rückweg schenkte uns noch einen Ausblick von hoch oben auf einen Fluss mit imposanter Brücke, den wir entdeckten, weil die Neugierde auf das Unbekannte im Raum stand.

Wohlbehalten erreichte ich wieder die heimischen Gefilde, die auch zu Wiedersehen mit Schriftstellerkollegen und einem jungen Mann aus vergangenen Tagen führten, der unter anderem an einem Wochenende für klangvolle Gesangskünste einer britischen (oder war es irischen?) Dame auf der Terrasse der Meerbar mit Blick auf den Hafen sorgte.

Nachhaltigkeit der „Pure Note“, einem Ort der unverpackte Waren anbietet, ließ mich dann diesen endlich einmal aufsuchen und völlig fasziniert alles erkunden, was mir in den Blick kam. Mit einer Latte Macchiato und Einladung zu kulinarischen Köstlichkeiten fanden bisher unbekannte Menschen zueinander und es schlossen sich schöne Gespräche mit Dame und Herr hinter den Räumlichkeiten an. Wenige Tage später traf ich auf zahlreiche Gleichgesinnte, die alle das Flussufer von Unrat befreien wollten und so auch mir die Gelegenheit boten, die Dame hinter der Clean Up-Organisation kennenzulernen. Beschenkt mit zahlreichen Eindrücken, die ich wie versprochen fotografisch zur Dokumentation festhielt, lernte ich auch andere näher im Gespräch kennen und freute mich später noch über ein Geschenk, das seine Kreise bis weit in den November ziehen würde. Doch dazu später mehr.

Ein riesiges „PS. ICH LIEBE DICH“ überraschte mich und brachte mich zum Strahlen, als ich auf den Wegen der Stadt dieses in luftiger Höhe auf gelbem Hintergrund an einer Museumsmauer entdeckte. Der Hinweis trug im Untertitel dann auch die Rahmendaten für eine Ausstellung von luxeriösen Karossen, doch für mich stand er erst einmal alleine für sich. Warme Temperaturen des Sommers zogen zu schattigen Plätzen an plätschernden Brunnen oder in Hinterhöfe, wo auf einer Mauer Mahatma Gandhi mir entgegen blickte. Wundervolle Stunden im Volksgarten mit einem Blumenmeer und Flip Flops an den Füßen, versüßten mir genauso den Augenblick wie orangefarbene, leuchtende Wolken am Abendhimmel, Sonnenuntergänge am Flussufer oder Parkansichten hinter Malkasten-Gemäuern. Dem LOVE Doktor wurde Leben eingehaucht und an den ALOHA Monday’s diesen Monats Botschaften in die Welt hinausgesendet, die unsere Bridge to Hawaii Philosphie wiederspiegelten. Am letzten Tag des Monats lernte ich noch einen Herrn kennen, der bereits seit 96 Jahren auf diesem Planeten weilt und mir wundervolle Einblicke in sein bewegtes Leben schenkte. So lernte er noch mit weit über 80 Jahren eine große partnerschaftliche Liebe kennen, die ihn 10 Jahre begleitete und er nahm sich vor 100 Jahre auf dieser Welt zu vollenden, wofür ich ihm von Herzen Glück wünsche. Im folgenden Monat zog das Wunder ein, doch das erzähle ich Dir im neuen Jahr, unterbreche an dieser Stelle meine Zeilen an Dich und wünsche Dir einen glanzvollen Übergang ins neue Jahr.

Oktober 2018

Wie sehr ich mit dem neuen Jahr bereits im Einklang bin, zeigte sich gerade, als ich meine Zeilen an Dich fortführen wollte und zunächst „Oktober 2019“ schrieb. Bin ich etwa meiner Zeit schon voraus? Lach. HAU ‚OLI MAKAHIKI HOU, ein glückliches, neues Jahr, wünsche ich Dir mit diesem hawaiianischen Neujahrsgruß und tauche nun für Dich noch ein letztes Mal intensiv in das vergangene Jahr ein.

Mit dem Soundtrack „Go West – King of Wishful Thinking“ aus dem Film „Pretty Woman“ auf den Ohren erinnere ich mich in der Tat an wundervolle Momente und mein Lieblingswort „spooky“ kam in diesem Monat ebenfalls nicht zu kurz. Darüber hinaus läutete er auch eine persönliche Neuausrichtung ein, auf die ich bereits im Sommer hingewiesen wurde und nun die seelischen Weichen in Taten zu überführen begann – nicht ohne Dr. Horse zu konsultieren, denn manches Mal gingen mit diesem Prozeß auch Wachstumsschmerzen einher. Sein „das ist very normal“ zog dann schnell in mein Bewusstsein ein und half die Situationen möglichst mit „Ruhe bewahren“ zu betrachten und einen Schritt vor den nächsten zu tun. Doch zunächst startete der Monat mit einem kleinen Wunder, als ich mit der Lady from Mauritius im „Pure Note“ Kaffee-Zeit verbrachte und plötzlich ein mir bis dato unbekannter Herr an unseren Tisch herantrat, um Verzeihung für die Unterbrechung bat und mir eine Tüte entgegen reichte. Ein etwas verwirrter Blick hinein offenbarte jede Menge Spaghetti und der Herr klärte auf, dass er damit meine Geduld beschenken wolle, da ich seit drei Wochen auf die Lieferung für den Laden wartete. Dieser Moment? Unbezahlbar – und das Lächeln auf meinem Gesicht inklusive innerem Glücklich-fühlen-Dopamin-Cocktail sprachen für sich.

In den nächsten Tagen führten die Wege der Stadt zum Flussufer genauso wie zu Parkansichten und zurück und die virtuelle Welt ließ mich in die Fliesen-Welt eines Herrn im hohen Norden eintauchen. So verliebte ich mich für den Moment in diese Handwerkskunst und die damit einhergehenden Hamburg-Foto-Ansichten. Schnell war ein Kontakt hergestellt, der mich bis heute begleitet und schon zu neuen Verbindungen mit anderen führte. Am ersten Wochenende des Monats wohnte ich dann eine Weile einem wahrhaften Märchen in Hafennähe bei, denn so erschien die Hochzeitsgesellschaft, um in der angrenzenden Luxus-Herberge Braut & Bräutigam gebührend zu feiern. Die Hochzeitskutsche erinnerte mich an den verwandelten Kürbis aus „Cinderella“ und das Brautkleid stand dem Märchentraum so mancher jungen Dame und der glitzernden Robe im Film in nichts nach. Fasziniert beobachtete ich die Szenerie, die von einer ganzen Fotografen-Schar dokumentiert wurde, flaniert von weiteren Luxus-Karossen mit weitaus mehr als zwei Pferdestärken unter der Motorhaube. Nach und nach fanden sich die Gäste ein, posierten auf dem roten Teppich, begrüßten die bereits Anwesenden und bewunderten die ein oder andere glamouröse Aufmachung der Damen. Irgendwann verabschiedete ich mich von diesem Anblick als die Sonne langsam am Horizont verschwand, erfüllt mit unzähligen Eindrücken eines überraschenden Samstagnachmittags, der mir manches Mal fast surreal erschien.

Der daran anschließende Aloha Monday wurde in diesem Monat dann von einem familiären Ereignis begleitet, denn ich blickte nun auf vollendete 29 Jahre als Mama zurück. Um dies gebührend zu untermalen wurden rote Herzen vor eine Tür auf dem Boden verteilt, 29 Kerzen mit Ausblasen-Wunsch-Anleitung und bunte „happy birthday“-Grüße beim jungen Mann hinterlassen. Das Leben machte dann seine eigenen Pläne und so überraschte es mich etwas später auf der Terrasse des Covent Garden in einem nachdenklichen Moment mit einer Herz-Entdeckung aus angetrocknetem Milchschaum am Glasrand, die mich wieder zum Lächeln brachte. In den darauffolgenden Tagen rückten reflektierende Gespräche mit Herren meine innere Welt gerade und ließen mich weiter nach vorne blicken. Der LOVE Doktor erhielt so auch mehr Gestalt und ein unausgesprochener Wunsch führte zu einem wahren spooky-Moment, als ich eine Dame aufsuchen, sie an dieser Stelle jedoch eigentlich nicht mehr sehen wollte und sie dann tatsächlich nicht antraf. So erfuhr ich vor Ort, dass sie auch zukünftig dort nicht mehr anzutreffen sei und ihre charmante Nachfolgerin wies mir die neue Richtung der Dame, von der ich mich noch persönlich zu einem späteren Zeitpunkt verabschieden wollte. Der Elefant auf einem Fahrzeug, den ich dann auf meinem Rückweg sah, rundete dieses unerklärliche Ereignis vollends ab und so startete ich mit Glücksgefühlen in ein sonnenbeschienenes Wochenende, das mit einem weiteren Geburtstag einherging. Denn exakt ein Jahr zuvor wurde am 13ten des Monats die Bridge to Hawaii Crew ins Leben gerufen und erweiterte sich in den darauffolgenden Monaten auf bis heute insgesamt 6 Menschen plus einem dreiköpfigen Filmteam. Ein bewegender Moment, den ich mit einer Fotografie zu Ehren der Crew in der virtuellen Welt teilte, mich für die Begleitung bis hierher bedankte und dazu aufrief den Moment zu feiern.

Erfreuliches ereignete sich dann am Aloha Monday, der mir unter anderem spiegelte, dass mich das Aloha auch per Drahtesel begleitet. In den Mittagsstunden klingelte mein mobiles Telefon, brachte mich mit der Dame einer Hochschule zusammen und ließ Raum für ein wundervolles und heiteres Gespräch rund um das Thema Gross National Happiness, das mich aller Voraussicht nach in diesem Jahr mit Menschen vor Ort in Verbindung bringen wird. Entsinnst Du dich diesbezüglich noch an meine Erzählungen von Anfang August in meinem Brief „Better than found“? Mit einem kurzen Ausblick in die Glaskugel der Zukunft verabschiedeten sich die Dame und ich voneinander, mit dem Versprechen weiterhin in Kontakt zu bleiben, das ich bereits zu Beginn diesen Jahres in die Tat umsetzte. Die Lady from Mauritius brachte mich dann ein paar Tage später zum Staunen, als sie mir eine Momentaufnahme der nachbarschaftlichen Terrasse sendete, auf der ein ALOHA-Schild an einer Wand hängend zu sehen war und nur eines heraufbeschwor: spooky.

Warme, eher spätsommerlich anmutende Temperaturen verführten mich in diesen Tagen nochmals meine Flip-Flops an den Füßen zu tragen und mich von Blütenmeeren und wunderschönen Baum- und Bambusansichten im Volksgarten verzaubern zu lassen oder die Weitsicht in Hafennähe mit Blick auf Brücken, Turm und Fischreiher zu genießen. Andere Wege brachten mich in nördliche Richtung zu Innen-Brückenansichten im Café mit Hüftgold in Kuchenform und fliegender Dame an bunten Luftballons auf dem kleinen Örtchen, die mich zum Schmunzeln brachte und ein „Flieg los“ in mir wachrief. Mit angrenzenden Eindrücken von Surfer-Träumen, Erfolgs-Aussichten für das hiesige Jahr und einem Blick auf mein geliebtes Segelschiff in luftiger Höhe, das mir immer die aktuelle Richtung wies, landete ich am letzten Samstag des Monats dann wieder einmal im Stadtmuseum. Weihnachtsmann und Napoleon erwarteten mich bereits und entgegen sonstiger Gewohnheiten, nahm ich dieses Mal sogar den Zeichenstift in die Hand. Dies brachte Erinnerungen hervor und fasziniert erfreute ich mich an der eigenen Fähigkeit das Gesehene, eine kunstvolle Holzverzierung eines Stuhls aus vergangenen Jahrhunderten mit Schwänen und Harfe, auf das weiße Blatt Papier zu bringen. Nach Vollendung reckte und streckte ich mich auf dem kleinen Hocker, lehnte mich einen Augenblick nach hinten und entdeckte so voller Freude eine wundervolle Deckenmalerei über mir, die himmlich mit Engelsansichten erschien.

Zwei Tage später fanden sich dann Teile der Bridge to Hawaii Crew zu einem Treffen nach längerer Zeit im Café nahe des Museums ein, tauschten Gedanken rund um das Projekt aus und schmiedeten Pläne für zukünftiges, um den Fortschritt zu gewähren. Herzlich verabschiedeten wir den Herrn in der Runde, der etwas früher seinen Weg in andere Richtungen fortsetzen wollte und wenig später setzen die Bridge to Hawaii Presseagentin und meine Wenigkeit unseren Weg zurück in den Kiez fort, der uns noch mit einem Schild überraschte, auf dem „What´s Love Got to Do With It“ zu lesen war. Mit einem Lachen über diese wundervolle Begegnung mit spooky-Effekt und dem Auspruch „Alles hat damit zu tun“ trennten sich bald auch die Wege der Dame und mir und läuteten unmittelbar später das Ende dieses Monats ein.

November 2018

Mit ein paar Tagen der Unterbrechung im neuen Jahr und dem Lied „Fallen“ aus dem Film „The mirror has two faces“ auf den Ohren erinnere ich mich rückblickend vor allem an eine Mischung aus „it´s a test – be calm, clear & reflective“ und absoluten spooky-Momenten, die fast unglaubliches zu Tage brachten. Doch zunächst begann der Monat mit einem Mama-Geburtstag, denn die Dame, die mir das Leben schenkte, feierte ihren Ehrentag. Uns sollten erst drei Tage später die Wege des Lebens zusammenführen und so verbrachte ich meine Zeit an diesem ersten Tag des Monats im Bazzar Café, in dem ich die Bekanntschaft eines Herrn aus einem Nachbarland machte. Es folgte ein tiefsinniger Gedankenaustausch, der zum Ende hin eine überraschende Einladung des Herrn zur Begleichung der Rechnung mit sich brachte, die er mit den Worten „Man muss auch Lehrgeld bezahlen“ untermauerte. Berührt und dankbar verabschiedeten wir uns voneinander.

Nach einem Geburtstags-Kaffee & Kuchen-miteinander Zeit verbringen-Sonntag auf der königlichen Allee und anschließendem Papageien-Flug-Spektakel auf dem begleitenden Rückweg, folgte der Aloha Monday mit einem künstlerischen Aspekt. So bemalte ich endlich das Hawaii-Schweinerl, das ich einst an einem Sonntag in Begleitung der Schmetterlingsdame mit blütenweißem Grund geschenkt bekam und in dem schon die ein oder andere monetäre Unterstützung zu Bridge to Hawaii verschwand. Das Resultat lässt sich meiner Ansicht nach durchaus sehen und so erstrahlt das Schwein nun bunt in allen Regenbogenfarben mit ALOHA, der Glückszahl 13 und anderen verbindenden Elementen rund um das Projekt. In den nächsten Tagen beschenkte die Sonne uns mit blauem Himmel und ließ im Park das herbstliche Blätterwerk in herrlichen rot, grün und gelb Tönen erscheinen. Dies und so mancher Weg zum Hafen mit Weitblick-Garantie brachte auch die notwendige Gelassenheit mit sich, da monetäre Angelegenheiten ungeklärt waren und ich mich in „Ruhe bewahren“ erfolgreich üben durfte. Das Hier und Jetzt erwies sich dabei ebenfalls als hilfreich, verhalf dem LOVE Doktor mit einem „Liebe, Glück & vieles andere“-Abrisszettel auf die Beine und an stille Örtchen in Cafés und ließ mich im Regen tanzen sowie mich an Wegbegegnungen mit Snoopy erfreuen.

