Kolumne: Interview and wish cards.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

jetzt kenne ich die genaue Bezeichnung meiner Liebebotschaften in englischer Sprache beziehungsweise die eines Herrn in Kalifornien. Gestern Nacht erhellte eine Nachricht von dort nochmals meinen Tag, als ich in der virtuellen Welt las, dass Jerry Downs endlich die „personal origami folded wish cards“ inklusive Buch-Geschenk und Brief erhalten hat. Liebe ist halt grenzenlos und der Schlüssel zum Glück. Wieder einmal hat sich bestätigt, dass sie wie der berühmte Boomerang zurückkommt, wenn man sie aussendet. Du erinnerst Dich sicher noch an Jerry!? Der Fotograf und Autor, den ich letzten September bei den Vereinten Nationen in New York traf. Seither halten wir unsere damals geknüpfte Verbindung über die virtuelle Welt aufrecht und können nun eine reale Verbindungsgeschichte zu unser beider Leben hinzufügen. Es gibt Dinge im Leben, die man niemals vergisst und die Begegnung mit Jerry gehört für mich eindeutig dazu.

Unvergessen sind bis jetzt auch einige andere Ereignisse der letzten Woche, von denen ich Dir nun erzählen möchte und die so manches Mal den Gedanken in mir wachriefen: „Liebe löst alles.“

Letzten Donnerstag stieß der Himmel seine Schleusentore weit auf und ließ einen wunderbaren, sommerlichen Prasselregen auf die Erde herunterfallen. Diesem galt meine besondere Aufmerksamkeit in den heimischen, vier Wänden, während ich mir einen mittäglichen Gaumenschmaus mit Tomaten und frischem Basilikum gönnte. Mit einem „Paraplui“ bestückt und „Singing in the rain“ im Kopf machte ich mich dann beschwingt auf den Weg, um für eine Verabredung am nächsten Tag und einen Herrn in der Domstadt Deinen letzten Brief zu vervielfältigen. Eine Woche zuvor hatte ich zu dem Herrn mit Filmproduktions-Hintergrund bereits virtuell Kontakt aufgenommen, um das Interesse für „Bridge to Hawaii“ zu wecken. Der Herr ist mir schon seit längerem bekannt, als ich seinerzeit von der Bezeichnung „good karma“ in namentlicher Hinsicht angelockt wurde und so auf ihn stieß. Nun werden wir sehen wohin meine Liebesbriefe-Post führen wird. Derweil verteilte ich im Kiez noch ein paar Liebebotschaften in Hauseingängen und gönnte mir eine kulinarische Köstlichkeit mit eisigem Salted Caramel.

Am Abend zogen dann für einen kurzen Moment Gewitterwolken vor meinen geistigen Horizont, denen die Schmetterlingsdame geduldig entgegentrat. Die reinigende Wirkung offenbarte sich dann am nächsten Tag, als durch den Schmetterling deutlich wurde, dass ein Interview zu „Bridge to Hawaii“ mit klärenden Fragen und Antworten durchaus eine deutlichere Sicht auf das Projekt geben sowie als dienliche Vorbereitung zum crowdfunding fungieren würde. Das Ergebnis lasse ich Dir dann im Anhang dieses Briefes zukommen, so dass Du es weitertragen kannst.

Am Freitag Morgen übergab ich dann der äußerst pünktlichen, betagten Briefreundin zu unserem dritten Treffen in der realen Welt Deinen letzten Brief, während sie zum ersten Mal den Bauernmarkt und das französisch angehauchte Café kennenlernte. Und nicht nur damit konnte ich sie überraschen. So lernte sie nun auch mein zeichnerisches Talent näher kennen und erfreute mich wiederum unter anderem mit Reisegeschichten nach Katmandu in Nepal, die sie seinerzeit erlebt hatte. Wie in dem Film „Das Beste kommt zum Schluss.“ blieb auch ihr der Blick auf den Himalaya verwährt, denn der Berg hatte sich in Nebel gehüllt. Nach der ein oder anderen weiteren Lebensgeschichte trennten sich schließlich unsere Wege mit der Aussicht auf ein herzliches Wiedersehen. Ich begab mich dann zu den Damen vom Gemüsestand, um die üblichen Besorgungen zu tätigen und zunächst Interessantes von der Dame des Hauses über ihre Pilger-Absichten in naher Zukunft zu erfahren. Dem schloss sich ein Gespräch mit der Dame mit dem psycholgischem Gespür an, die nun mit offenen Augen und Ohren ihre Fühler auf Menschen ausrichtet, die im Umfeld von filmischen Dokumentationen tätig sind.

