Kolumne: Newborn.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

gerne möchte ich diesen Brief mit einem „Willkommen“ beginnen und dieses insbesondere an Emilia und Paul Rudolf richten, die beide unabhängig voneinander seit weniger als zwei Wochen auf dieser Erde weilen. Am Aloha Monday vor 13 Tagen half die Tortenkönigin aus Sydney ihrem Sohn auf diese Welt und letzten Mittwoch lernte ich im Covent Garden die Tochter der Eltern zweier Nationen kennen, wo mir ihre Mama verriet, dass sie am Freitag vor einer Woche das Licht der Welt zum ersten Mal erblickte. Dort und an anderer Stelle traf ich dann in den vergangenen Tagen noch mehrfach auf Ella, in Begleitung ihres Papa und ihrer Mama, die ich bereits vor zehn Monaten kennenlernte und ihre Mama mich nun wissen ließ, dass sie wohl bald die Welt auf ihren eigenen Füßen erkunden wird. Zu ihrem Willkommen auf dieser Erde wünschte ich Ella damals Liebe, Glück & Frieden auf ihrem Lebensweg und erweitere dies nun um den Empfängerkreis der Neuankömmlinge Emilia und Paul Rudolf und füge noch ein herzliches Aloha an, das sie fortan begleiten soll. Das Wunder des Lebens steckt bereits in ihnen und mögen ihnen nun Flügel wachsen, die auf dem Vertrauen gründen und das Herz offen lassen.

Gleich drei Herzen in Papierform fanden dann vor einer Woche den Weg zu mir in Begleitung der Briefzeilen der Brieffreundin aus Bad Arolsen sowie eines weiteren Briefes von der Dame mit den Marathon-Ambitionen. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an die Geschichte des ersten ausgeschnittenen Herzens, das ich schon einmal geschenkt bekam und die Worte darauf auf wundersame Weise mit Hilfe des spooky-Effekts eine Bedeutung in meinem realen Leben bekamen!? Nun konnte ich die folgenden Worte lesen: „Ärmelkanal“, „Champi“, „Großvater“, „Bild“, „Erinnerung“, „Gestalt“, „Umlauf“, „Fassade“, „Norden“, „Male“, Biegung“, „vervollständigen“ sowie „verirrt“ und, stelle Dir bitte vor, vor wenigen Tagen führte mich mein Weg durch die virtuelle Welt zu einem Herrn, der den Ärmelkanal durchschwommen hatte. Spooky.

Am Freitag vor einer Woche war Dein Brief noch nicht in das Laptop getippt und so begab ich mich ins Covent Garden, um mein Tageswerk zu beenden. Zuvor war ich noch der Dame mit dem psychologischem Gespür und Bridge to Hawaii Presseagentin auf dem wöchentlichen Bauernmarkt begegnet, hatte Aloha-Gedanken mit ihr ausgetauscht und von ihr erfahren, dass der Jackpot noch nicht geknackt wurde. Den Gedanken ans Lottoglück verlor ich jedoch recht schnell wieder und erst nach einer halben Latte Macchiato auf der Terrasse kam er mir wieder in den Sinn. So bat ich den Filmemacher aus Mexico, der an diesem Tag mir und anderen diente, darum mein technisches Equipment für den Moment aufzubewahren, da ich noch etwas zu erledigen hätte. Sein „Viel Glück“ brachte mich dann zum schmunzeln, konnte er doch nicht ahnen was ich vorhatte und so half ich wenig später zum zweiten Mal einem Lotteschein auf den Weg. Mittlerweile hatte ich übrigens die Gelgenheit mich etwas mit dem Film „Mamacita“ des Filmemachers zu beschäftigen und die Lebensgeschichte seiner extravaganten Großmutter rund um einen Familien-Clan macht mich neugierig. In jedem Fall wünschte ich dem Mann mit der schwarzen Brille für sein Werk auf den bevorstehenden Filmfestivals in Mexico viel Glück.

Der Samstag vor einer Woche startete dann am selben Ort mit einer Überraschung, als ein junger Mann mit Wurzeln in Nordafrika vor das gleißende Sonnenlicht und somit in mein Blickfeld trat. Der Arzt und ich freuten uns sehr über das unverhoffte Wiedersehen, lachten und wenig später im Schatten um die Ecke erzählte er mir unter anderem wärmstens von dem französichen Fest, das an diesem Wochenende stattfand und er den Abend zuvor dort verbracht hatte. Dies führte am Nachmittag zu einem kleinen Ausflug dorthin, der wieder einmal unter Beweis stellte, dass der Weg auch das Ziel ist. So verbrachte ich auf dem Hinweg erst einmal etwas Zeit auf einer Parkbank mit Blick auf den See am Schwanenspiegel, freute mich über Vogelscharen die am blauen Himmelsfirmament hin- und herflogen und wurde aufmerksam, als ich im Hintergrund R ´n´B Musik der 1980er und 90er Jahre hörte, die mich in Schwingung brachte. Mit Neugierde im Gepäck tauchte ich wenig später nur am Rande ins französische Fest am Flussufer ein, um dann auf dem Rückweg die feiernde Gesellschaft eines Restaurants aufzusuchen, von wo ich zu Beginn die Musik vernahm. Prominente Gesichter und mir persönlich bekannte waren zu erkennen, doch zog es mich weiter in Richtung Kiez und nur wenige Meter vom feuchtfröhlichem Fest entfernt hielt ich noch ein Schild fotografisch fest, auf dem „Freiheit“ geschrieben stand.