All dies führte dann am zweiten November-Wochenende auch ins Caphe House und zu meinem Schriftstellerkollegen, der mich dort am frühen Samstagabend spontan erwartete. Eine Nachricht einer Dame an den Herrn stellte dann eine Frage bezüglich abendlicher Planungen in den Raum, gefolgt von einer Eintritt-Einladung des Herrn an mich, die uns beide schließlich kurze Zeit später mit dem japanischem Philharmonie Orchester in Verbindung brachte, das im Robert-Schumann-Saal zum Jubiläums-Konzert eingeladen hatte. Ich erinnere mich nicht mehr daran, wann ich das letzte Mal ein Konzert besuchte, doch nun offenbarten sich mir traumhaftschöne Momente, von denen ich Dir bereits zu Beginn meiner Erzählungen berichtete. Mit diesem Wohlgefühl startete ich in die folgende Woche, die mit guten, aufklärenden Nachrichten begann und mich in einem Moment von jetzt auf gleich monetär reich fühlen ließen. Dies veranlasste mich einen Platz in einem Kinosaal für den folgenden Abend zu reservieren, der mit einem Film lockte, auf den ich in der Woche zuvor im Rahmen eines Gewinnspiels aufmerksam wurde und einen Besuch sogleich verwarf, da ich zu diesem Zeitpunkt über keinen Rahmen für das notwendige Ticket verfügte. Doch Hollywood und Armenhaus liegen oftmals ganz nah beieinander und so führte mich der Glückszahl-Tag neben Geburtstagswünschen an Jerry in San Francisco in besagten Kinosaal mit Popcorn und einer gar nicht so nackten Juliett, deren Weg sie am Ende des Films nach London brachte. Beschwingt begab ich mich nach Hause und vollendete den wahrhaft glücklichen Tag mit einer Momentaufnahme meines Tickets auf Briefpapier aus dem Buckingham Palace und einer winkenden Queen im rosafarbenen Kleid und hinterließ diesen Eindruck auf der online-Plattform der Filmverleih-Firma, die dort zur Teilnahme am Gewinnspiel aufgerufen hatte.

Drei Tage später begab ich mich entgegen meiner Gewohnheiten am Abend in den Untergrund – genaugenommen erinnerten mich die U-Bahn-Stationen an New York Subway-Eindrücke – und löste bald darauf im Norden der Stadt ein kulinarisches Versprechen an meinen Schriftstellerkollegen ein. Der Hinweg wies mir neben Herz an Mauer noch eine Richtung, die weit bis in das neue Jahr reichen würde, denn nun weiß ich, dass ich zwei junge, neue Freunde in meinem Leben begrüßen durfte, denen ich die Freude an Büchern & Geschichten nahe bringe. Doch zurück zu den Novembertagen, die sich an diesem Wochenende dann von ihrer sonnenbeschienen Seite zeigten. Am Samstag verbrachte ich so eine Zeit lang auf einer Parkbank am sogenannten Schwanenspiegel, genoss die Sonnenstrahlen auf meiner Haut und den Ausblick auf Fernsehturm, glitzerndem Wasser und drei Schwänen, die ganz nahe kamen. Völlig beseelt erlebte ich wie ein fast unbeschreibliches Wohlgefühl in mir Aufstieg und mich dazu brachte meinem Lachen Ausdruck zu verleihen, so sehr freute ich mich über diese Augenblicke, die ich unter anderem mit einem Aloha im Bild festhielt. Der Sonntag setzte dann mit strahlend blauem Himmel in Hafennähe fort, was bereits am Vortag als Wetteransicht begann und so freute ich mich in diesem Zusammenhang auch über eine Filmpremiere auf Hawaii und entsendete virtuelle Aloha-Grüße dorthin. Der Dokumentarfilm MOANANUIAKEA erzählt die Geschichte der Weltumsegelung der Hokule’a, wurde dort auf einem Filmfestival präsentiert und reicht nun auch bis ins neue Jahr, denn Kontakte zu Kino-Betreibern hier vor Ort wurden geknüpft, um eine Filmvorführung zu realisieren.

Am Aloha Monday kam dann die Bildaufnahme vom Samstag in der virtuellen Welt zum Einsatz und während ich den Kontakt zur Obama Foundation in Chicago mit der Beschreibung unseres Bridge to Hawaii Projekts weiter ausbaute, fiel ich von einem Moment in den nächsten in eine völlige Fassungslosigkeit. Ein Blick auf mein mobiles Telefon offenbarte die Kopfzeilen einer Nachricht der Filmverleih-Firma der vorangegangenen Woche und kurze Zeit später wurde Gewissheit, was ich mir wünschte, mir jedoch in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen wollte. Nun werde ich Reise-Glück mit ins neue Jahr nehmen und im Frühling wahrscheinlich über die Tower Bridge in London laufen, eine Latte Macchiato in Notting Hill auf der Terrasse eines Cafés genießen und durch den Hyde Park flanieren. Schmetterlingshafte Begleitung wünsche ich mir aus heutiger Sicht dafür und vielleicht wage ich ja sogar einen Schritt auf ein Podest an der Speaker’s Corner, um eine flammende Rede zur Liebe zu schwingen. Wer weiß? Doch im Hier und Jetzt sprudelte an diesem Montag erst einmal meine Seele eine Zeit lang über und ließ mich sprachlos sein, bis die Wogen sich glätteten und wieder Raum für Balance schufen.

Begegnungen, die teilweise weit in die Vergangenheit reichten, brachten mich im November dann unter anderem mit Schulkameradin & Mama sowie einem Freund in Verbindung, die uns alle für den Moment erfreuen ließ und spooky-Momente bereithielt, die auch mit zukünftigen Lesungen einhergingen. Denn sie dienten mindestens als Wegweiser und passten sich rückblickend wunderbar in meine vierte Buchveröffentlichung ein, die ich in diesen Tagen voller Stolz verkündete. Das neueste Werk konnte ich dann zu meiner großen Freude kurz vor Ende des Monats in den Händen halten, begleitet von Begegnungen mit bekannten und unbekannten Gesichtern voller Neugierde, spirituellen Weissagungen in Kartenform, die mir eine höchstpriesterliche Begleitung für Lehrendes versicherten und von einer neuen Erfahrung mit Bewegungsabläufen, die allgemeinhin als Yoga bezeichnet werden. Manches löste Wellen aus, die weit in den nächsten Monat reichten und so endete der November mit meiner Glückszahl an einem Schlüsselbund und der Ungewissheit, wohin dies alles führen würde.

Dezember 2018

Geburtstagsmonat! Mit dem Soundtrack zu „Mr. Magorium’s Wunderladen“ auf den Ohren erinnere ich mich nun noch ein Mal für Dich an zahlreiche Ereignisse, die sich um meinen persönlichen Ehrentag strickten. Der Film brachte mir bereits am zweiten Tag des Monats in den sonntäglichen Abendstunden ein Zitat nahe, das sich als hilfreich erweisen sollte. Mit „Das Leben ist eine Herausforderung, lasse Dich einfach darauf ein.“ berührte mich der Protagonist Mr. Magoriums, nicht wissend, dass ich eine Prüfung diesbezüglich bereits am Vortag bestehen musste und weitere bereits auf mich warteten. Die erste brachte mir in jedem Fall die Schmetterlingsdame in telefonischer Hinsicht nahe – ein wahrhaft, großes Glück – und läutete eine Zeit ein, die mich standhaft sein ließ und mir, bis in die letzte Stunde des Jahres reichend, in den entscheidenden Momenten die Ruhe schenkte, die notwendig war. „Damit eine neue Geschichte beginnen kann, muss erst eine enden.“ hörte ich damals ebenfalls in dem bezaubernden Film und heute, ganz genau 60 Tage danach, erfüllt sich für mich persönlich ein Teil dessen im baldigen Ende meiner Erzählungen des letzten Jahres und dieses Briefes.

Die Herausforderungen zu Beginn führten auch dazu strickt der 24-Stunden-Regel zu folgen, die mich in den meisten Fällen nur den aktuellen Tag überblicken ließ, um ihn so zu befüllen, dass er möglichst mein Wohlgefühl widerspiegelte. So begegnete ich auf den Wegen der Stadt auch immer wieder dem Wunder, dass genau dann zum Beispiel in roter Leuchtschrift erschien, wenn ich es nicht erwartete. Oder es erinnerte mich daran, dass ich dem „today was a good day“ im Fenster nur nickend beipflichten konnte. Einen großen Schriftzug, der in namentlicher Verbindung zu meiner geliebten Schwester stand, sendete ich an sie zugleich als Momentaufnahme weiter und rundete einen Abend wundervoll ab, an dem ich Menschen kennenlernte, die allesamt zukünftig als Mentor mit jungen Menschen eine gute und hilfreiche Zeit verbringen wollten. Der spooky-Effekt stellte sich in diesen Stunden ein, als ich auch die nähere Bekanntschaft einer Dame mit französischen Wurzeln machte, die mir im November im Kino das Popcorn reichte und der ich nun die erfreulichen Entwicklungen bezüglich meines Gewinns näher bringen konnte. Ein fast unglaubliches Ereignis. Lach.

Geplant und vorbereitet läutete ich dann in der darauffolgenden Woche Vorlese-Zeit in meinem zweiten Wohnzimmer, den Covent Garden, ein. An drei Abenden freute ich mich rückblickend voller Dankbarkeit über zauberhafte Zuhörer zu den Briefen, die ich vornehmlich aus meinem vierten Buch las. So knüpften sich neue Bande zu bisher unbekannten Menschen und neue Erlebnisse mit bereits bekannten Herrschaften, mit denen ich teilweise noch den Abend an anderen Orten mit guten Gesprächen ausklingen ließ. Ein Brief von der zauberhaften Dame in einem Dorf im südlich gelegenen Teil des Landes führte zu einer unverhofften Verknüpfung mit der Glücksministerin, mit der ich zuvor schon im Kontakt stand und bescherte uns allen drei so eine wahrhafte wundervolle Überraschung, die ihre Kreise bis in die virtuelle Welt zog. Einfach: spooky.

Ein Abschiedsbrief meinerseits glättete Wogen die mit dem Aloha in Verbindung standen und am 13ten des Monats freute ich mich, an einem herrlichen Tag mit azurblauem Himmel und einem riesigen SMILE auf meinen Wegen, über das kleine Glück in meiner Küche, das mir zeigte, dass ein anderer mit sich in Balance zu sein schien. In Flussnähe entdeckte ich dann ein paar Tage später zu meinen Füßen eine Karte, auf der „Fokus on what you want“ zu lesen stand und so verteilte ich an strategischen Stellen einige LOVE Doktor-Postkarten oder versendete sie gleich an Damen und Herren, die in der Medienwelt zu Hause sind. Briefe und Postkarten bis nach Hawaii bestimmten in diesem Monat einen Teil meiner Zeit oder ich freute mich über unverhoffte Pakete, die mich zwei Tage nach meinem Geburtstag erreichten. Diesen beging ich in diesem Jahr übrigens weitaus ruhiger als in dem vorangegangenen, eingeläutet mit interessanter Herren-Unterhaltung mit britischem Flair im Covent Garden und beendet mit zauberhaften Gespräch mit der Schmetterlingsdame und schwesterlicher Überraschung am Telefonapparat sowie einer verlorenen Wette, die noch ihre Spuren hinterließ. Mit der Lady from Mauritius verbrachte ich dann am nächsten Tag einladende Stunden im Café „Wie im Himmel“, in denen wir unser beider Ehrentag noch einmal Revue passieren und für einen Moment mit Kuchen und ausgeblasener Geburtstagskerze aufleben ließen. Hollywood & Armenhaus kamen sich in dieser Woche vor Weihnachten auch wieder ganz nahe und so bescherte mir die Einladung einer Dame kulinarisches mit Luxusflair sowie Begegnungen mit eher wohlhabenden Herrschaften, mit denen mich unter anderem Erinnerungen an Australien verbanden. Dass ich zuvor einen australischen Dollar in den heimischen vier Wänden entdeckte und ihn in die Hosentasche steckte, da mir meine Intuition dazu riet, kann ich an dieser Stelle nur mit einem Wort bezeugen: spooky.

Ein neu entdecktes, goldenes Segelschiff in luftiger Höhe ließ mich im Moment strahlen und eine hübsche, blaue Fliese aus dem hohen Norden, veröffentlicht in der virtuellen Welt, erinnerte mich mehrfach an das Atmen & Lächeln in verschiedenen Momenten und Tagen des Monats, in denen Leichtigkeit gerade nicht present war. Mit Rückgrat beging ich die Weihnachtsfesttage, die auch familiäre Verbindungen mit gemeinsamer Zeit befüllten und die folgenden Tage beschenkten mich mit zahlreichen Zeichen der Liebe auf meinen Streifzügen durch die Stadt. Die Dame mit dem psychologischem Gespür gab dann am letzten Samstag des Jahres den entscheidenen Hinweis darauf, dass sich wunderliches im besten Sinne wie ein roter Faden durch mein Leben zu ziehen scheint. So machte sie mich auf eine fotografische Aufnahme meines Vortags aufmerksam, auf der ich lediglich das eingeritzte Herz auf einer Skulptur wahrgenommen hatte. Der Buchstabe „A“ und die Zahl „6“ sowie ein weiteres, kleines Herz in dem großen Herz brachte uns dann zum Staunen, da alles so wunderbar die letzten sechs Jahre meines Lebens respräsentierte, mit denen auch eine neue Ausrichtung zum Wohlgefühl, gemeinhin als Liebe bekannt, begann. Mein Freund Snoopy zeigte sich am folgenden Tag ebenfalls nochmals überraschend auf dem Bildschirm in filmischer Form und exakt ein Jahr nachdem ich ihn schon einmal an dieser Stelle sah. Dieses Mal nahm ich allerdings seine fröhliche, freundschaftliche & schriftstellerische Seite wahr, die mich zum Schmunzeln brachte. Am letzten ALOHA Monday des Jahres setzte ich ein Geschenk direkt von Hawaii in Szene, mit dem ich fortan so manchen Einkauf erledige, mich über das geschrieben „Aloha“ darauf freue und es nun mit der virtuellen Welt im Rahmen von Bridge to Hawaii teilte. Die letzten Stunden des Jahres verbrachte ich dann in trauter Dreisamkeit und kurz vor Mitternacht in der Nähe eines offenen Kamins, nachdem der Weg dorthin mich über eine Brücke führte und mit lauter bunten Lichtern überrascht hatte, die so herrlich für ein buntes Leben standen, dass ich uns allen für das neue Jahr wünsche.

Voller Dankbarkeit für die zahlreichen Erlebnisse und für die ebenso zahlreichen Begegnungen mit den diversen Menschen auf meinem Weg blicke ich nun nach vorne. In der virtuellen Welt entdeckte ich noch im Dezember eine Momentaufnahme auf der „Ich gehe weiter, weil ich glaube, dass die beste Zeit noch vor mir liegt“zu lesen stand und wenn ich nun auf meine bisherige Lebensgeschichte zurück schaue, wartet wohl das beste Abenteuer meines Lebens gerade auf mich. Glück und Liebe pflastern bereits seinen Weg und im Hinblick auf meine Träume, Wünsche & Visionen möchte ich der Beständigkeit noch die Hand reichen. Dir danke ich an dieser Stelle für wundervolle drei Jahre und Deine Aufmerksamkeit und wünsche Dir, dass Deine Träume, Wünsche & Visionen in Erfüllung gehen. Das wahre Geheimnis des Lebens liegt doch im Hier und Jetzt und darin wie wir den Moment  befüllen, dem wir unser Wohlgefühl zugrunde legen. In diesem Sinne verabschiede ich mich mit einem Aloha.

In Liebe,

Alice

PS. Ein letzter Gedanke soll Dich noch auf Deinem Weg begleiten.

„Die Magie steckt nicht nur im Anfang, sondern auch im Weg, den wir gehen.“

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Buchhandel-Bestellung: „Liebesbriefe von Alice & Bridge to Hawaii.“ – Band 3.

„Liebesbriefe von Alice“ – Band 1 bis 3.
Der dritte Band der gleichnamigen Kolumne – Erlebnisse von Oktober 2017 bis August 2018 umfassend. 3 x 13 Briefe – ein Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten und immer in Verbindung mit Liebe. Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben.
Über Hawaii und andere Teile der Welt, über das Wohlbefinden und glückliche Momente, über umkehrbares und Lippenbekenntnisse, über hinfallen und aufrichten, über das Aloha und den Fluss des Lebens, über ein halbes Jahrhundert und die Vergänglichkeit, über Wunder, Zeugen und Soñador, über Ursache und Wirkung, über Wendepunkte voller Glück, über Augenblicke und einfach sein, über Herzblut, Scherben und Neubeginn, über Weitsicht, Abenteuer und Balance, über Mücken und Elefanten, über Platz für Neues und Süßholz-Rezepte, über den heiligen Gral, Abstand und Nähe, über „Newborn“, „Let it be“ und „Better than found“ und natürlich über Bridge to Hawaii.

Mein viertes Buch „Liebesbriefe von Alice & Bridge to Hawaii.“ ist ab sofort bundesweit per Bestellung der gedruckten Hardcover-Ausgabe (ISBN: 978-3-7467-8548-6) oder wahlweise Softcover-Ausgabe (ISBN: 978-3-7467-8547-9) in den folgendem Online-Shops und per Bestellung im BUCHHANDEL erhältlich. Ich wünsche allen viel Freude am Buch!