Am Samstag lockte mich zunächst der Nachbarschafts-Trödel kurz an, auf dem ich einen bekannten Herrn und seine 10-jährige Tochter traf, die fleißig Hab und Gut an den Mann, die Frau oder das Kind bringen wollten. Nach einem kleinen Plausch mit dem Herrn Papa belohnte mich sein Töchterchen mit einem zauberhaften Lächeln, nachdem sie ihre Liebebotschaft gelesen hatte. Anschließend genoss ich im Covent Garden einen Latte Macchiato im Sonne-Wolken-Mix der Terrasse und übte mich im Smalltalk mit dem britischen Kellner über „wobbly bench“, der uns beide zum Lachen brachte. Für die nächsten Stunden schenkte ich meine Aufmerksamkeit dann dem Land der aufgehenden Sonne und verweilte solange in Flussnähe, wo Ableger dieser Insel im Pazifik und Japan-Verliebte jährlich spannende Einblicke in die Kultur des Landes gewährten. Mit zahlreichen, fast übersprudelnden Eindrücken verließ ich irgendwann wieder die Innenstadt und fand mich im Kiez ein, um erst einmal Ruhe zu tanken. In den frühen Abendstunden folgte ich dann dem „la dolce vita“ und flanierte um den Block. So traf ich auf ein sonniges Gemüt und den Herrn in Begleitung, das ich schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte. Der Rauschgoldengel und ich freuten sich über das unverhoffte Aufeinandertreffen und verbrachten fortan etwas Erzähl-Zeit miteinander. Wieder einmal bot sich so auch die Gelegenheit mein „Bridge to Hawaii“-Projekt vorzustellen, wobei das Aloha natürlich auch nicht zu kurz kam. Mit neuem Gedankengut und dem Tipp das Projekt unter Menschen mit Filmproduktionshintergrund möglichst breit zu streuen trennten sich schließlich auch unsere Wege wieder, mit einer herzlichen Umarmung zum krönenden Abschluss.

Am nächsten Vormittag verzückte mich die Dame dann nochmals mit einer Nachricht, in der sie ihre Begeisterung zu meinem Hawaii-Projekt zum Ausdruck brachte. Fröhlich gestimmt beschloss ich einen Ausflug in den Norden der Stadt zu unternehmen, der mir schon einige Tage lang im Kopf herumschwirrte. Kaiserlicher Name und Burgansichten locktem mich bei bestem Wetter in diese Richtung. Doch zunächst hielt ich für eine Fürstin kurz inne, die in Herrenbegleitung meinen Weg kreuzte. Glücklicherweise befindet sich ihr Rückgrat auf dem Wege der Besserung und der Herr an ihrer Seite stützt sie dabei wohl tatkräftig. Fragen zu „Bridge to Hawaii“-Fortschritten beantwortete ich gerne und nahm auch die Glück-Wünsche entgegen, bis es hieß Abschied zu nehmen. Dies und die wunderschönen Impressionen entlang des Flusses beflügelten meine Fantasie und so sah ich die fertige Film-Dokumentation „Bridge to Hawaii“ vor meinem geistigen Auge, die gerade auf der imaginären Leinwand und dem Bildschirm lief. Ach, wunderbar, wozu der menschliche Geist im Stande ist, wenn man die Seele träumen lässt. Blumenkränze im Haar verschmolzen mit dem saftigen Grün der Rheinauen und Landschaften um mich herum. Vergnügungen auf dem Fluss, Boote, Schiffe, Jetskifahrer brachten mir das Element Wasser nahe, das es für die Reise auch zu überqueren gilt. Paradiesische Ansichten umgaben mich, nicht zuletzt Dank des Regens in den letzten Tagen, der die Natur noch üppiger erscheinen ließ. Ein kleiner Glückskäfer nahm für eine Weile auf meinem rechten Oberarm Platz und ließ sich den Fahrtwind um die Nase wehen. Auch er brachte mich zum Lächeln und untermauerte den vergnüglichen Charakter dieser kleinen Lebensreise.