Auf dem Friedensplätzchen entdeckte ich dann ein Banner hoch oben zwischen zwei Bäumen, auf dem die Worte „Humanität – Respekt – Vielfalt“ zu lesen waren und das auch für das Fest warb, das dort gerade stattfand. Ambitioniert zu einem kurzen Rundgang freute ich mich dann über das Wiedersehen mit einer Dame im wallenden Gewand, die ich lange nicht sah und sie mich immer mit dem Büro der Liebe in Verbindung bringt. So verbrachten wir etwas Zeit mit aktuellen Liebesgeschichten und mit Dank für das Wasser-Geschenk verabschiedete ich mich wenig später von der illustren Runde.

„Erkläre mir, Liebe“ lautete dann die Ausstellung, die mich am Sonntag auf die andere Flussseite in meine Geburtsstadt lockte und ich mich dieses Mal nicht im Kalenderdatum irrte. Erinnerst Du Dich? Auf dem Drahtesel genoss ich zunächst die ausgedehnte Fahrt an diesem Morgen, sah Schafe mit ihren blökenden Lämmern auf Blumenwiese am Uferrand, vereinzelte Sonnenanbeter mit blauem Sonnenschirm auf Steinzungen an Strandbuchten liegen und Schilder-Zeugen vom beendeten Shakespeare-Festival am Boden eine Pause bis zum nächsten Jahr einnehmen. Schließlich erreichte ich das Museum, das nach Clemens Sels benannt wurde und stieß auf die Gästeschar, die sich bereits im Innern versammelt hatte, um den Eröffnungsfeierlichkeiten beizuwohnen. Mein Platz fand sich in den vordersten Reihen neben einer Dame, deren Begleitung sich noch hinter dem großen Babybauch versteckte, den sie immer mal wieder sanft streichelte. Die Videokünstlerin würde ich später noch auf der Leinwand wiedererkennen, doch erst einmal lauschten wir den Reden der Direktorin des Hauses, eines jungen Mannes vom Rat der Stadt und des Kurators der Ausstellung. Flammende Worte der Liebe wurden gesprochen, berührten so manchen im Saal und endeten mit dem folgenden des Kurators.

„Das Thema Liebe kennt keine Grenzen und ist mit keiner Ausstellung und keiner Publikation erschöpfend abgearbeitet. Henry Miller definierte das große Gefühl Liebe als einen Boogie-Woogie der Hormone. Egal ob frisch verliebt, sich mitfühlend hingebend oder familiäre Verbundenheit empfindend – die Liebe ist das, was allem einen Sinn verleiht.“

Einem roten Faden zu thematischen Bereichen mit Titeln wie „Der Kuss“ oder „Liebesgeschichten“ folgend, erfreute ich mich fortan an den malerischen und skulpturellen Interpretationen zur Liebe über die Jahrhunderte hinweg, an Gedichten auf die Wand geschrieben bis hin zur Videokunst, wo mir meine Sitznachbarin auf der Leinwand wieder vor die Augen trat. Dort verweilte ich nach einer ausgiebigen Rundschau zum Ende hin für längere Zeit und begeisterte mich für die gewählten Ausschnitte aus bekannten Liebesfilmen, die Damen und Herr mit ihren Empfindungen in Wort und Ausdruck glänzend ergänzten. Voller Liebe und ganz verzückt hinterließ ich noch einen Dankesgruß im Gästebuch und trat den Rückweg an. Auf der Brücke machte sich dann meine innere Haltung sogleich bezahlt, als ich zum Anhalten gedrängt wurde, da mein Drahtesel aus seinem Hinterlauf wieder einmal Luft verlor. Mit Gelassenheit beäugte ich die Situation und – wen wundert es da noch – bemerkte direkt am Rande des Schattens am Boden ein dunkles Asphalt-Herz, das sich von seiner restlichen Umgebung abhob. So schob ich mit Liebe den Esel die nächsten Kilometer von der Sonne beschienen, legte zwei Pausen in Cafés ein und freute mich über so manche Begegnung mit unbekannten sowie bekannten Herren mit der Leidenschaft zum Motorradfahren, die ich auch einst teilte. Ein Lächeln zauberte mir dann noch die „13“ auf das Gesicht, die ich auf einem Fahrzeug-Schild entdeckte und ich für den Besitzer anonyme Post mit Glück-Wünschen hinterließ. Am Abend sprach dann meine Kinderseele und so bemalte ich meine Hand für den Aloha Monday mit allen Begriffen, die die Bridge to Hawaii Philosophie wiederspiegeln, um dies im Bild am nächsten Tag in der virtuellen Welt mit vielen zu teilen.