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Kolumne: Der erste Eindruck.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

zu Beginn des Monats rief die Dame hinter dem Ministerium für Glück und Wohlbefinden unter anderem zur monatlichen Befreiung von „Beurteilung“ und „Verurteilung“ auf und brachte so einen Gedanken-Stein meinerseits ins Rollen, der mich über einige Tage hinweg von Zeit zu Zeit beschäftigte. Machte diese Befreiung Sinn? Recht schnell meldete sich für mich ein klares „nein“ aus dem Bauchgefühl heraus, doch das „Warum?“ wollte ich dabei nicht außer Acht lassen. So erschien es mir nach einigen Überlegungen sogar überlebenswichtig eine Situation zu beurteilen, einen ersten Eindruck zu gewinnen, etwas gedanklich von allen Seiten zu betrachten, um für sich abwägen zu können ob es ratsam ist Abstand für den Moment zu nehmen oder Nähe zuzulassen. Und somit empfinde ich es eher als eine Art eigener Bodyguard, einen Schutz und Möglichkeit zur Reflektion, um im besten Sinne das Werkzeug Verstand zu nutzen, das meinem Wohlbefinden dienlich ist. Selbst die berühmte Menschenkenntnis, das Erlangen einer gewissen Deutungssicherheit durch Erfahrungen des Lebens und Beobachtungen, wäre wohl ohne Beurteilungsfähigkeit kaum möglich. Entscheidend ist dann zu erkennen, dass man sich so lange in der Gedanken-Fantasyworld befindet, bis man mit seinem Gegenüber in Kontakt tritt. Erst dann entfaltet sich bestenfalls ein wunderbarer Gedankenaustausch, der beflügelt, inspiriert und zum allgemeinem Wohlbefinden aller Beteiligten beiträgt. Absatz.

Und das „Verurteilen“? Nun ja, auch davon möchte ich mich nicht gänzlich befreien, wenn ich auf so manches menschengeschichtliches Ereignis und damit einhergehende Verhaltensweisen zurückblicke. Lehren diese doch das eigene Verhalten zu prüfen, mit der Brille der Gerechtigkeit zu betrachten, eine Haltung einzunehmen und möglichst einen liebevollen Umgang mit sich selbst und anderen zu pflegen. Doch selbst der göttliche Segen der Justitia, die in der römischen Mythologie noch für eine ausgleichende Gerechtigkeit stand, schützt nicht vor dem Irrtum des Abwertens und der Bestrafung, die im geschichtlichen Rückblick kaum der Vermeidung erneuten Fehverhaltens diente. „Errare humanum est“ oder auch „Irren ist menschlich“ heißt es gemeinhin, wobei der Vollständigkeit halber noch ein „…, aber auf Irrtümer zu bestehen ist teuflich“ anzufügen wäre, und somit betrachte ich es am liebsten mit Humor, wenn mich derartige Gedanken befallen. Solange sie sich dann nicht in der Tat wiederfinden, schaden sie auch nicht meinem Gegenüber und verlieren sich im Nirvana der Unendlichkeit. Zwei Ereignisse der vergangenen Tage lassen mich darüberhinaus dankbar auf das „Beurteilen“ zurückblicken. Zum einen schützte es mich vor der Wortgewalt eines anderen und half mir in jeglichem Sinn Abstand zu gewinnen und zum anderen lehrte es mich wieder einmal, dass der erste Eindruck nur oberflächlicher Natur ist. Diesem folgte dann Offenheit und Raum für gemeinsame Lebenszeit und erfuhr so eine ungeahnte Bereicherung bis spät in die Nacht. Absatz.

„Lieben“ und „urteilen“ stehen für mich in diesem Sinne im Einklang miteinander und mit dem Humor an meiner Seite blicke ich nun sehr gerne auf die Ereignisse der letzten Tage zurück. Aufgrund der bis gestern noch vorherrschenden sommerlichen Temperaturen und einer steigenden Luftfeuchtigkeit, bedingt durch im Moment erfrischende Regenschauern, bevorzuge ich wieder den Stil der Zusammenfassung und wünsche Dir nun viel Freude beim Lesen. Absatz.

Sonntag, 05. August 2018

Nach der Veröffentlichung Deines letzten Briefes stand zunächst das „il dolce far niente“ im Vordergrund des Geschehens und so widmete ich mich an diesem späten Vormittag lediglich den Beobachtungen um mich herum auf der Terrasse des Covent Garden sowie der Latte Macchiato und den Eiswürfeln für die innerliche Abkühlung. Zuvor begrüßte ich im Inneren einen Herrn, den ich eher im Piratencafé vermutet hätte und erfreute mich dann an einem unverhofften kurzen Abschiedsgespräch seinerseits, bevor er mit einem Rat in der Tasche wieder entschwand. Bewegung rief nach mir und so schwang ich mich auf meinen Drahtesel mit dem Ansinnen entlang der Düssel in Richtung eines Schlosses zu fahren. Ein überraschender Anruf des jungen Mannes, dem ich das Leben schenkte, unterbrach einen Moment lang meine Fahrt, die ich bald erfreut von dem Gespräch fortsetzte und so den Volksgarten erreichte. Entlang des Wasserlaufs hielt ich ab und an und beobachtete die artenreichen, gefiederten Freunde, die ihr Federkleid säuberten, in der Sonne schliefen oder in einem Brunnen gemeinschaftlich ihre Bahnen zogen. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit meinen eigenen Füßen im eiskalten Wasserkanal erreichte ich schließlich einen See, umrundete ihn, entschied das Schloss von meiner Gedankenliste zu streichen und eher einen Eiskaffee im nahegelegenen Südpark-Café vorzuziehen. Im Schatten eines Baumes genoss ich die kühle, eisige Erfrischung und beobachtete lauter Menschen aus Europa und Japan, die sich familiär verbunden hatten und anhand ihrer zahlreichen gemixten Nachkommenschaft im ersten Eindruck unter Beweis  stellten, dass Liebe keine Grenzen kennt. Menschen gingen und andere kamen und bald zog es auch mich zurück in den Kiez mit familiärer Verbundenheit. Absatz.

Montag, 06. August 2018

Mit Startverzögerung aufgrund weiterhin fehlenden Tiefschlafs begann der Aloha Monday und ich beschäftigte mich zunächst ausgiebig mit der virtuellen Welt rund um Bridge to Hawaii, die auch zu neuen, stadtnahen Kontakten führte. Eine Dame organisiert hier sogenannte Rhein CleanUps und so lag es nahe uns mit ihrer Initiative zu verbinden und so eine Brücke zu bauen. Ganz getreu dem Aloha-Brücken-Gruß, von dem ich Dir in meinem letzten Brief erzählte und die Bilder dazu an diesem Montag ins Netz stellte. Im Covent Garden freute ich mich dann über einen unverhofften Mittagsplausch mit dem Herrn, der in einem alten Bauernhof lebt und wir uns nach einigen Wochen nun das erste Mal wieder begegneten. So tauschten wir nun die Geschichten der jüngsten Vergangenheit aus und unterhielten uns über Reisepläne in andere Länder. So erfuhr ich von familiären Verbindungen bis in die Provence, die mir noch wärmstens durch den Aufenthalt in Nizza in Erinnerung ist, und von alternativen Lebensweisen, die Neugierde für den Moment weckten. Durch meine eigenen Erzählungen bemerkte ich dann schnell wieviel mich gerade selbst gedanklich bewegte und so widmete ich mich nach diesem Zusammentreffen der Kontaktaufnahme zu neuen, möglichen Sponsoren für Bridge to Hawaii und zu einer Literaturagentur, die virtuell auf sich aufmerksam gemacht hatte. Erinnerst Du Dich noch an meinen Aufruf diesbezüglich? Die äußerst warmen Temperaturen veranlassten mich schließlich am frühen Abend nochmals das Haus in Richtung eines kühlen Frozen Joghurt zu verlassen und so erhielt ich eine äußerst erwärmende Ahnung davon, mit welchen Temperaturen am nächsten Tag zu rechnen war. Absatz.

Dienstag, 07. August 2018

Nach einer weiteren, eher schlaflosen Nacht war es dann soweit – The Heat, Teil 3, machte seinem Namen alle Ehre. Auf der noch schattigen Terrasse des Covent Garden traf ich am späten Vormittag auf die Lady from Mauritius, die glücklicherweise wieder genesen war und wir uns nun auch über eine steigende Anzahl von Butterflies in diesem Sommer und ihre Aufenthaltsdauer im Cocoon unterhielten bis sie arbeitsreich im Inneren des Cafés verschwand. Langsam zog sich der Schatten Stück für Stück zurück und die Sonnenstrahlen erreichten meine unteren Gliedmaßen, so dass ich, nachdem ein Ausweichen schier unmöglich wurde, beschloss das Innere aufzusuchen und meine Rechnung zu begleichen, um unter dem heimischen Deckenventilator kühle Momente zu erfahren. Doch zunächst freute ich mich nochmals über einen kleinen Plausch mit der Lady – und dies muss erwähnt werden – der ich unter anderem eine ausführliche Beschreibung von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zuteil werden ließ und empfahl den humorvollen und tiefsinnigen Film anzuschauen. Ein ganz anderer Film brachte mich dann vor Ort noch mit dem mexikanischen Filmemacher in Kontakt, dem ich herzlich dazu gratulierte, dass sein Werk „Mamacita“ nun bald auch in Hollywood zu sehen sein wird. Eine wahrhaft großartige Nachricht und seine Äußerung, dass die Organisatoren hinter dem LA Film Festival Ende September ihn sogar einfliegen lassen wollen, rundete diese Angelegenheit wunderbar ab. Im Angesicht der schweißtreibenden Hitze erweckte die englische Konversation den Eindruck, dass meine Synapsen zu schmelzen begannen und so stellte ich den Wunsch nach Vertiefung des Gesprächs zurück und entschwand mit einem Aloha in allen Richtungen zum Ventilator unter der Decke. Absatz.

Nach einer Gedanken-Odyssee und Seelenputzen am Nachmittag folgte ich zunächst dem Ruf des Aloha-Herzens ins Café in Hafennähe und mit Blick in die virtuelle Welt dann einem alten Freund, der an diesem Tag seine DJ-Künste in der Meerbar wieder einmal unter Beweis stellen wollte. Was dann folgte war nicht vorhersehbar und entsprach so gar nicht meinen Gewohnheiten, die mich eher tagsüber in Lokalitäten der Stadt führten. Eine Kaffeehaus-Tante schlummerte nun mal auch in mir – doch zurück zur Bar-Terrasse mit Blick auf das Hafenbecken und ersten Eindrücken um mich herum. Absatz.

Die frühen Abendstunden trieben geschäftige Herrschaften im Anzug-Outfit aus den umliegenden Büros zum Sundowner-Aperitif auf die Lounge-Couchen und mischten sich unter Wein-verliebte Paare oder FlipFlop-tragende wie meine Wenigkeit. Ich widmete mich derweil einigen Notizen aus der Erinnerung, die ich zu Papier brachte und damit die Aufmerksamkeit eines Herrn auf mich zog. Erinnerst Du Dich noch an Lord „Tuppy“ Augustus? Eigentlich liegt es mir fern einen Vergleich mit einem anderen, dazu noch fiktiven Charakter heranzuziehen, doch fällt mir genau dieser ein, wenn ich an den Herrn und die weiteren Verwicklungen des Abends zurückdenke. Nun, der Herr nutzte in jedem Fall die Gelegenheit der Abwesenheit seines Begleiters um mich anzusprechen. Fortan und bald auch wieder in Anwesenheit des anderen Herrn, entwickelte sich eine Konversation, die vor Wortwitz förmlich sprühte und augenscheinlich alle erheiterte. Wobei der jüngere der beiden eher die beobachtende Position einnahm, während mein Gegenüber und ich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe vollzogen. Später gesellte sich noch eine junge Dame und Herzensdame des Beobachters in die Runde und bereicherte nochmals den Kreis um eine Schriftstellerin und Persönlichkeiten, die auch als Vertreter für Rechtsangelegenheiten ihr Dasein gestalten. So entwickelte sich ein Abend, dessen Unwägbarkeit mich auf wunderbare Weise zum Staunen und alle zum Lachen brachte. Das Potpourri der Worte umspann dabei genauso aufklärendes der Damen gegenüber den Herrn zur berühmten Besetzungscouch, als auch rezitierendes meines Gegenübers von Anton Ego, der einst von Rémy „Ratatouille“ serviert bekam, und tiefsinnigen Ausführungen zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“, die mich allesamt zum Strahlen brachten. Der spooky-Effekt zu meinen Erlebnissen des Mittags war unübertroffen. Mit einer Einladung nicht nur zum dargereichten Eisbecher und der Begleitung zum Drahtesel mit vorheriger Verabschiedung des Liebespaares endete dieser fulminante Abend schließlich um Mitternacht und entließ alle Beteiligten in die Nacht. Absatz.

Der darauffolgende Tag brachte vor allem sehr viel Ruhe mit sich und bot somit auch viel Raum, um die Ereignisse in die Tiefen der Seele sacken zu lassen. Mit einer Umarmung, sowohl im übertragenden Sinne, als auch in Erinnerung an eine gestrige Begegnung mit einem Herrn, dessen Name mich an die Nibelungensage erinnert, verabschiede ich mich für heute an dieser Stelle. Mit Aussichten auf mögliche, weitere Verwicklungen unter den Augen der Justitia wünsche ich Dir einen allumfassenden Blick für die kommende Woche und sonnige Tage, die kühlendes Nass vom Himmel nicht auschließen mögen.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Die letzten Worte gehören einer Dame mit Namen Joanne Hardy, die ich im Netz entdeckte.

„You never know which conversaton will be the one that dramatically changes your life, or empowers you with a new understanding of who you are, and where you´re going.“

 

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Kolumne: Newborn.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

gerne möchte ich diesen Brief mit einem „Willkommen“ beginnen und dieses insbesondere an Emilia und Paul Rudolf richten, die beide unabhängig voneinander seit weniger als zwei Wochen auf dieser Erde weilen. Am Aloha Monday vor 13 Tagen half die Tortenkönigin aus Sydney ihrem Sohn auf diese Welt und letzten Mittwoch lernte ich im Covent Garden die Tochter der Eltern zweier Nationen kennen, wo mir ihre Mama verriet, dass sie am Freitag vor einer Woche das Licht der Welt zum ersten Mal erblickte. Dort und an anderer Stelle traf ich dann in den vergangenen Tagen noch mehrfach auf Ella, in Begleitung ihres Papa und ihrer Mama, die ich bereits vor zehn Monaten kennenlernte und ihre Mama mich nun wissen ließ, dass sie wohl bald die Welt auf ihren eigenen Füßen erkunden wird. Zu ihrem Willkommen auf dieser Erde wünschte ich Ella damals Liebe, Glück & Frieden auf ihrem Lebensweg und erweitere dies nun um den Empfängerkreis der Neuankömmlinge Emilia und Paul Rudolf und füge noch ein herzliches Aloha an, das sie fortan begleiten soll. Das Wunder des Lebens steckt bereits in ihnen und mögen ihnen nun Flügel wachsen, die auf dem Vertrauen gründen und das Herz offen lassen.

Gleich drei Herzen in Papierform fanden dann vor einer Woche den Weg zu mir in Begleitung der Briefzeilen der Brieffreundin aus Bad Arolsen sowie eines weiteren Briefes von der Dame mit den Marathon-Ambitionen. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an die Geschichte des ersten ausgeschnittenen Herzens, das ich schon einmal geschenkt bekam und die Worte darauf auf wundersame Weise mit Hilfe des spooky-Effekts eine Bedeutung in meinem realen Leben bekamen!? Nun konnte ich die folgenden Worte lesen: „Ärmelkanal“, „Champi“, „Großvater“, „Bild“, „Erinnerung“, „Gestalt“, „Umlauf“, „Fassade“, „Norden“, „Male“, Biegung“, „vervollständigen“ sowie „verirrt“ und, stelle Dir bitte vor, vor wenigen Tagen führte mich mein Weg durch die virtuelle Welt zu einem Herrn, der den Ärmelkanal durchschwommen hatte. Spooky.