Am Zielort erholte ich mich erst einmal auf der Terrasse eines Burghofs und gab mich den Beobachtungen um mich herum hin. Zahlreiche Herrschaften hatten sich dort eingefunden oder gaben sich symbolisch die Klinke in die Hand. Easy Rider, Menschen im sonntäglichen Ausgeh-Schick oder andere im coolen Upperclass-Look gab es zu sehen und riefen manchmal den Gedanken in mir wach: „Schön, dass Du Du bist.“ Irgendwann zog es mich weiter zu den angrenzenden Burg-Ruinen, einer Basilika und dem Pfarramt im Hinterhof sowie dem belebten Marktplatz bis ich schließlich meinem Bedürfnis folgte den Rückweg anzutreten. Mit der Vorfreude auf die bereits bekannten Aussichten der vergangenen Stunden.

Eine grüne Lunge der Stadt rief auch am Montag nach mir und mit sonnigen Perspektiven folgte ich den Spuren, die der Weg hergab. So schob sich ein kurzer Blick auf den Weihnachtsmann vor mein Auge, der in seinem Fahrzeug an mir vorbeifuhr, mit der Aussicht ihn am kommenden Samstag zu treffen. Zum Schmunzeln brachte mich dann auch das glitzernde, rote Herz am Boden, das ich zu meinen Füßen entdeckte, als der Weg mich dazu brachte vom Rad zu steigen. La Donna, die Dame an der Ampel auf der anderen Straßenseite zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht, als sie mir im Vorübergehen ein Kompliment machte, das ich gerne erwiderte und eine junge Dame im Kiez, die Vierte im Bund der Namensvetterinnen, erfreute mich am Abend mit ihrem Anblick und den netten Worten. In Begleitung eines kleinen, grauschimmernden Vierbeiners und seiner Herzensdame begegnete mir dann noch ein Stück Vergangenheit in Form eines Herrn, dessen Familienangehörige mir auch wohlbekannt sind. Einige Tage zuvor hatte ich den Bruder bereits in der virtuellen Welt wahrgenommen und festgestellt, dass alle drei Neuankömmlinge ihre Zelte im Kiez aufgeschlagen haben. Jahre trennten uns von dem letzten realen Zusammentreffen, über das ich mich nun freute und gleich die Gelegenheit nutzte Glückwünsche zur Vermählung und dem vierbeinigen Familienzuwachs zum Ausdruck zu bringen. Nach einem netten Smalltalk mit der Dame, während der kurzzeitigen, telefonischen Abwesenheit des Herrn, verabschiedete ich mich schließlich wieder von den beiden mit beherzter Hinterlassenschaft und ging meines Weges.

Der Dienstag präsentierte sich dann ganz im Zeichen der Familie und führte mich auf die andere Seite des Flusses direkt in die Arme der Dame, die mir das Leben schenkte und in ihren hübschen Garten. Liebevolle Stunden inklusive mütterliche Rundumversorgung sowie einem stofflichen Überraschungsgeschenk vergingen wie im Flug. Den Rückweg versüßte ich mir dann noch mit mancher Spur in die Vergangenheit, die mich an Orte brachte, die ich sehr lange nicht mehr gesehen hatte. So verschmolzen die Erinnerungen mit der Gegenwart, gaben mir ein gutes Gefühl und ließen mich voller Freude nach vorne blicken. Damit verabschiede ich mich für heute von Dir, mein Freund.

In Liebe,

Alice

PS.

„Love has no boundaries.“

Anhang

Interview zum Umwelt-Reise-Projekt „Bridge to Hawaii“
Worum geht es in dem Projekt?

Das Projekt steht auf drei Säulen:

1. Die erste Säule heißt „Liebe“.
Seit 2013 befasse ich mich intensiv mit dem Thema „Liebe“ in all seinen Facetten sowohl in der Theorie, als auch in praktischer Anwendung. Was bedeutet es eigentlich sich tagtäglich für Liebe zu entscheiden und danach zu handeln? Die Geschichten, die ich auf meinem Lebensweg erlebe erzähle ich, schreibe sie nieder. Viele kleine Geschichten brachten mich schließlich mit Hawaii in Berührung, das seit über zwei Jahrzehnten immer wieder eine Rolle in meinem Leben spielt ohne dass ich bisher dort gewesen wäre. „Aloha“ bedeutet „Liebe“ und schürt so meine Neugierde auf die Inseln. Etwas zieht mich dorthin, das ich heute noch nicht in Gänze erklären kann. Mehr zu den Hintergründen findet sich auch hinter dem folgenden Link: Hawaii