Die Bridge to Hawaii Presseagentin überraschte mich dann noch mit einer Nachricht, fotografisch untermauert, aus Brügge in Belgien, das sie an diesem Tag spontan besucht hatte. Dort entdeckte sie dann zum Anlass der derzeitig stattfindenden Trienale eine riesige Wal-Skulptur in einem Brunnen vor historischer Stadtkulisse, die als Mahnmal für die Liebe zur Umwelt errichtet wurde. Die beiden Künstler nutzten für die Herstellung Plastikmüll von den Stränden von – ta da – Hawaii und so möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass unser Brücken-Fundament auf wundersame Weise immer mehr Substanz von außen erhält. Mit dem Aloha Ruf aus dieser Richtung möchte ich alle weiteren Ereignisse der vergangenen Tage wie folgt zusammenfassen.

  • Wunder, Nummer 2, geschah am Aloha Monday in britischer Verkleidung. Denn nach mehr als einem Jahr hatte ich nun das Vergnügen Café-Zeit mit einem Herrn von der Insel zu verbringen, die wir schon damals verabredet hatten. Zugewand, mit zahlreichen Lebensgeschichten und Wangenkuss wurde ich dann belohnt.
  • Mehrfach machte sich dann am Montag und Dienstag der Aloha-Spirit bemerkbar und so freute ich mich über Begegnungen mit dem Geschwisterpaar, über Glückskäfer auf Balkonien und aufmerksame Ohren.
  • „Peace, Love & Coffee“ erinnerten in bildlicher Form an Zeiten in australischem Café, wurden nun hier fortgeführt und gingen so einher mit Briefzeilen für Brieffreunde bis nach Hawaii und einem inspirierenden Gespräch mit der Bridge to Hawaii Presseagentin zu neuen Aktivitäten beim Brückenbau.
  • Neben dem Elefanten scheint nun auch der Wal zu einem neuen Wegbegleiter zu avancieren, denn auch in Rom wurde ein Mahnmal der Liebe in dieser Form installiert und verzaubernd empfand ich den schnee-weißen Albino-Wal, der beim Sprung aus dem Wasser fotografiert wurde und im Netz Verbreitung erfuhr.

Mit Streetfashion-Eindrücken, die mich an New Yorker Zeiten erinnerten, zwei roten Herzen im Wasser am renomierten Hotel im Hafen und dem Filmzitat „…denn das tun wir Geschichtenerzähler. Wir flößen Hoffnung ein, immer wieder und wieder und wieder.“ aus „Saving Mr. Banks“, das dort von Walt Disney an die Schriftstellerin P.L. Travers gerichtet wird, die „Mary Poppins“ schrieb, beende ich für heute meine Zeilen an Dich. Geschrieben an einem wunderschönen Tag mit Glückszahl-Datum und heute getippt. Ich wünsche Dir eine zauberhafte Zeit voller Glück und da es mir gerade in den Sinn kam: tanze doch mal wieder.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Dank einer Dame mit einem „von“ im Namen erfuhr ich das am Freitag vor einer Woche der internationale Tag des Kusses gefeiert wurde und so gehören die letzten Worte Heinrich Heine, dessen Gedicht ich in der Ausstellung an der Wand las.

„Hast du Lippen mir wund geküßt,
So küsse sie wieder heil,
Und wenn du bis Abend nicht fertig bist,
So hat es auch keine Eil.

Du hast ja noch die ganze Nacht,
Du Herzallerliebste mein!
Man kann in solch einer ganzen Nacht
Viel küssen und selig sein.“

 

Über Alice Zumbé

Wer bin ich? Alice Zumbé, geboren mit künstlerischem Talent, welches im Ursprung bei der Großmutter zu finden ist. Meine immer währende Neugierde auf Menschen aller Art gab schnell den Weg zur Portraitmalerin frei. Jedoch auch andere Facetten meines Lebens führten zu zahlreichen Interessensgebieten. Immer im Blick was dort draussen passiert... sowohl im Detail als auch im großen Ganzen. Es bleibt spannend in der Welt.
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