Am Freitag vor einer Woche war Dein Brief noch nicht in das Laptop getippt und so begab ich mich ins Covent Garden, um mein Tageswerk zu beenden. Zuvor war ich noch der Dame mit dem psychologischem Gespür und Bridge to Hawaii Presseagentin auf dem wöchentlichen Bauernmarkt begegnet, hatte Aloha-Gedanken mit ihr ausgetauscht und von ihr erfahren, dass der Jackpot noch nicht geknackt wurde. Den Gedanken ans Lottoglück verlor ich jedoch recht schnell wieder und erst nach einer halben Latte Macchiato auf der Terrasse kam er mir wieder in den Sinn. So bat ich den Filmemacher aus Mexico, der an diesem Tag mir und anderen diente, darum mein technisches Equipment für den Moment aufzubewahren, da ich noch etwas zu erledigen hätte. Sein „Viel Glück“ brachte mich dann zum schmunzeln, konnte er doch nicht ahnen was ich vorhatte und so half ich wenig später zum zweiten Mal einem Lotteschein auf den Weg. Mittlerweile hatte ich übrigens die Gelgenheit mich etwas mit dem Film „Mamacita“ des Filmemachers zu beschäftigen und die Lebensgeschichte seiner extravaganten Großmutter rund um einen Familien-Clan macht mich neugierig. In jedem Fall wünschte ich dem Mann mit der schwarzen Brille für sein Werk auf den bevorstehenden Filmfestivals in Mexico viel Glück.

Der Samstag vor einer Woche startete dann am selben Ort mit einer Überraschung, als ein junger Mann mit Wurzeln in Nordafrika vor das gleißende Sonnenlicht und somit in mein Blickfeld trat. Der Arzt und ich freuten uns sehr über das unverhoffte Wiedersehen, lachten und wenig später im Schatten um die Ecke erzählte er mir unter anderem wärmstens von dem französichen Fest, das an diesem Wochenende stattfand und er den Abend zuvor dort verbracht hatte. Dies führte am Nachmittag zu einem kleinen Ausflug dorthin, der wieder einmal unter Beweis stellte, dass der Weg auch das Ziel ist. So verbrachte ich auf dem Hinweg erst einmal etwas Zeit auf einer Parkbank mit Blick auf den See am Schwanenspiegel, freute mich über Vogelscharen die am blauen Himmelsfirmament hin- und herflogen und wurde aufmerksam, als ich im Hintergrund R ´n´B Musik der 1980er und 90er Jahre hörte, die mich in Schwingung brachte. Mit Neugierde im Gepäck tauchte ich wenig später nur am Rande ins französische Fest am Flussufer ein, um dann auf dem Rückweg die feiernde Gesellschaft eines Restaurants aufzusuchen, von wo ich zu Beginn die Musik vernahm. Prominente Gesichter und mir persönlich bekannte waren zu erkennen, doch zog es mich weiter in Richtung Kiez und nur wenige Meter vom feuchtfröhlichem Fest entfernt hielt ich noch ein Schild fotografisch fest, auf dem „Freiheit“ geschrieben stand.

Auf dem Friedensplätzchen entdeckte ich dann ein Banner hoch oben zwischen zwei Bäumen, auf dem die Worte „Humanität – Respekt – Vielfalt“ zu lesen waren und das auch für das Fest warb, das dort gerade stattfand. Ambitioniert zu einem kurzen Rundgang freute ich mich dann über das Wiedersehen mit einer Dame im wallenden Gewand, die ich lange nicht sah und sie mich immer mit dem Büro der Liebe in Verbindung bringt. So verbrachten wir etwas Zeit mit aktuellen Liebesgeschichten und mit Dank für das Wasser-Geschenk verabschiedete ich mich wenig später von der illustren Runde.

„Erkläre mir, Liebe“ lautete dann die Ausstellung, die mich am Sonntag auf die andere Flussseite in meine Geburtsstadt lockte und ich mich dieses Mal nicht im Kalenderdatum irrte. Erinnerst Du Dich? Auf dem Drahtesel genoss ich zunächst die ausgedehnte Fahrt an diesem Morgen, sah Schafe mit ihren blökenden Lämmern auf Blumenwiese am Uferrand, vereinzelte Sonnenanbeter mit blauem Sonnenschirm auf Steinzungen an Strandbuchten liegen und Schilder-Zeugen vom beendeten Shakespeare-Festival am Boden eine Pause bis zum nächsten Jahr einnehmen. Schließlich erreichte ich das Museum, das nach Clemens Sels benannt wurde und stieß auf die Gästeschar, die sich bereits im Innern versammelt hatte, um den Eröffnungsfeierlichkeiten beizuwohnen. Mein Platz fand sich in den vordersten Reihen neben einer Dame, deren Begleitung sich noch hinter dem großen Babybauch versteckte, den sie immer mal wieder sanft streichelte. Die Videokünstlerin würde ich später noch auf der Leinwand wiedererkennen, doch erst einmal lauschten wir den Reden der Direktorin des Hauses, eines jungen Mannes vom Rat der Stadt und des Kurators der Ausstellung. Flammende Worte der Liebe wurden gesprochen, berührten so manchen im Saal und endeten mit dem folgenden des Kurators.

„Das Thema Liebe kennt keine Grenzen und ist mit keiner Ausstellung und keiner Publikation erschöpfend abgearbeitet. Henry Miller definierte das große Gefühl Liebe als einen Boogie-Woogie der Hormone. Egal ob frisch verliebt, sich mitfühlend hingebend oder familiäre Verbundenheit empfindend – die Liebe ist das, was allem einen Sinn verleiht.“

Einem roten Faden zu thematischen Bereichen mit Titeln wie „Der Kuss“ oder „Liebesgeschichten“ folgend, erfreute ich mich fortan an den malerischen und skulpturellen Interpretationen zur Liebe über die Jahrhunderte hinweg, an Gedichten auf die Wand geschrieben bis hin zur Videokunst, wo mir meine Sitznachbarin auf der Leinwand wieder vor die Augen trat. Dort verweilte ich nach einer ausgiebigen Rundschau zum Ende hin für längere Zeit und begeisterte mich für die gewählten Ausschnitte aus bekannten Liebesfilmen, die Damen und Herr mit ihren Empfindungen in Wort und Ausdruck glänzend ergänzten. Voller Liebe und ganz verzückt hinterließ ich noch einen Dankesgruß im Gästebuch und trat den Rückweg an. Auf der Brücke machte sich dann meine innere Haltung sogleich bezahlt, als ich zum Anhalten gedrängt wurde, da mein Drahtesel aus seinem Hinterlauf wieder einmal Luft verlor. Mit Gelassenheit beäugte ich die Situation und – wen wundert es da noch – bemerkte direkt am Rande des Schattens am Boden ein dunkles Asphalt-Herz, das sich von seiner restlichen Umgebung abhob. So schob ich mit Liebe den Esel die nächsten Kilometer von der Sonne beschienen, legte zwei Pausen in Cafés ein und freute mich über so manche Begegnung mit unbekannten sowie bekannten Herren mit der Leidenschaft zum Motorradfahren, die ich auch einst teilte. Ein Lächeln zauberte mir dann noch die „13“ auf das Gesicht, die ich auf einem Fahrzeug-Schild entdeckte und ich für den Besitzer anonyme Post mit Glück-Wünschen hinterließ. Am Abend sprach dann meine Kinderseele und so bemalte ich meine Hand für den Aloha Monday mit allen Begriffen, die die Bridge to Hawaii Philosophie wiederspiegeln, um dies im Bild am nächsten Tag in der virtuellen Welt mit vielen zu teilen.

Die Bridge to Hawaii Presseagentin überraschte mich dann noch mit einer Nachricht, fotografisch untermauert, aus Brügge in Belgien, das sie an diesem Tag spontan besucht hatte. Dort entdeckte sie dann zum Anlass der derzeitig stattfindenden Trienale eine riesige Wal-Skulptur in einem Brunnen vor historischer Stadtkulisse, die als Mahnmal für die Liebe zur Umwelt errichtet wurde. Die beiden Künstler nutzten für die Herstellung Plastikmüll von den Stränden von – ta da – Hawaii und so möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass unser Brücken-Fundament auf wundersame Weise immer mehr Substanz von außen erhält. Mit dem Aloha Ruf aus dieser Richtung möchte ich alle weiteren Ereignisse der vergangenen Tage wie folgt zusammenfassen.

  • Wunder, Nummer 2, geschah am Aloha Monday in britischer Verkleidung. Denn nach mehr als einem Jahr hatte ich nun das Vergnügen Café-Zeit mit einem Herrn von der Insel zu verbringen, die wir schon damals verabredet hatten. Zugewand, mit zahlreichen Lebensgeschichten und Wangenkuss wurde ich dann belohnt.
  • Mehrfach machte sich dann am Montag und Dienstag der Aloha-Spirit bemerkbar und so freute ich mich über Begegnungen mit dem Geschwisterpaar, über Glückskäfer auf Balkonien und aufmerksame Ohren.
  • „Peace, Love & Coffee“ erinnerten in bildlicher Form an Zeiten in australischem Café, wurden nun hier fortgeführt und gingen so einher mit Briefzeilen für Brieffreunde bis nach Hawaii und einem inspirierenden Gespräch mit der Bridge to Hawaii Presseagentin zu neuen Aktivitäten beim Brückenbau.
  • Neben dem Elefanten scheint nun auch der Wal zu einem neuen Wegbegleiter zu avancieren, denn auch in Rom wurde ein Mahnmal der Liebe in dieser Form installiert und verzaubernd empfand ich den schnee-weißen Albino-Wal, der beim Sprung aus dem Wasser fotografiert wurde und im Netz Verbreitung erfuhr.

Mit Streetfashion-Eindrücken, die mich an New Yorker Zeiten erinnerten, zwei roten Herzen im Wasser am renomierten Hotel im Hafen und dem Filmzitat „…denn das tun wir Geschichtenerzähler. Wir flößen Hoffnung ein, immer wieder und wieder und wieder.“ aus „Saving Mr. Banks“, das dort von Walt Disney an die Schriftstellerin P.L. Travers gerichtet wird, die „Mary Poppins“ schrieb, beende ich für heute meine Zeilen an Dich. Geschrieben an einem wunderschönen Tag mit Glückszahl-Datum und heute getippt. Ich wünsche Dir eine zauberhafte Zeit voller Glück und da es mir gerade in den Sinn kam: tanze doch mal wieder.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Dank einer Dame mit einem „von“ im Namen erfuhr ich das am Freitag vor einer Woche der internationale Tag des Kusses gefeiert wurde und so gehören die letzten Worte Heinrich Heine, dessen Gedicht ich in der Ausstellung an der Wand las.

„Hast du Lippen mir wund geküßt,
So küsse sie wieder heil,
Und wenn du bis Abend nicht fertig bist,
So hat es auch keine Eil.

Du hast ja noch die ganze Nacht,
Du Herzallerliebste mein!
Man kann in solch einer ganzen Nacht
Viel küssen und selig sein.“

 

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Kolumne: Selbstbeherrschung oder die Geschichte mit den Mücken und Elefanten.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

letzten Dienstag musste ich mich in Selbstbeherrschung üben, denn ich entschied mich bei etwas kühleren Temperaturen für festes Schuhwerk ohne dabei zu bedenken, dass zwei Tage zuvor eine Mücke an meinem linken Fuß Blut abgezapft hatte. Nun bemerkte ich recht schnell, dass das Innenfutter stetig an der Einstichstelle entlangrieb und damit einen unbändigen Juckreiz auslöste. Da ich mich allerdings bereits auf dem Weg befand, lernte ich auch bei einem Zwischenstopp mit Hilfe des jungen Mannes mit Aloha-Spirit, dass geistige Ablenkung dem Drang zum Kratzen entgegenwirkte. Mücken waren seit letztem Sonntag nicht die einzigen Lebewesen, die in meinen Fokus gerieten. Neben immer wieder vorbeiflatternden Schmetterlingen, die in der Luft zu tanzen schienen, nahmen mich auch Elefanten seither von Zeit zu Zeit geistig ein, ohne dass ich wirklich ahnen konnte, welche Bedeutung sich dahinter versteckt.

Bankgeschäfte führten mich an diesem Sonntag zunächst in die Innenstadt und da ich mir noch unschlüssig darüber war wohin es mich zog, nahm ich erst einmal auf einer Bank an einem Platz vor einer Kirche meinen Sitz ein. Dort gab ich mich dann den Beobachtungen um mich herum hin und ließ Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen. Mein Augenmerk fiel dann auf ein riesiges Banner, das an der Kirche befestigt war und unter anderem auf eine Foto-Aktion mit dem Titel „Repicturing Homeless – Obdachlose anders sehen“ hinwies. Das Vorher-/Nachher-Portrait des Herrn wies bei der Nachher-Aufnahme große Ähnlichkeiten mit einem italienischen, modebewussten Herrn auf, den ich kenne und ähnelte im Vorher-Bild dem Konterfei von Robert de Niro in einer seiner Filmrollen. Doch in allererster Linie sah ich einen Menschen, dem andere das Label „obdachlos“ wie ein Brandzeichen appliziert hatten. „Kleider machen Leute“ heißt es im Volksmund und auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass wir visuelle Wesen sind, erinnerte es mich vor allem an das dänische Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, in dem statt der Wahrheit lieber Ansehen und Wohlstand gewählt wurde, bis ein Kind die Welt wieder gerade rückte. Mich lehrte das Leben immer hinter die Kulissen zu schauen und sich nicht von dem äußeren, oftmals schönen Schein blenden zu lassen und so hatte ich bisher auch das Glück mit Menschen jeglicher Couleur in Kontakt zu kommen. Doch zurück zu den Elefanten oder wie es weiterging.

An den angehenden Schriftstellerkollegen entsandt ich von der Bank aus eine Nachricht und wenig später klärte sich meine nächste Wegstation, die mich mit ihm und neuen Orten in Verbindung brachte. Mit Schvarz-Kaffee und Käsekuchen von der australischen Tortenkönigin tauchte ich erst einmal alleine in dieses Hinterhof-Garagen-Café an der stillgelegten Bahntrasse ein. Stylisches Interieur mit großem Holztisch und Hipster-gleiche Gäste fielen in der Privatrösterei ins Auge, genauso wie der junge Mann mit japanischem Namen, den ich bereits von einem anderen Ort her kannte. Die Sommelier-gleichen Gesprächsinhalte eines bärtigen Herrn mit seiner Herzensdame zu Kaffeesorten, Duft und Nuancen weckten nicht mein Interesse und so freute ich mich über den Anblick des Freundes, der herbeigeradelt kam. Nach eingehenden Worten zu den Eindrücken des bisherigen Tages überraschte uns dann noch der Besuch des Herrn ohne „D“, den ich seit dem Silvestertag nicht mehr gesehen hatte. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude, die sogar fotografisch mit Spaß und „Schnick-Schnack-Schnuck“-Handspiel festgehalten wurde. Nach einer Weile entschwand der Mann ohne „D“ auch schon wieder und nach einer weiteren Getränkerunde beschlossen Schriftsteller und Schriftstellerin kurzerhand die restlichen Sonnenstunden für einen Ausflug zum nahe gelegenen Grafenberger Wald zu nutzen. Nun, was soll ich weiter sagen?

Es war erhellend, es war herzerfrischend, es war traumhaft schön. Der Wald im Nordosten der Stadt mit seinen riesigen Bäumen soweit das Auge reicht, bot herrliche Sinneseindrücke und wenn wir für einen Moment innehielten, hörten wir die zahlreichen Vögel hochoben in den Baumwipfeln singen. Was sie sich wohl zu erzählen hatten? Das satte Grün der Blätter, der Duft des Waldes und das glitzernde Sonnenlicht, das immer wieder durch die Baumkronen blitzte, beruhigte die Sinne für den Augenblick. Wir erforschten die Wege, erklommen steile Hügel mit schiebenden Drahteseln, um erschöpft auf einer Holzbank wieder zu Atem zu kommen und erfreuten uns an nachfolgenden Bergabfahrten, die uns den Wind um die Ohren bliesen. Der Weg zum Wildpark führte nur zu verschlossenen Toren und so parkten wir unsere Drahtesel, um abermals in den Wald einzutauchen, wo uns bald auch die Mücken begrüßten. Somit verabschiedeten wir uns von ihnen auch wieder recht schnell, traten den Rückweg an und ohne den genauen Anlass noch nachvollziehen zu können, begann der Freund über Elefanten zu sprechen. Dies führte meinerseits zu Erzählungen über den grauen Riesen aus meiner Vergangenheit, die mich mit ihm immer mal wieder in Berührung gebracht hatte. Wir entfesselten unsere Drahtesel, gingen ein Stück des Weges und plötzlich bemerkte der Freund, dass wohl ein ziemlich junger Erdenbürger seinen Schnuller verloren hatte. Neugierig fragte ich nach der genauen Stelle und ohne zu wissen was mich genau dazu bewog, hob ich den Sauger vom Boden auf. Als ich ihn nun in meinen Händen von allen Seiten betrachtete, entdeckte ich auf dem Schild die Darstellung eines kleinen, grünen Elefanten: spooky.