2. Die zweite Säule heißt „Bridge“.
Mein Interesse für die Inseln im Pazifik brachte mich in Kontakt mit der Hokule´a, einem polynesischen Kanu (Segelschiff), das seit 2014 eine Weltumsegelung unternimmt, die im Juni 2017 endet. Dahinter verbergen sich viele Menschen, die das Projekt unterstützen beziehungsweise daran teilnehmen. Initiator ist die PVS (Polynesian Voyaging Society), die diese Reise auch dazu nutzt, um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen und Lösungen zu finden, die sich einfach ausgedrückt in der Botschaft „Malama Honua“ wiederfinden. Übersetzt bedeutet dies „Kümmere Dich um die Erde“ und beinhaltet unter anderem die Etablierung von Umweltprojekten in Bildungseinrichtungen, so dass schon die Jüngsten ein Bewusstsein für den Erhalt der Erde erlangen können.

Die Hokule´a bereiste alle Kontinente außer Europa. Weshalb diese Etappe ausgespart wurde ist mir nicht bekannt, führte jedoch zu dem Umstand, dass es keine Berichterstattung dazu hierzulande gibt. Diese Lücke möchte ich schließen und so die Menschen rund um die Hokule´a und ihre Botschaft unterstützen, die uns alle etwas angeht. Seit Juni letzten Jahres stehe ich im Kontakt mit der Crew und dem Supportteam auf Hawaii, um eine Brücke zu bauen, die Menschen verbindet.

3. Die dritte Säule heißt „Reise“.
Um wahre Geschichten erzählen zu können, müssen diese erlebt werden. „Nur“ von den Abenteuern der Hokule´a zu erzählen reichte mir nicht. Ich wollte mehr tun und so entstand die Idee zu dem Umwelt-Reise-Projekt. Umweltfreundlich reisen – geht das überhaupt? Welche Möglichkeiten bieten die unterschiedlichen Transportmittel? Wie verhält es sich mit den Produkten für den täglichen Bedarf? Von der Zahnpasta bis zur Socke, vom Handy bis zum Fahrzeug, Schiff, Flugzeug, Auto – was ist möglich, was noch nicht?

Die Elemente Wasser, Erde und Luft sind Bestandteil der Reise und greifen das Umwelt-Thema in Gänze auf. Geplant ist eine Containerschiffsreise über den Atlantik nach New York, vorzugsweise mit der SkySails Technologie. Von dort mit einem umweltfreundlichen Fahrzeug an die Westküste der USA und mit Hawaiian Airlines, Sponsor der Hokule´a, nach Hawaii. Dort fügen sich dann alle drei Säulen ineinander, um die Verbindung zu den Inseln und den Menschen vor Ort real zu knüpfen und zu intensivieren. Mit Raum für neue Geschichten und das Kennenlernen.

Wie kann das Projekt unterstützt werden?

Im Moment bin ich auf der Suche nach Menschen, die sich mit Filmproduktion beschäftigen, da das Projekt filmisch dokumentiert werden soll. Ziel ist es möglichst viele Menschen damit in Berührung zu bringen und neue Verbindungen zu knüpfen, die die „Malama Honua“-Botschaft unterstützen. Weitererzählen hilft dabei auch ungemein, wenn Du nicht gerade selbst Filmproduzent bist.

Die Finanzierung des Non-Profit Projekts „Bridge to Hawaii“ soll später über ein crowdfunding-Projekt erfolgen.

Wer ist die Zielgruppe?
Du interessierst Dich für umweltfreundliche Lösungen des alltäglichen Lebens? Du möchtest, dass Deine Kinder auch morgen noch gut auf dieser Welt leben können? Du reist gerne, aber standst bisher diesbezüglich umweltfreundlichen Themen hilflos gegenüber? Abenteuergeschichten sind dein Ding? Du suchst Inspiration? Liebe interessiert Dich?

DU bist genau richtig hier. Herzlich Willkommen!

Über Alice Zumbé

Wer bin ich? Meine immer währende Neugierde auf Menschen aller Art gab schnell den Weg zur Portraitmalerei frei. Jedoch auch andere Facetten meines Lebens führten zu zahlreichen Interessensgebieten. Immer mit dem Blick was draussen passiert - sowohl im Detail als auch im großen Ganzen. Es bleibt spannend in der Welt.
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