Ein weiterer Zwischenstopp führte uns dann zur Rennbahn im Wald, die ich bisher noch nie von Nahen betrachtet hatte. Das gesamte Areal zeigte sich recht imposant und so flanierten wir entlang der Bahn zu den Tribünen, die mich in ein Jahrhundert träumen ließen, in dem die Damen wie in dem Film „My Fairlady“ mit langen Kleidern und riesigen Hüten und die Herren mit Frack und Zylinder dem Pferderennen beiwohnten. Das nächste Rennen ist für August angekündigt und die Startzeit, die auf den Punkt genau meine Geburtszeit und meine Glückszahl trifft, veranlasst eventuell zu einem weiteren Besuch und der ersten Wette meines Lebens. Nachdem ich den Freund verabschiedet hatte, entdeckte ich auf dem Nachhauseweg noch britische Hotelerie, die mich an royale Ereignisse erinnerte und freute mich über Eindrücke vom Segelschiff in luftiger Höhe mit Ausrichtung nach Hawaii und reflektierenden Parkansichten vor untergehendem Sonnenlicht.

Einer Einladung folgend traf ich am nächsten Tag in den Abendstunden bei der doppelnamigen Dame ein, die für ein paar Wochen nur im hohen Norden anzutreffen ist und staunte nicht schlecht, als ich ihren Elefanten-Türstopper am Boden entdeckte. Sogleich zeigte sie mir noch ihre Marmor-Elefanten aus Carrara in Italien, das ich ebenfalls einst bereist hatte. Langsam entwickelte sich eine ganze Elefanten-Herde auf meinem Lebensweg, die scheinbar nicht enden wollte. Nachdem ich im Rahmen von Bridge to Hawaii und dem internationalen Umwelttag am Dienstag einen offenen Brief im Netz veröffentlicht hatte, in dem die Ohana, hawaiianisch für Familie, eine wesentliche Rolle spielte, begab ich mich am Mittwochabend zu einer Lesung der besonderen Art. Der Schriftsteller-Freund hatte mich dorthin gelockt und trotz, dass die junge Dame mit ihrem Debütroman nicht mein Interesse weckte, schmunzelte ich doch sehr über die zwei Elefanten auf einem Plakat, die mir bei umherschweifenden Blick ins Auge fielen. Ein anschließender, ausgiebiger Spaziergang mit dem Herrn durch den Hofgarten bis in die Nacht hinein, diente der Reflektion mit interessantem Gedankenaustausch und so gingen wir zufrieden wieder auseinander.

Erstaunliches trug sich dann am gestrigen Morgen zu. In einer Stadt am Rhein im südlich gelegeneren Teil des Landes beschloss ein Elefant den gastierenden Zirkus zu verlassen und alleine einen Spaziergang durch die Gegend zu unternehmen. Dabei wurde er von Passanten auf Zelluloid gebannt und gelangte so zu einer gewissen Berühmtheit im Netz, wo ich ihn entdeckte und herzlich lachte, als ich die Aufnahmen sah. Was das alles zu bedeuten hat? Ich weiß es nicht… es ist ein Wunder. Und die Glaskugel der Zukunft wird zeigen wohin es führt. Alles ist möglich und ich freue mich darauf, denn es könnte großes bedeuten. In diesem Sinne wünsche ich Dir eine wundervolle Zeit. Bis bald, mein Freund.

In Liebe und Aloha,

Alice

PS. Die letzten Worte gehören Albert Camus, der in seinen Tagebüchern von März 1935 bis Februar 1942 unter anderem schrieb:

„Wenn ich hier ein Buch der Moral schreiben würde,
hätte es hundert Seiten und 99 wären weiß. Auf der letzten Seite würde ich schreiben:
´Ich kenne nur eine Pflicht und es ist die Liebe.´“

 

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Kolumne: Abenteuer verraten vorher nichts.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

in den Vormittagsstunden des letzten Samstag ging mir das Herz noch weiter auf, als ich dem Bekenntnis zweier Menschen zu ihrer Liebe füreinander beiwohnte, das im öffentlichen Rahmen mit royalem, britischen Flair stattfand. Es ist immer schön an Momenten teilhaben zu können, in denen bei anderen Menschen das Feuer der Liebe brennt und so freute ich mich über die positive Ausstrahlung sowohl der Beteiligten als auch der vielen Gesichter rund um das Geschehen, die dieses Ereignis ebenfalls bezeugten. So war es mir auch möglich die Rede von Michael Curry zu hören, der voller Inbrunst ein Loblied auf die Liebe sprach, das nun millionenfach Gehör fand. „Wenn Liebe der Weg ist…“ waren seine mehrfach einleitenden Worte, die mir aus der Seele sprachen und mein Herz berührten, da ich mich doch schon längst für diesen Weg entschieden habe. Und so war es wohl wenig verwunderlich, dass auch in meiner direkten Umgebung etwas in der Luft lag, das zunächst meine Kinderaugen zum Strahlen brachte. Sofort erkannte ich das Brummen vom Himmel, das mich auf den Balkon hinaustreten ließ, wo ich dann zum ersten Mal in diesem Jahr meinen geliebten Wegweiser, das Luftschiff, dort oben entdeckte. Kurz darauf erreichte mich dann eine Nachricht der Kamikaze-Lady, die zu einem Treffen im Kiez anfragte, da sie gerade dort im Café „Wie im Himmel“ saß und wir uns bald nach längerer Zeit wieder voller Liebe in den Armen lagen. Auf ihrem Shirt konnte ich dann im leuchtenden Rot die Worte „Magic in the air“ lesen und so setzte sich das Puzzle des Tages aus Liebe und Magie zusammen und das Abenteuer des Lebens machte rückblickend einen Tag wieder einmal zu einem Traum voller Glück.

So steht es mit den Abenteuern, die vorher nicht verraten wohin der Weg führt und außerhalb jeglicher Kontrolle liegen, so dass man sich ihnen einfach nur hingeben kann. Ist der Weg allerdings mit Liebe gepflastert, dann begegnet man dort dem Vertrauen, der Achtsamkeit und der Hoffnung und sieht die Wunder, die das Leben in sich birgt. Für mich bedeutet dies dann oftmals einen spooky-Moment, der keinen wissenschaftlichen Beweis benötigt und einfach das Annehmen nahelegt. Der Dalai Lama äußerte zur Hoffnung einmal folgendes.

„Ein wichtiger Umstand für die Aufrechterhaltung der Hoffnung ist eine optimistische Einstellung. Optimismus bedeutet nicht, dass man die Augen vor der Realität verschließt. Es bedeutet, dass man motiviert bleibt eine Lösung für jedes Problem zu finden und jede Situation so betrachtet, dass man den Nutzen erkennt und auf sein mögliches, positives Ergebnis blickt.“

Doch nun erinnere ich mich für Dich noch einmal an die Erlebnisse der letzten Tage zurück, in denen in jedem Fall auch manche Erkenntnis und Hoffnung lag.

Besinnlichkeit und Ruhe waren die Begleiter vieler Tage in der letzten Woche und ließen Raum für Verarbeitung vorangegangener Ereignisse. Sie entfachten auch neue Energie, die unter anderem in Aktivitäten zu Bridge to Hawaii floss und so breitete ich meine Flügel aus und sendete Nachrichten an Menschen bei Radio und Zeitung. An dieser Stelle freue ich mich Dir erzählen zu können, dass zukünftig die Dame mit dem psychologischem Gespür in die Rolle der Bridge to Hawaii Presseagentin schlüpft. Voller Dankbarkeit und Vertrauen kann ich mich nun diesbezüglich zurücklehnen und mich überraschen lassen, was sie mir reicht, um neues daraus entstehen zu lassen.

Sonnenschein, azurblauer Himmel und warme Temperaturen verführten mich am Montag und Dienstag letzter Woche dazu Teile der Stadt zu erkunden und so meinen Blick über die Weiten der Flussebene in Hafennähe sowie über die duftenden Rosenbüsche im Garten des ehemaligen Palais Spee schweifen zu lassen. Brücken luden nicht nur im Hafen zum Träumen ein und Erzählungen einer betagten Dame, die auf der Parkbank neben mir ihrem Enkel aus einem Buch vorlas, ließen Worte voller Magie verlauten. Ein Fenster brachte mich in den Straßen rund um den Kiez zum Schmunzeln, hinter dem Stan & Olli auf mich zeigten – nun ja… zumindest waren es ihre Abbildungen in figürlicher Form. Und meine gebastelte Collage aller Bridge to Hawaii Crew Mitglieder zauberte mir ein Lächeln auf das Gesicht, da das Bild doch so wunderbar die Verbundenheit spiegelte. In der virtuellen Welt entdeckte ich noch einige Fotografien, die mich inspirierten, da auf manchen in großen Lettern ALOHA zu lesen war oder „Please leave nothing but your footsteps“ auf Brettern an einer Palme vor dem Blick auf den Ozean, wobei zahlreiche Fußabdrücke das Wort „footsteps“ ersetzten. „Malama Honua“ hatte jemand mit weißen Steinen an einer Felsenküste auf Hawaii gelegt und umringt von farbenprächtigen Blüten konnte ich noch die Worte „Spread love everywhere you go“ lesen, die jemand ins Netz stellte.

Begegnungen mit dem jungen Mann mit Aloha-Spirit beschworen dann Wunder „Nummer 1“ herauf, von dem ich hier allerdings noch nichts verraten möchte, und ein überraschendes Wiedersehen mit dem Herrn, der im alten Bauernhaus lebt. Dieser schenkte mir dann ein offenes Ohr für Bridge to Hawaii und ich ihm ein Kompliment eines anderen Herrn, der es mir kurz zuvor für ihn mitgab. Dies war einer der Momente, in dem mir klar wurde, dass kein Zweifel in mir liegt und ich mich freute, dass der Herr genau verstand, was mich einst bewegte die Menschen rund um die Hokule´a zu unterstützen. Ein wunderbarer Tag.

Letzten Freitag folgte ich dann am Abend einer virtuellen Einladung, auf die ich durch eine Dame aufmerksam wurde, die mit ihrem Gefährten hinter dem Theaterprojekt steht, das sich nun auf seiner neuen Bühne präsentieren wollte. Viele Menschen waren gekommen und bevor sich die Türen zum Einlass öffneten, beobachtete ich noch das bunte Treiben am Kanal, durch den die Düssel fließt. Schließlich wurden wir alle hereingebeten und fortan erfreute ich mich an den schauspielerischen Darbietungen junger Menschen auf den Brettern, die für manchen die Welt bedeuten oder auch mal an anderer Stelle in luftiger Höhe auf dem Vorbau des Eingangs. Überzeugend spielten die jungen Damen und Herren Szenerien des alltäglichen Lebens und wurden schließlich mit tosenden Applaus belohnt. Berührt und mit Dank verabschiedete ich mich von der einladenden Gastgeberin, die ich mit ihren Liebsten nun auch live und in Farbe erleben durfte und verließ diesen Ort voller Impulse.

In den vergangenen drei Tagen verweilte ich dann auch zwei Mal am Schwanenspiegel, der mir unter anderem noch eine unverhoffte Begegnung mit einer Dame bescherte, die ich vor wenigen Wochen auch vor dem Aloha Poke Laden traf. Mit ihr tauschte ich nun reflektierende Gedanken zu Bridge to Hawaii aus und lauschte ihren interessanten Ansichten zu Agenturleben und persönlichem. Bald verabschiedeten wir uns wieder herzlich voneinander und ich verblieb noch eine Weile auf der Bank mit Blick auf den kleinen See, einem Schwan und in Gedanken an das erste Bridge to Hawaii Crew Treffen, das nach sechs Wochen an diesem Tag stattgefunden hatte. Das Segelschiff in luftiger Höhe zeigte die Richtung West/Südwest an, also geradewegs nach Hawaii, zum Aloha, und vorbei an dem rot leuchtenden Schriftzug auf einer der Gebäude, der monitäre Aussichten bereithielt. Mit neuen Perspektiven beende ich für heute meine Zeilen an Dich und wünsche Dir eine Zeit voller Magie und Liebe und denke daran: Abenteuer verraten vorher nichts.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Einen Wort-Gedanken von Rose Ausländer möchte ich Dir an dieser Stelle noch mit auf den Weg geben, den mir eine zauberhafte Dame und Brieffreundin als Lesezeichen zukommen ließ.

„Vergesst nicht
Freunde
wir reisen gemeinsam.“

 

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Kolumne: Zeitreise & Bekenntnisse.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

vor drei Tagen traf ich nacheinander auf eine Dame mit Herrn und einen weiteren Herrn, der mir aus vergangenen Tagen wohl bekannt ist. Mit ersteren verband mich an diesem für mich sehr bedeutsamen Aloha Monday ein zauberhaftes Parkbank-Gespräch an der königlichen Allee, das nach und nach ihre gemeinsam erlebten Geschichten der Vergangenheit offenbarte, die mit einem Bekenntnis füreinander begannen. Vor weit über 60 Jahren versprachen sich die beiden eine gemeinsame Zukunft, die in Berlin begann und schmiedeten sogleich Pläne dafür. Sie untermauerten ihre Liebe zueinander mit Eckpfeilern, die sie gemeinsam bauen wollten. Rückblickend haben sie es geschafft ihr Lebenswerk weitestgehends zu vollenden: sie sind ihrem Bekenntnis treu geblieben, haben zwei Mal neues Leben geschenkt und die Herausforderungen des Lebens gemeinsam gemeistert. Zufriedenheit und Liebe entdeckte ich in beider Anlitz und den Genuss des Lebens, das Hier und Jetzt, das ihnen auch die Früchte ihres Lebens reichte. So freute ich mich über unseren erfüllenden Gedankenaustausch und mit vom Herzen gefassten Händeschütteln verabschiedeten wir uns schließlich voneinander. Mit dem ausgesprochenen Glück für jeden auf seinem Weg brachte mich mein Drahtesel dem ersten Kaffee des Tages ein Stück näher. Nichts ahnend lief dort dann der Brite und alte Seebär am Café vorbei, den ich seit drei Jahren nicht mehr getroffen hatte. Voller Freude verbrachten wir nun wieder gemeinsam etwas Zeit miteinander, erzählten von den Erlebnissen der jüngsten Vergangenheit und so erfuhr ich auch von seinem Bekenntnis vor 40 Jahren, das sich bald jährte. Im Kreise seiner beiden Töchter wird er den Jahrestag mit seiner Herzensdame gebührend zelebrieren und mit der Aussicht auf ein erneutes Zusammentreffen zum Kaffee verabschiedete ich mich schließlich auch von dem weißbärtigen Herrn, der einst die Weltmeere bereiste.

Ein Bekenntnis anderer Art und doch voller Vertrauen und Liebe gefasst, untermauerte ich dann an diesem denkwürdigen Montag, indem ich auf den „Freischalten“-Button für unsere Bridge to Hawaii Crowdfunding Kampagne in der virtuellen Welt drückte. Mein Bekenntnis gegenüber der gesamten Crew lautete, dass ich einen Weg finden werde unser Projekt zu realisieren und dies nun eine Möglichkeit dazu offenbart. Somit darf ich Dir an dieser Stelle tief bewegt und voller Freude mitteilen, dass wir online gegangen sind. Möglichst viele Menschen möchten wir über diesen Weg erreichen, mit ihnen unsere Visionen, unseren Traum teilen und schließlich gemeinsam die Mittel aufbringen, die notwendig sind, um dies alles zu erfüllen. Begleitet wurde dieser Tag dann für mich im wahrsten Sinne vom Aloha, das auch für Liebe steht, denn es spiegelte sich in den Begegnungen und begann mit dem Wind. So zeigte mein geliebter Wegweiser, das Segelschiff in luftiger Höhe, die Richtung Ost/Nordost an und wehte so den Aloha-Ruf direkt von Hawaii herüber. Prombt kreuzte dann noch unerwartet ein Bridge to Hawaii Crew Mitglied meinen Weg und der junge Mann mit den Rasta-Zöpfen leistete mir auf einer Bank an einem Brunnen eine Zeit lang Gesellschaft.

Bewegte Zeiten der letzten zwei Wochen liegen nun hinter mir, die manchmal fast unglaubliches zu Tage brachten und so meine Seele ab und an regelrecht übersprudeln ließen oder es immer noch tun. So flossen auch Tränen, doch nicht der Trauer, sondern der Freude und des zutiefst Berührtseins und als ob der Himmel in diesen Gesang mit einstimmen wollte, öffnete auch er am letzten Sonntag seine Tore und ließ das Wasser des Lebens auf die Erde prasseln, die gerade so wunderschön erblüht. Im Volksgarten, einer Oase der Stadt, wohnte ich dann diesem Naturschauspiel bei und lauschte eine Weile dem Regen, beschützt unter Blätterwerk. Ganze drei Tage zuvor nahm ich mir in dieser grünen Lunge eine Auszeit von den Beschäftigungen rund um Bridge to Hawaii und genoss in vollen Zügen den Frühling um mich herum. Manchmal ließen mich die visuellen Eindrücke fast sprachlos zurück, so wunderschön präsentierte sich die Natur in der Erkenntnis ein Teil ihrer und dankbar für den Moment zu sein. In der Mitte meiner Selbst setzte sich dann noch ein Herr zu mir auf die Parkbank im Schatten mit Blick auf den See und das gegenüberliegende Bootshaus. Es folgte ein schöner Gedankenaustausch und ein Moment der telefonischen Unterbrechung, der mir ein Lächeln auf das Gesicht zauberte, da ich Zeuge der liebevollen Worte an die Herzensdame wurde. Der Herr schenkte mir wiederum sein Ohr auf Zeit und entschwand schließlich in seinen wohlverdienten Feierabend.

Knapp eine Woche zuvor hatte mein Herz eine Dame berührt, zu der mich Amtsangelegenheiten geführt hatten. Mit regem Interesse folgte auch sie meinen Ausführungen über die neuesten Entwicklungen zu Bridge to Hawaii und voller Freude konnte ich ihr damals schon den fertig geschnittenen Pitch-Film zeigen, den die Crew gemeinsam auf die Beine gestellte hatte. Ihre Anerkennung drückte sich neben dem Strahlen in ihren Augen, dann auch in einer monetären Spende aus, die sie vorbehaltlos und mit Freude mir entgegenreichte. Diese landete dann zunächst in unser noch unbemaltes Hawaii-Schweinerl und letzten Montag dann als erster Finanzierungsbetrag auf der Crowdfunding Plattform, wo danach die wunderbaren Worte „Dank deines Beitrags ist Bridge to Hawaii seiner Verwirklichung einen Schritt näher.“ zu lesen waren. Bewegende Momente, die sich auch am nächsten Tag fortsetzten. Mit dem Ansinnen an diesem Samstag vor 11 Tagen die Seele baumeln zu lassen bestieg ich meinen Drahtesel und entschied mich auf dem Weg spontan einen Abstecher zum jungen Mann mit dem Aloha-Spirit zu unternehmen. Mit Freude erkannte ich dann schon vom Weiten den Weihnachtsmann, der auf der Terrasse des Cafés saß und alsbald lagen wir uns zur Begrüßung über dieses unverhoffte Glück in den Armen. Sonnenbeschienen genossen wir die Anwesenheit des anderen und als er kurz im Inneren verschwand, entdeckte ich noch in einem der gegenüberliegenden Fenster ein Schild, auf dem in großen Lettern „Peace & Love“ geschrieben stand: spooky.

Der betagte Herr mit dem weißen Haar verabschiedete sich und dem jungen Mann mit Aloha-Spirit legte ich den Pitch-Film in die Hände, den er noch nicht kannte. Nach meinem Besuch des stillen Örtchens trat mir dann das jüngste Crew Mitglied entgegen und bekundete bewegt mit einem Glitzern in den Augen: „Der ist super schön geworden.“. Ein paar Tage später ließ mich dann auch seine zauberhafte Schwester mit den polynesischen Wurzeln wissen, wie berührt sie vom filmischen Werk ist und es sogleich mit ihren Verwandten auf Hawaii in der virtuellen Welt teilte. Ihr Bruderherz berührte dann noch meines, als er mir erzählte, dass er die Frage nach dem „Warum?“ mit „Alice glaubt einfach daran.“ beantwortete und mir so aus der Seele sprach. Der Weg zurück in den Kiez führte dann auf die Terrasse des Covent Garden, auf der mich wenig später im Sonnenschein ein weiterer spooky-Moment erreichte. Eine Dame veröffentlichte in der virtuellen Welt ein Foto vom Waikiki Beach in Honolulu, auf dem ein „Lifeguard“-Turm zu sehen war. In großen, roten Lettern war er mit „2H“ beschriftet und erinnerte mich sofort mit einem imaginären „B“ davor an unser Bridge to Hawaii-Kürzel. Für mich ein Wegweiser, der mich zum Strahlen brachte und ich das Foto weiter teilte.

Auch der folgende Sonntag versprach schon zu Beginn bewegende Zeiten, denn die Schmetterlingsdame war aus ihrer neuen Heimat eingeflogen und brachte für den Nachmittag ausreichend Zeit für gemeinsame Stunden mit. Nach der Wiedersehensfreude schloss sich ihr noch der Arzt aus Nordafrika überraschend an, der seinen Ehrentag mit uns verbrachte und der junge Mann aus der WG, der ebenfalls den Weg zu uns fand. So vergingen angenehme Stunden mit hawaiianischem Geburtagsständchen und einem Spaziergang zum Fluss, bis die Dame wieder den Flieger in Richtung Süden erreichen musste.

Die nächsten Tage standen dann ganz im Zeichen von Bridge to Hawaii mit den notwendigen Vorbereitungen zur Crowdfunding Kampagne von Früh bis um Mitternacht und nur kurz unterbrochen vom Sommer-feeling und Wasserspielen in der Innenstadt, ein wenig Park-Liebe beim hindurchfahren und viel Geduld bei technischen Herausforderungen. Letzte Woche Freitag konnte ich dann überglücklich und umrahmt von wunderbaren Menschen an diesem Tag, der gesamten Crew die Neuigkeiten zur Fertigstellung mitteilen. Mit Blume im Haar und in Begleitung der doppelnamigen Dame, folgten wir dann am Samstag dem Flusslauf und dem Aloha-Ruf eines Herrn, der zur Eröffnung seines Poke-Imbiss auf einem Schiff am Fluss geladen hatte. Vor Ort waren die Vorbereitungen noch nicht gänzlich abgeschlossen und so blieb es für uns erst einmal bei der Bewunderung der Location, einem Aloha-Gruß für den Gastgeber mit Überreichung eines Lei und dem Blick auf kulinarisches, das an das hawaiianische Nationalgericht angelegt ist. Am Nachmittag erreichte mich dann die Nachricht eines ehemaligen Schulkameraden, der mich vor wenigen Jahren in der virtuellen Welt fand und Kontakt aufgenommen hatte. Nun ließ er mich wissen, dass er zum angekündigten Jahrgangstreffen am Zielort angekommen war und ich gerne vorbeikommen könnte. So folgte ich auch diesem Ruf auf die andere Flussseite, ohne zu ahnen was mich dort außer Charly erwartete, denn das Jahrgangstreffen verband ich zunächst nicht mit meiner Person.

Mit der Freude über den Weg entlang eines Kanals bei herrlichem Frühlingswetter, den ich das letzte Mal in meiner Schulzeit befahren hatte, erreichte ich schließlich das Lokal mit angrenzendem Biergarten, der sich vom weiten schon gut gefüllt zeigte. Ab diesem Moment ereignete sich fast unglaubliches und in den kommenden vier Stunden sprudelte nicht nur einmal das Wort „surreal“ aus meinem Mund heraus. Völlig unerwartet war ich beim Betreten des Biergartens in eine Zeitmaschine eingestiegen und über drei Jahrzehnte in die Vergangenheit zurückgereist. Genauso fühlte es sich in jedem Fall an, als ich nach und nach die Gesichter der Menschen um mich herum betrachtete und meine Synapsen unentwegt alte Verbindungen zu gemeinsamen Geschichten blitzartig wieder aufleben ließen. Gefühlt unzählige Sinneseindrücke hielten fortan meinen Dopamin-Spiegel im Blut über die Maßen aufrecht und so erfreute ich mich an dem Sichtbaren genauso wie an den Gesprächen, die sich im Laufe des Abends entwickelten. Denn kaum einer der zahlreichen Anwesenden blieb mir gänzlich unbekannt, verbanden uns doch gemeinsame Schuljahre und ebenso zahlreiche gemeinsame Erlebnisse. Zunächst entdeckte ich Charly, dem ich schließlich dieses wunderbare Geschenk der Begegnungen verdanke. Als wäre die Zeit dazwischen stehengeblieben, sah ich den jungen Kerl in ihm, der einst Zeit im Kunst-Leistungskurs mit mir teilte und sein Talent heutzutage wieder aufleben lässt. Unverkennbar auch an den Bemalungen seiner Haut zu sehen. Anregend gestaltete sich unsere Unterhaltung, der sich bald eine Dame anschloss, die ich zu den wenigen Unbekannten zählte. Ganz im Gegensatz zu Sandra, die ich am Nebentisch bereits zu Beginn wahrnahm, auch weil sie mich entdeckte und meinen Namen rief. Wunderbare Zeiten verbrachten wir damals zusammen und ich erinnere mich gerne an ihr Zuhause mit Irish Setter und Familie. Meinen 16ten Geburtstag feierten wir gemeinsam in einem damals angesagten Lokal und läuteten damit meine Ausgeh-Zeit ein. Nun fielen wir uns erstmals wieder herzlich in die Arme und wechselten über den Abend hinweg das ein oder andere Wort. Sie half mir dann namentlich bei einem Herrn aus, den ich wiedererkannte, allerdings noch nicht wirklich zuordnen konnte. Marcel zeichnete sich an diesem Abend vor allem durch seine schönen Komplimente aus, die er zum Ausdruck brachte. So vernahm ich, dass ich ihn wohl damals mit meiner Persönlichkeit nachhaltig beeindruckt hatte und Alessandro ließ er wissen, wie beeindruckt er von der Sprachgewandheit des Italieners gewesen war und dieser für ihn eine Bereicherung darstellte, was mich wiederum beeindruckte. Letztlich standen wir wohl gemeinsam auf den Bühnenbrettern, die für manchen die Welt bedeuten, als wir beide uns in der Theater AG erprobten. An Brigitte erinnerte ich mich sofort, hatte ich sie doch vor Jahren auf dem Bildschirm entdeckt und damals noch erfolglos versucht Kontakt über ihre Agentur aufzunehmen. Dass die Dinge sich dann doch finden, bewies sich an diesem Abend, der uns für den Augenblick zueinanderführte. Silkes Gesicht kam mir sofort wieder in den Sinn und ihre fröhliche Art entlockte mir auch im Waschraum noch ein Lächeln um die Mundwinkel. Genaueres konnte ich dann nicht ergründen. Der Hinweis auf einen Herrn an dem langen Holztisch, der in meine Richtung schaute und damals aus Ghana zu uns in die Schule gekommen war, entlockte mir sofort einen begeisterten Ausruf. Bald wechselten auch Oliver und ich Worte der Freude über das Wiedersehen miteinander und so ließ ich ihn auch wissen, dass ich nie vergessen würde wie er mir die englische Sprache ein bisschen näher brachte. „Which kind of wall…“ heißt es seitdem für mich richtig, dank seines Hinweis. Das Lachen war an diesem Abend nicht nur mein ständiger Begleiter und so danke ich auch von Herzen den Begegnungen mit Barbara in dem farbenfrohen Kleid, Roland, der wohl das organisatorische übernommen hatte, Melita, die wohl damals dunkle Haare trug, Sandra, die zweite im Bunde der Namensgleichen, Ingo, der Herr mit ergrautem Haar, dessen Wege meine vor einigen Jahren schon mal kreuzten, Altan, den ich sofort erkannte, Volker, der etwas offenes in seinen Augen durchscheinen ließ, Kirsten, die unter anderem vom „sich selbst finden“ sprach, und, und, und… alle, die ich sah strahlten von innen heraus und versprühten Herzlichkeit und Energie unter freiem Himmel. Fast berauscht von den Erlebnissen des Abends verließ ich schließlich nach einer Verabschiedungsrunde diese Gesellschaft und trat mit meinem Drahtesel den Heimweg an. Erschöpft und glücklich endete dann dieser Tag für mich voller Dankbarkeit.

Am Dienstagnachmittag traf ich dann wieder einmal auf meine betagte Brieffreundin, die ich seit Ostern nicht mehr gesehen hatte und im Anschluss daran besuchte ich nochmals den jungen Mann mit Aloha-Spirit, um unerwartet ein bisschen Glücksstaub für verlorengegangenes zu verteilen und von Bridge to Hawaii-Neuigkeiten zu berichten, bis auch dieser Ausflug irgendwann wieder zu Hause endete. Bewegende Zeiten liegen hinter mir. Was morgen wird, liegt noch in der Glaskugel der Zukunft verborgen und doch ist gewiss, dass sich vieles um Bridge to Hawaii drehen wird. Ein spannendes Abenteuer, wie ich es mir gewünscht habe und ein Traum, an dem nun schon mehr Menschen glauben. So darf es weitergehen, denn es sind doch die Träume, die jeden von uns motivieren voran zu gehen und an sich selbst zu glauben. Aufgeben ist schließlich keine Option. In diesem Sinne danke ich auch Dir für Deine Unterstützung und sage „bis bald“.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Vor ein paar Tagen wohnte ich einer Live-Schaltung des Dalai Lama in Dharamsala vor hunderten Menschen bei, dessen folgende Worte ich Dir an dieser Stelle noch nahe bringen möchte.

„The more you are motivated by LOVE
the more fearless and FREE your action will be.“

 

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Kolumne: Kurz und vergnüglich.“

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

hast Du Dir draußen schon einmal ausgiebig die Bäume betrachtet? Kurz bevor die ersten Blätterknospen den Frühling einläuten und das Geäst noch unbekleidet dem Himmel entgegen ragt? Mich erinnert es an das selbe filigrane Adergeäst, das unter unserer Haut verborgen liegt und das für mich die Naturverbundenheit auf optische Art und Weise ein Stück weit offenbart. In einem kleinen Stadtpark in der Nähe des Zentrums, auch Rosengarten genannt, erdete ich gestern so wieder meinen Verstand, tauchte ab in mein Innerstes und erreichte für eine Weile einen meditativen Zustand, der den Geist ruhen lässt. Die Sonnenstrahlen streichelten dabei meine Haut und das Gezwitscher von Papageien hoch oben in den Baumwipfeln unterhielt meine Gehörgänge ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was es wohl zu bedeuten hat. Später bemerkte ich bei näherer Betrachtung des Jasmins über mir, den Rosenbüschen vor mir und nach einer fußläufigen Annäherung an die weiter entfernten Bäume, dass alle ihr Blätterwerk bereits zum sprießen bringen. Frühlingsvorboten, die meinen Geist vollends erhellten und die Seele mit lauter Wohlgefühlen überschwemmte.

Nun blicke ich mit einem Tintenkleks vor mir auf dem Papier auf vier Tage zurück seitdem ich Dir das letzte Mal schrieb. Und im Hinblick auf die davorliegende Woche mit Einladungen, die sich wie eine Perlenschnur aneinanderreihten, freue ich mich auch auf geruhsamere Tage mit Raum für den richtigen Rhythmus. Im Potpourrie der Ereignisse war mir dieser nämlich etwas aus dem Takt geraten, doch mit Hilfe eines mitfühlenden und offenen Ohr der Schmetterlingsdame konnte ich unverarbeitetes Revue passieren lassen, Klarheit schaffen und zu meiner Struktur zurückfinden. Im Wesentlichen beschäftigte mich dann in den vergangenen Tagen Bridge to Hawaii. Neben einer kurzen Verabredung mit mir selbst und einer Latte Macchiato, in der ich feststellte, dass eine halbe Stunde manchmal wie im Flug vergehen kann, fand ich mich am Sonntagnachmittag im Kreise der Bridge to Hawaii-Crew wieder. Bereits zum vierten Mal trafen wir uns im Headquarter in diesem Jahr, um Neuigkeiten und nächste Schritte miteinander auszutauschen. Dieses Mal begrüßten allerdings auch drei Damen ein neues Gesicht in ihren Reihen, beziehungsweise erlebten zwei Damen das vierte Crew-Mitglied zum ersten Mal live und in Farbe. Harmonisch fand sich der junge Mann mit den Rasta-Zöpfen dann in die Runde ein. Für mich bedeutete der erhöhte Adrenalin-Spiegel aller Beteiligten erst einmal, dass das Bridge to Hawaii-Boot durch den Beitritt erwartungsgemäß erst einmal etwas schwankte, bevor es mit der notwendigen Zeit wieder ruhig im Wasser liegt. Doch mit dem Vertrauen, dass sich die Dinge immer finden werden, wenn die Zeit dafür reif ist, schaue ich auf vergnügliche Nachmittagsstunden zurück, die gefüllt waren mit Inspiration, Annäherung, Mitgefühl und Aloha. Darüberhinaus kam auch der Humor nicht zu kurz und zum Ende unseres Treffens fühlte ich mich zurückversetzt in losgelöste Teenager-Tage, in denen vier Protagonisten wie gackernde Hühner plus ein Hahn ganz aufgeregt neue Errungenschaften beklatschten. Als wir dann alle gemeinsam die Treppe hinunter stiegen, um das Haus zu verlassen, überkam mich einen Moment lang eine stille, innere Zufriedenheit über die neue Zusammenstellung der Bridge to Hawaii-Crew. Ein wunderbares Gefühl.

Am Montag vermischten sich dann Bestrebungen nach dem „il dolce far niente“ mit Gedanken rund um die zahlreichen Einfälle vom Vortag und ich erkannte, dass es von Nöten war einen roten Faden zu knüpfen. Desweiteren entsendete ich wieder einmal einen Aloha Monday-Gruß in die virtuelle Welt hinaus, dem ich dieses Mal mit großer Freude eine fotografische Momentaufnahme der Crew anfügen konnte. Voller Spaß und mit dem Know-how der Schmetterlingsdame hatten wir nämlich am Sonntag auch ein Shooting, mit Blumen im Haar für die Damen und einem Lei um den Hals für den Herrn sowie dem Aloha-Hand-Gruß, absolviert.

Am Dienstag spiegelte sich meine Glückszahl im Kalender wieder und ging mit bedeutenden Bridge to Hawaii-Angelegenheiten einher. Mit einer nicht zu verleugnenden, gewissen Adrenalin-Dopamin-Erhöhung in meinem Blutkreislauf darf ich nun auch Dir an dieser Stelle mitteilen, dass wir mit Dienstag in exakt einem Monat unser Bridge to Hawaii-crowdfunding Projekt starten werden. Mit einem Abbild des Bridge to Hawaii-Logos in Kombination mit dem Kickstarter-Logo, unserer erwählten crowdfunding-Plattform, veröffentlichte ich dann diesen entscheidenen Schritt in der virtuellen Welt. Später freute ich mich noch über ein unverhofftes Aloha um die nächste Ecke, genauer betrachtet entdeckte ich ein Schild mit diesem hawaiianischen Gruß, der soviel mehr bedeutet, im Fenster des Ladens, der bald das hawaiianische Nationalgericht auf die Teller bringen wird. Erinnerst Du dich an meine Erzählungen diesbezüglich in der ersten Februarwoche? Auf jeden Fall verabschiede ich mich heute mit dem Wissen unter dem Stern des Aloha zu stehen und wünsche Dir bis zum nächsten Mal eine wundervolle Zeit.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Aus aktuellem Anlass möchte ich noch Stephen Hawking zitieren, der gestern diese Welt wieder verließ.

„Remember to look up at the stars and not down at your feet. Try to make sense of what you see and wonder about what makes the universe exist. Be curious. And however difficult life may seem, there is always something you can do and succeed at. It matters that you don´t just give up.“

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Kolumne: Wendepunkte voller Glück.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Aloha.“

„Lieber Freund,

zur Zeit überschlagen sich die Ereignisse und als ob die Glaskugel-Weisheit meines letzten Postskriptums mit einem Beweis ihre Prophezeiung untermauern möchte, zeigten sich in den letzten Tagen lauter Wendepunkte voller Glück. Erfreulicherweise beschränkten sich diese nicht nur auf meine Wenigkeit, sondern zogen auch ihre Kreise in meinem direkten Umfeld, so dass ich daran voller Dankbarkeit teilhaben durfte. In einem Moment dieser Tage erschien sogar vor meinem geistigen Auge ein Film ohne Bilder, allerdings voller Gefühle, die untrüglich das Vertrauen heraufbeschworen, das großartiges für die kommende Zeit erahnen lässt. Die Zukunft liegt nun vor uns und möchte erst einmal erlebt werden, damit ich Dir davon erzählen kann. Somit konzentriere ich mich an dieser Stellen nun auf die bereits erlebte Vergangenheit der letzten Woche, die mich bewegte, beinahe unfassbare Glücksgefühle heraufbeschwor und sich bedingungslos mit der Liebe, dem Aloha, verband. Daran werde ich Dich nun teilhaben lassen und wünsche Dir von Herzen viel Freude dabei.

In den letzten Tagen durchschritt ich viele Kilometer auf den Wegen der Stadt und so landete ich, nach einem hawaiianischen Geburtstagsgruß an eine Dame in Sarajevo, wieder einmal im Bankhaus an der königlichen Allee. Geldgeschäfte wurden erledigt und eine mögliche Unterstützung für Bridge to Hawaii angefragt, bevor ich dann geradwegs mit der Aussicht auf eine Latte Macchiato zum Bazzar flanierte. An einer Seite reihten sich kleine, runde Bistro-Tische Stoß an Stoß und so nahm ich an einem Platz, direkt neben einer Dame mit ihrem Sprößling, die sich gerade angeregt unterhielten. Ich hörte hochpreisige Autonamen im Schlagabtausch, wie bei einem Karten-Quartett aus alten Kindertagen, bis die Mama sich entschied aufbrechen zu wollen. „Zahlen, bitte.“ lauteten ihre Worte zur Bedienung, während sie ihr Portemonnaie in der Handtasche suchte. Bald stellte sie fest, dass es nicht aufzufinden war, äußerte ihre Feststellung und versuchte die Ruhe zu bewahren. Doch der Schreck machte sich breit. Die Bedienung schaute hilfesuchend die Dame an, der Sohn stand etwas bleich dabei und die Mama erinnerte sich laut an ihren letzten Aufenthaltsort, an dem sie das Portemonnaie vermutete. Sogleich eilte die Bedienung hinweg, um hilfreiches zu recherchieren, während die Dame bereits mobil eine Nummer fand, die sie sogleich in ihr Telefon tippte. Ein kurzer Anruf offenbarte dann das Vermutete und so machte sich allseits Erleichterung breit. Nun bot sich ein kurzer Austausch mit der Dame an, da ich mit einem Lächeln ein „Alles ist gut gegangen.“ bemerkte und sie so erwähnte, wie glücklich sie sich gerade fühlte, da das gute Stück ihr auch schon einmal in diesem Café entwendet wurde. Das erklärte mir wiederum, weshalb sie schnell ihre Tasche zu sich auf den Boden stellte, als ich neben ihr Platz nahm. Wundersame Welt.

Das Angebot ihres Sohnes, das Portemonnaie am nahegelegenen Ort abzuholen, schlug sie aus, da sie befand ihn noch nicht alleine diesen Weg gehen lassen zu wollen und somit überlegte sie einen kurzen Moment, bevor sie sich entschied alleine zu gehen und ihn vor Ort zu lassen. Nun ergab sich die wunderbare Gelegenheit mit dem jungen Mann ins Gespräch zu kommen, denn er hatte mich mit seinem wachen Geist neugierig gemacht. Es folgte eine interessante Unterhaltung mit dem 10 Lenze zählenden jungen Herrn über hochkarätige, elektrobetriebene Fahrzeuge aus den USA, Umwelt-Aktionen in der Schule, erfreuliche Aussichten auf die bevorstehende Zeugnisausgabe, Lieblingssportarten von ihm und mir mit Gemeinsamkeits-Faktor und Erzählungen meinerseits zur Greenschool Bali, die auf wache Ohren trafen. Die Zeit verging wie im Flug und kaum nahmen wir die Wiederkehr der Mama wahr, so angeregt verlief unser Gedankenaustausch. Derweil zahlte die Dame die offene Rechnung und forderte den jungen Mann zum Gehen auf. Noch blieb etwas Zeit für eine Frage von ihm an mich und so beantwortete ich mein Interesse an Kontakten nach Bali und Umweltthemen weltweit mit einer kurzen Ausführung zu Bridge to Hawaii. Als Erinnerung schenkte ich ihm dann einen unserer Logo-Aufkleber und als seine Mama sich für mein „Kümmern“ bedankte, antwortete ich, dass ein Kümmern nicht notwendig gewesen sei und wir uns einfach sehr gut unterhalten haben. Mit leuchtenden Augen schaute er mich an und wir verstanden uns auf Augenhöhe. Auf Wiedersehen.

Am Abend begab ich mich nach diesem wunderbaren Nachmittag dann noch zu einer Filmvorführung der besonderen Art. Der Dokumentarfilm „Free Lunch Society“ feierte deutschlandweit seine Kino-Premiere und interessierte Menschen trafen an teilweise ungewöhnlichen Orten zusammen, um ihn anzuschauen und sich danach auszutauschen. Umfassendes zum „bedingungslosen Grundeinkommen“ mit viel Geschichte fand so in die Köpfe aller, die danach erst einmal rauchten vor lauter Eingabe. Die anschließende Gesprächsrunde raubte dann doch eher die restlich vorhandene Energie, so dass sie sich recht schnell nach und nach auflöste und auch ich geneigt war, den Ort wieder zu verlassen. Mit einem letzten Funken Neugierde nutzte ich jedoch im Gehen noch die Gelegenheit mich an einen jungen Mann mit Rasta-Zöpfen zu wenden, der sich zu Beginn als Filmemacher vorgestellt hatte. Es entwickelte sich nun ein Gedankenaustausch, der die inneren Batterien wieder auflud, da wir uns gegenseitig zuhörten und inspirierten. So trat ich beschwingt und bereichert meinen Heimweg im Dunkel der Nacht an. Im Gepäck: Liebe, neue Perspektiven zu Bridge to Hawaii und eine Verabredung mit mehr Raum für Austausch und Vertiefung des Gesagten. Ein überraschender Verlauf eines Abends, der mich sehr viel lehrte.

Am Freitag traf ich, nach einem opulenten Einkauf auf dem Bauernmarkt, im Piratencafé auf die Schmetterlingsdame und den Arzt aus Nordafrika. Nach einer Weile kam wieder einmal die Seele zur Sprache und da ich nach einigen weiteren Minuten erkannte, dass der wissenschaftliche Beweis dem Glauben nachwievor entgegenstand, zog ich den Abstand auf Zeit erst einmal vor. So schloss ich mich der Schmetterlingsdame an und verließ wieder diesen Ort, um ein zweites Mal den Markt aufzusuchen. Am Stand erweiterte sich der Kreis mit der Dame mit psychologischem Gespür um einen Herrn aus dem Kiez, der virutell von dort berichtet und nun aufmerksam meinen Ausführungen zu Bridge to Hawaii folgte. Mit einem Aloha verabschiedeten sich schließlich alle wieder voneinander und ich trat den Heimweg an.

Spooky-Momente bescherte mir dann schon der Samstagmorgen. Kaum lag der Austausch über die Ansichten zur Seele einige Stunden hinter mir, veröffentlichte die Mana Maoli Organisation auf Hawaii das folgende Zitat in der virtuellen Welt. „The soul that is within me no man can degrade.“ von Frederick Douglas, ein Mann, der den Weg aus der Sklaverei im 19. Jahrhundert hinter sich brachte, sich fortan federführend für deren Abschaffung einsetzte und zum Schriftsteller avancierte. Ich folgte an diesem Morgen dann weiter den Spuren einer Dokumentation mit dem Titel „Ayurveda – mein indischer Doktor.“ in sechs Teilen im Netz, die ich vor wenigen Jahren schon einmal in Gänze auf dem Fernsehbildschirm gesehen hatte. Eine französische Dame, ihr Pariser Arzt, eine gemeinsame Reise nach Indien, Begegnungen vor Ort mit interessanten Menschen und die Ganzheitlichkeit des Ayurveda faszinierten mich abermals und somit empfehle ich Dir die Dokumentation auf´s wärmste. Die Balance im Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist spielte dort ebenfalls eine gewichtige Rolle, genauso wie in den langen Gesprächen mit der Schmetterlingsdame dieser Tage. Mir blieb besonders der Satz des ayurvedischen Arztes in Erinnerung, der da sagte: „Wir alle müssen zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten.“, während mich die Ausführung des Professors aus Paris „Sie müssen beweisen, dass ihre Behandlung hilfreich ist.“ zum Lachen brachte. Schaue es Dir einfach an.

Mein Weg führte mich schließlich noch in die Stadt, um eine Besorgung für meine betagte Brieffreundin zu erledigen. Dem jungen Mann mit dem Aloha-Spirit lief ich dabei überraschend nicht über den Weg und so kehrte ich zu guter Letzt noch auf einen Espresso mit einem „Hola, que tal?“ kurz ins Covent Garden ein. Im Übersprung des Sonntags, der „nur“ eine surreale Situation und köstlich schmeckendes Ofengemüse hinterließ, startete der Montag mit fantastischen Wetteraussichten und rückblickend mit einer wahren Welle des Glücks in alle Richtungen.

Zunächst traf ich auf die Schmetterlingsdame im Café in Hafennähe, vor dem ich einen alten, pinkfarbenen Wagen vor blauem Himmelsdach noch schnell im Bild festhielt. Die Dame putzte bereits ihre Flügel für eine Reise in bayrische Gefilde für eigene Belange und in Mission von Bridge to Hawaii. In der dortigen Landeshauptstadt wird sie einen Aloha Poke-Laden aufsuchen, der das hawaiianische Nationalgericht anbietet, und um mit Menschen dort in Kontakt zu treten, um auf uns aufmerksam zu machen. Dies wiederum veranlasste mich ihr von den folgenden Verwicklungen zu erzählen. So wurde ich vor wenigen Monaten durch diesen Laden auf einen ehemaligen Kollegen virtuell aufmerksam, der dort ein „gefällt mir“ hinterlassen hatte. Ich fragte meine Freundschaft an und just bestätigte der Herr diese in der letzten Woche. Dieser Umstand offenbarte dann auch, dass er in einer Partnerschaft mit Aloha Poke in München einen eigenen Laden hier im Kiez eröffnen wird. Die Verbindung mit mir und folglich auch mit Bridge to Hawaii war geboren beziehungsweise wieder hergestellt und so verabredeten wir ein Treffen in nächster Zeit mit noch offenem Datum.

Die Schmetterlingsdame verabschiedete sich schließlich nach diesen Ausführungen mit ihrem Auftrag im Gepäck und ich ließ einen Moment lang die Seele baumeln, bevor es mich zurück in den Kiez zog. Mit wunderschönen, sonnigen Stadtansichten, von denen ich manche im Bild festhielt, begab ich mich nach einem kurzen Abstecher zu mir nach Hause in Richtung eines Händlers, als ich auf der Straße einen Herrn bemerkte. Noch etwas unsicher ob er es dann ist, rief ich seinen Namen und als er sich herumdrehte, zeigte sich glasklar, dass ich gerade dem zukünftigen Aloha Poke-Inhaber begegnete, von dem ich am Morgen erzählte. Wir freuten uns sehr über diese überraschende Zusammenkunft nach vielen Jahren und nahmen uns etwas Zeit für einen kurzen Austausch. Glücklich, mit der Aussicht zum nächsten Treffen und dem Wissen um einen Aloha Poke-Laden in der Nähe des Bridge to Hawaii-Headquarters, trennte ich mich wieder von dem viel beschäftigen Herrn. Mit viel Aloha, Sonnenschein und blauem Himmel folgte ich weiter den Wegen der Stadt, die mich auch vorbei an Wegweisern in luftiger Höhe führten. Dort oben freute ich mich wiederholt über das Segelschiff, das dieses Mal die Richtung West-Süd-West anzeigte und somit genau nach Hawaii wies. Schließlich traf ich im Café der Buchhandlung an der königlichen Allee ein, um der Einladung des Besitzers zu folgen. Der ausgesprochen freundliche, junge Mann fand wenig später etwas Zeit, um eine geplante Lesung zu besprechen und so darf ich Dir voller Stolz erzählen, dass ich in den frühen Abendstunden am Valentinstag dort drei Deiner Liebesbriefe vorlesen werde. Vor exakt drei Jahren sprach ich diesen Wunsch gegenüber einer Dame aus, die damals dem Hause vorstand, und der nun in Erfüllung geht. Ich freue mich sehr darüber.

Und als ob das Glück beschlossen hätte weiter und weiter seine Existenz unter Beweis stellen zu wollen, klopfte noch der Arzt an meine Schulter, der etwas erschöpft von einer wichtigen Prüfung den Weg ebenfalls dorthin gefunden hatte. Während ich ihn auf den wundervollen blauen Himmel hinwies und die Dankbarkeit für das Schöne im Leben zum Ausdruck brachte, ahnten wir beide noch nicht, dass keine 24 Stunden später das Glück auch an seine Türe klopfte. Er hat die Prüfung bestanden und somit endet ein langer Weg und öffnet Türen für glänzende Aussichten. Die gemeinsame Freude darüber macht das Postskriptum des letzten Briefes so unvergleichbar bedeutsam und das Teilen schafft Verbundenheit. Neben der neuen Bekanntschaft mit einem Herrn aus Ecuador, den ich für Bridge to Hawaii begeistern konnte, zog das Glück dann auch am Dienstag bei meiner betagten Brieffreundin ein. Pure Freude überkam sie, als ich Glücksbotin spielte und ihr ein verspätestes Geburtstagsgeschenk überreichte. Ihr Strahlen: unbezahlbar. Und in der unendlichen Kette des Glücks reihte sich später dann auch noch der junge Mann mit Aloha-Spirit ein, den ich neben einer Dame mit langem, grauen Haar und ihrem belesenen Begleiter, im Café an der Friedrichstraße traf. Ihn sprach am sonnenbeschienen Montag eine Dame im künstlerischen Akademie-Ambiente an und stellte so die Weichen für seine Model-Traumerfüllung, für die ich ihm weiterhin alles Glück der Welt wünsche. Was für ein fulminanter Wochenbeginn, der uns alle zum Strahlen brachte und sogar noch spooky-Momente für die Schmetterlingsdame in München bereit hielt. Nun werden wir die Ereignisse erst einmal in den Tiefen der Seele verankern und manches davon feiern, denn der Spaß und die Freude im Ausdruck dürfen nicht zu kurz kommen. Bis bald mein Freund.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Auf der Kinokarte zu „Free Luch Society“ war noch folgendes geschrieben, das ich Dir nicht vorenthalten möchte und auf Bridge to Hawaii und die Liebe adaptiere.

Die Idee zum Projekt und diesem Wohlgefühl ist wie der archimedische Punkt.

„Hat man diesen erst einmal gefunden, gibt man ihn nicht mehr auf. Denn er inspiriert, er hilft Bekanntes neu zu sehen, macht Utopisches real und macht den Menschen im Menschen wieder sichtbar.“

 

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Kolumne: Einfach sein.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

was genau ist eigentlich das faszinierende Element zu Beginn eines neuen Jahres? Während ich über die vergangene Woche nachdachte, kam mir auch des Öfteren diese Frage in den Sinn. Wie Du ja weißt gestaltete sich mein persönlicher Jahreswechsel recht ruhig und so verbinde ich kein spektakuläres Ereignis mit diesen Tagen. Ganz im Gegenteil fühlten sie sich für mich dieses Mal wie ein ganz normaler Sonntag und Montag an. Seither vernahm ich dann allerdings wie in jedem Jahr immer wieder ein „frohes Neues“ von den Menschen um mich herum, die auf andere trafen, während ich selbst eher ein „Hau´oli makahiki hou“ von mir gab. Darüberhinaus hegte ich in den letzten Tagen auch immer wieder den Wunsch die Welt zu Fuß zu begehen und mich so mit viel Muße und Gelassenheit draußen zu bewegen. „Einfach sein“ hieß mein Bedürfnis in vielen Momenten des Tages und so bemerkte ich, dass mein faszinierendes Element zu Beginn dieser neuen Zeitrechnung die Ruhe ist. Sie ruft in mir das Bewusstsein wach, was ich mit wahrhaft glücklichen Augenblicken verbinde und weckt die innere Zufriedenheit. Und so freute ich mich auf das Wiedersehen mit den Menschen, die ich zuletzt im vergangenen Jahr sah und stellte mich auch einem Gespräch, um Ungleichgewicht in Gleichgewicht zu verwandeln.

Die Balance zu wahren ist mitunter kein leichtes Unterfangen. Ist das menschliche Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist doch ein in sich filigranes und vielschichtiges Konstrukt. Verändern sich dann noch die äußeren Umstände ohne direkt mit dem Verstehen einher zu gehen, offenbaren sich schon einmal die Schattengefühle der Seele als Spiegel der Vergangenheit, der sauber gemacht werden möchte, um wieder klar zu sehen. Nun herrscht in meinem Leben wieder die Klarsicht und der Genuss des Moments und somit nehme ich Dich nun mit in die Erinnerungen an die Ereignisse und Begegnungen der letzten Woche, die allesamt vom Aloha begleitet waren. Bewusst oder unbewusst, ganz gleich wie es sich verhielt.

In Entbehrung des wöchentlichen Bauernmarktes, der in eine knapp dreiwöchige Winterpause gegangen war, traf ich in diesem Jahr zum allerersten Mal Freitag vor einer Woche auf die doppelnamige Dame, die ich eine Weile nicht gesehen hatte. Mit dem englischen Flair des Covent Garden um uns herum, erzählten wir uns fortan von den Erlebnissen der letzten drei Wochen, während neben mir ein Herr sich mit wissenschaftlichen Gedanken schwer beschäftigte. Liebe lag in der Luft und mit dem Rat nur die nächsten 24 Stunden im Blick zu halten, trennten sich die Dame und ich wieder voneinander. Mein Weg führte in der Dunkelheit der späten Nachmittagsstunden zu einem türkischen Gemüsehändler, der mir als Markt-Alternative diente und ich dort unversehens auf die Anästhesistin aus dem fernen Afrika traf, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ihr hinterließ ich nach einem kurzen Plausch freudestrahlend noch einen hawaiianischen Neujahrsgruß und begab mich schließlich nach Hause, um für mein leibliches Wohl zu sorgen. Der Abend überraschte mich schließlich mit einem filmischen Werk, das mir bereits im November in den Sinn gekommen war. Dir schrieb ich in „Trotzdem lieben“ von dem zauberhaften Film, der mir nun aus den Tiefen meines Herzens Lachsalven entlockte und die Freude regelrecht übersprudelte. Vielleicht drang mein Lachen sogar durch die Mauern zu den Nachbarn, so überschwänglich gab ich es in vielen Momenten von mir, um dem Glück Ausdruck zu verleihen. Ganz besonders, als die Szene mit dem Energieaustausch tatsächlich vor meine Augen trat, die ich Dir in dem Brief beschrieben hatte. Herrlich, wunderbar und spooky zugleich.

An dieser Stelle unterbrach ich letzten Donnerstag meine weiteren Zeilen an Dich, die ich erst am Freitag wieder aufnahm und um ein Ereignis ergänzte, von dem ich erst in den Vormittagsstunden erfuhr. Das folgende schreibe ich nun, um einem Mann die letzte Ehre zu erweisen, an den ich am Donnerstag dachte, als ich nach sehr langer Zeit im diesem Café auf der anderen Flussseite genau auf dem Platz saß, von dem aus ich den Herrn zum ersten Mal kennenlernte. Heute exakt vor 13 Jahren und fünf Tagen hielt ich an diesem Platz auch zum allerersten Mal meine Beobachtungen um mich herum in einem Buch als Geschichte fest. Am Freitag erfuhr ich dann über die virtuelle Welt, dass der Herr mit dem weißen Haar genau eine Woche zuvor im gesegneten Alter von 90 Lebensjahren diese Welt wieder verlassen hatte. Zoltán von Raggamby-Fluck war mir über viele Jahre ein alter, weiser Freund, der mich lehrte, dass die Seele immer jung bleibt; der mit seiner ungarischen Seele so wunderbar humorvolle Gedichte vortrug; der mir gerne als Meister der alten Schule eine Rose zu unseren Verabredungen mitbrachte; der mir Einblick in sein facettenreiches Leben gewährte, das er sogar eine Zeit lang als Opernsänger durchschritt; der voller Stolz von seinen Söhnen und zahlreichen Enkeltöchtern erzählte, von denen eine sogar an meinem Ehrentag geboren wurde; der mir sein offenes Ohr schenkte; der mich zu sich nach Hause einlud, wo ich mich am Klavier erfreute, das Portrait seiner großen Liebe bewunderte und herzlich über das „il culo del mondo“ im Gäste-WC schmunzelte. Ich werde den großen, mächtigen Herrn mit den buschigen Augenbrauen, Gehstock und imposanten Namen in wunderbarer Erinnerung behalten. In meiner Fantasie betrachtet er nun von dort oben die Welt, trägt dort seine Gedichte vor und schmunzelt sicher über meine Zeilen hier. Unsere Kennenlerngeschichte fand ich am Freitag wieder, die ich Dir nicht vorenthalten möchte.

„Das Café“, Sonntag, der 09. Januar 2005, Nachmittags.

„Interessante Menschen tummeln sich an diesem Ort. Alte, junge, Frauen, Männer, Kinder. Gemeinsam, allein. Manche vielleicht einsam. Alle an einem Ort. „Heute hat die DEG gewonnen. 3:0 gegen Köln.“ Anhänger versammeln sich. Trinken, feiern, reden, freuen sich. Der Lehrer findet keine Ruhe. Die Hefte müssen korrigiert werden, bis morgen. Pläne ändern sich, Gespräche werden wichtiger. Der alte Herr mit dem weißen Haar zwinkert mir zu. Nett. Neugierde wächst am Tisch der Herren. „Was tun Sie da? Kreative Phase?“ In Kontakt treten, kennenlernen, reden, Neugierde befriedigen. Und immer mehr Menschen an diesem Ort. Zu wenig Platz. Manche ganz entspannt. Zurückgelehnt. Beobachtend. In sich ruhend. Gemeinsam, einsam. Geschirr zerspringt. Damen verlassen den Ort. Andere kommen neu hinzu. Neugierde liegt wieder in der Luft. „Was tun Sie da?“ Fragen, aber keine Antworten – noch nicht. Tut der Lehrer doch noch, was er vorhatte? Schichtwechsel. Zahlen bitte.

Der Lehrer sieht sie an. Ungläubig. Er versteht sie nicht. Sie erklärt es ihm. Er versteht sie nicht. „Verfolgst Du mich? Ist das normal? Ein Jahr ist es nun her, seit es zu Ende ist. Lass´das sein. Verfolge mich nicht. Reise mir nicht hinterher. Lass´mich in Ruhe. Es ist vorbei.“ Ja, es ist vorbei. Sie sieht ihn an und verspricht es ihm. Friede. Sie geht. Am Tisch der alten Herren wird geredet und gelacht. Die zwei Damen amüsieren sich. Sie trinken. Wein. Ein Flirt liegt in der Luft. Alter schützt vor Torheit nicht. Und immer weniger Menschen an diesem Ort. Es wird Zeit zu gehen. Zahlen bitte.“

Die Schmetterlingsdame erinnerte mich in diesem Zusammenhang noch an ein Filmzitat aus der Verfilmung „Liebe braucht keine Ferien.“, in der ein betagter Herr und Hollywood-Autor zu der Begegnung mit einer jungen Dame folgenes verlauten lässt: „Das war ein süßer Spontantreff… Auf diese Weise lernen sich zwei Figuren in einem Film kennen: Sagen wir, ein Mann und eine Frau brauchen etwas, das sie zum Schlafen anziehen. Und sie gehen beide in die Herrenabteilung für Pyjamas. Und der Mann sagt zum Verkäufer: „Ich brauche bloß die Hose.“ Und die Frau sagt: „Ich brauche bloß das Oberteil.“ Sie sehen sich an und das ist dann das süße Spontantreffen.“ Das hätte Zoltán gefallen.

Am Samstag vor einer Woche traf ich dann zum ersten Mal in diesem Jahr auf den jungen Mann aus Nordafrika, seines Zeichens Michael Jackson und Doppelagent an meinem Ehrentag. Am Vormittag fand ich endlich die Zeit um seine fotografischen und filmischen Aufnahmen von der Überraschungsparty anzuschauen, die mich zum Schmunzeln brachten und wunderbare Erinnerungen wachriefen. Nun unterhielten wir uns nochmals darüber, lachten herzhaft über die Qualität seiner fotografischen Fähigkeiten und über das „Wer bin ich?“-Spiel in der Partynacht, das auch offenbarte, dass ich mit Caesar geschlafen habe und dieser ganz verwirrt schaute, da er/sie sich nicht daran erinnerte. Verantwortungsgefühle in der Silvesternacht, der Film „Cocoon“ und der Erwerb eines Klaviers kamen ebenfalls zur Sprache bis unsere Wege sich wieder trennten.

Der Hafen lockte mich dann am Sonntag mit der Aussicht auf einen äußerst gestiegenen Wasserpegel  sowie mit dem Vorhaben den letzten Herz-Ballon mit einer Aloha-Botschaft in die Luft steigen zu lassen. Vor Ort bestaunte ich zunächst die hoch oben liegenden Yachten in der Marina, die ich nun auf Augenhöhe vor der Gebäudekulisse betrachten konnte und manches im Bild festhielt. Dann begab ich mich auf die naheglegene Fußgängerbrücke, um dort den Ballon fliegen zu lassen. Eisiger Wind trat mir stürmisch entgegen und forderte mich dabei heraus den Flug filmisch zu dokumentieren. Das Ergebnis präsentierte sich dann in einer extrem knappen 1-Sekunden-Sequenz mit knallroter Großaufnahme des flatternden Ballons vor Abflug und einem 13-Sekunden-Film mit klitzekleinem Ballon Richtung Horizont vor der Hafenkulisse, dem ich noch den letzten Schliff verlieh und einen Bridge to Hawaii-Schriftzug hinzufügte, der sich nun herrlich aus- und einblendet. Voller Vergnügen schickte ich das Werk später in die virtuelle Welt hinaus, in der ich auch mit neuen Menschen in Kontakt trat, um Bridge to Hawaii mehr Leben einzuhauchen.

Am Montag schloss sich dann eine regelrechte Bridge to Hawaii-Tour an. So schwang ich mich am späten Vormittag auf meinen Drahtesel, um Pablo Picasso zu treffen, nun ja… den Herrn, der dieses Alter Ego in der Partynacht inne hatte und nun bei dem virtuellen Auftritt des Projekts behilflich sein wollte. Mit neuen Möglichkeiten und einem knallroten Filz-Herz mit einer nachträglichen Geburtstagsaufmerksamkeit verabschiedete sich der Herr und ich wechselte den Platz. Dies führte zu einem netten Gedankenaustausch mit der eleganten, 20er-Jahre behüteten und betagten Dame neben mir. So unterhielten wir uns über die Goldschmiedekunst im beiderseitigen Familienkreis, über architektonische Jugenderinnerungen meinerseits in ihrer Heimatstadt und über Bridge to Hawaii. Zum Abschied überreichte ich ihr als Erinnerungsstütze noch einen Logo-Aufkleber und verweilte noch einen Moment. Am Abend ergab sich dann noch ein aufschlussreiches Gespräch mit einem jungen Mann per Fernsprechapparat und so darf ich an dieser Stelle mit Stolz verkünden, dass wir nun Besitzer einer eigenen bridge2hawaii.com-Internetadresse sind, die bald mit Inhalten gefüllt wird.

In den folgenden drei Tagen bekam das „il dolce far niente“ dann genügend Raum, balancierte meinen Bewegungsdrang bis an andere Ufer aus, belohnte mich mit herrrlichen Aussichten auf den Brücken der Stadt und unterstützte die reinigende Wirkung eines Gedankenaustauschs mit der beflügelten Dame. So schenkte mir auch eine marrokanisch verwurzelte Dame neugierig und begeistert ihr Ohr für die Belange rund um Bridge to Hawaii und Gewohnheiten mit Schmetterlingsdame fanden wieder Einzug in alltägliches. Verbundenheit braucht Erinnerung und Erinnerung braucht Erlebnis. Mit diesen Worten beschließe ich für heute meine Zeilen an Dich, ohne zu versäumen Dir noch von den Prophezeiungen für dieses Jahr zu erzählen, die das Dienen in den Vordergrund stellen, vom Reisen in andere Länder berichten und vorhersagen, dass die Dinge sich einfach von selbst fügen und zu einem Lächeln bis über beide Ohren führen. Wundervoll.

Aloha,

Alice

PS. Last but not least hinterlasse ich Dir noch das folgende Zitat von Nelson Mandela.

„We must always remain modest about our achievements.“

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