Kolumne: Wendepunkte voller Glück.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Aloha.“

„Lieber Freund,

zur Zeit überschlagen sich die Ereignisse und als ob die Glaskugel-Weisheit meines letzten Postskriptums mit einem Beweis ihre Prophezeiung untermauern möchte, zeigten sich in den letzten Tagen lauter Wendepunkte voller Glück. Erfreulicherweise beschränkten sich diese nicht nur auf meine Wenigkeit, sondern zogen auch ihre Kreise in meinem direkten Umfeld, so dass ich daran voller Dankbarkeit teilhaben durfte. In einem Moment dieser Tage erschien sogar vor meinem geistigen Auge ein Film ohne Bilder, allerdings voller Gefühle, die untrüglich das Vertrauen heraufbeschworen, das großartiges für die kommende Zeit erahnen lässt. Die Zukunft liegt nun vor uns und möchte erst einmal erlebt werden, damit ich Dir davon erzählen kann. Somit konzentriere ich mich an dieser Stellen nun auf die bereits erlebte Vergangenheit der letzten Woche, die mich bewegte, beinahe unfassbare Glücksgefühle heraufbeschwor und sich bedingungslos mit der Liebe, dem Aloha, verband. Daran werde ich Dich nun teilhaben lassen und wünsche Dir von Herzen viel Freude dabei.

In den letzten Tagen durchschritt ich viele Kilometer auf den Wegen der Stadt und so landete ich, nach einem hawaiianischen Geburtstagsgruß an eine Dame in Sarajevo, wieder einmal im Bankhaus an der königlichen Allee. Geldgeschäfte wurden erledigt und eine mögliche Unterstützung für Bridge to Hawaii angefragt, bevor ich dann geradwegs mit der Aussicht auf eine Latte Macchiato zum Bazzar flanierte. An einer Seite reihten sich kleine, runde Bistro-Tische Stoß an Stoß und so nahm ich an einem Platz, direkt neben einer Dame mit ihrem Sprößling, die sich gerade angeregt unterhielten. Ich hörte hochpreisige Autonamen im Schlagabtausch, wie bei einem Karten-Quartett aus alten Kindertagen, bis die Mama sich entschied aufbrechen zu wollen. „Zahlen, bitte.“ lauteten ihre Worte zur Bedienung, während sie ihr Portemonnaie in der Handtasche suchte. Bald stellte sie fest, dass es nicht aufzufinden war, äußerte ihre Feststellung und versuchte die Ruhe zu bewahren. Doch der Schreck machte sich breit. Die Bedienung schaute hilfesuchend die Dame an, der Sohn stand etwas bleich dabei und die Mama erinnerte sich laut an ihren letzten Aufenthaltsort, an dem sie das Portemonnaie vermutete. Sogleich eilte die Bedienung hinweg, um hilfreiches zu recherchieren, während die Dame bereits mobil eine Nummer fand, die sie sogleich in ihr Telefon tippte. Ein kurzer Anruf offenbarte dann das Vermutete und so machte sich allseits Erleichterung breit. Nun bot sich ein kurzer Austausch mit der Dame an, da ich mit einem Lächeln ein „Alles ist gut gegangen.“ bemerkte und sie so erwähnte, wie glücklich sie sich gerade fühlte, da das gute Stück ihr auch schon einmal in diesem Café entwendet wurde. Das erklärte mir wiederum, weshalb sie schnell ihre Tasche zu sich auf den Boden stellte, als ich neben ihr Platz nahm. Wundersame Welt.

Das Angebot ihres Sohnes, das Portemonnaie am nahegelegenen Ort abzuholen, schlug sie aus, da sie befand ihn noch nicht alleine diesen Weg gehen lassen zu wollen und somit überlegte sie einen kurzen Moment, bevor sie sich entschied alleine zu gehen und ihn vor Ort zu lassen. Nun ergab sich die wunderbare Gelegenheit mit dem jungen Mann ins Gespräch zu kommen, denn er hatte mich mit seinem wachen Geist neugierig gemacht. Es folgte eine interessante Unterhaltung mit dem 10 Lenze zählenden jungen Herrn über hochkarätige, elektrobetriebene Fahrzeuge aus den USA, Umwelt-Aktionen in der Schule, erfreuliche Aussichten auf die bevorstehende Zeugnisausgabe, Lieblingssportarten von ihm und mir mit Gemeinsamkeits-Faktor und Erzählungen meinerseits zur Greenschool Bali, die auf wache Ohren trafen. Die Zeit verging wie im Flug und kaum nahmen wir die Wiederkehr der Mama wahr, so angeregt verlief unser Gedankenaustausch. Derweil zahlte die Dame die offene Rechnung und forderte den jungen Mann zum Gehen auf. Noch blieb etwas Zeit für eine Frage von ihm an mich und so beantwortete ich mein Interesse an Kontakten nach Bali und Umweltthemen weltweit mit einer kurzen Ausführung zu Bridge to Hawaii. Als Erinnerung schenkte ich ihm dann einen unserer Logo-Aufkleber und als seine Mama sich für mein „Kümmern“ bedankte, antwortete ich, dass ein Kümmern nicht notwendig gewesen sei und wir uns einfach sehr gut unterhalten haben. Mit leuchtenden Augen schaute er mich an und wir verstanden uns auf Augenhöhe. Auf Wiedersehen.

Am Abend begab ich mich nach diesem wunderbaren Nachmittag dann noch zu einer Filmvorführung der besonderen Art. Der Dokumentarfilm „Free Lunch Society“ feierte deutschlandweit seine Kino-Premiere und interessierte Menschen trafen an teilweise ungewöhnlichen Orten zusammen, um ihn anzuschauen und sich danach auszutauschen. Umfassendes zum „bedingungslosen Grundeinkommen“ mit viel Geschichte fand so in die Köpfe aller, die danach erst einmal rauchten vor lauter Eingabe. Die anschließende Gesprächsrunde raubte dann doch eher die restlich vorhandene Energie, so dass sie sich recht schnell nach und nach auflöste und auch ich geneigt war, den Ort wieder zu verlassen. Mit einem letzten Funken Neugierde nutzte ich jedoch im Gehen noch die Gelegenheit mich an einen jungen Mann mit Rasta-Zöpfen zu wenden, der sich zu Beginn als Filmemacher vorgestellt hatte. Es entwickelte sich nun ein Gedankenaustausch, der die inneren Batterien wieder auflud, da wir uns gegenseitig zuhörten und inspirierten. So trat ich beschwingt und bereichert meinen Heimweg im Dunkel der Nacht an. Im Gepäck: Liebe, neue Perspektiven zu Bridge to Hawaii und eine Verabredung mit mehr Raum für Austausch und Vertiefung des Gesagten. Ein überraschender Verlauf eines Abends, der mich sehr viel lehrte.

Am Freitag traf ich, nach einem opulenten Einkauf auf dem Bauernmarkt, im Piratencafé auf die Schmetterlingsdame und den Arzt aus Nordafrika. Nach einer Weile kam wieder einmal die Seele zur Sprache und da ich nach einigen weiteren Minuten erkannte, dass der wissenschaftliche Beweis dem Glauben nachwievor entgegenstand, zog ich den Abstand auf Zeit erst einmal vor. So schloss ich mich der Schmetterlingsdame an und verließ wieder diesen Ort, um ein zweites Mal den Markt aufzusuchen. Am Stand erweiterte sich der Kreis mit der Dame mit psychologischem Gespür um einen Herrn aus dem Kiez, der virutell von dort berichtet und nun aufmerksam meinen Ausführungen zu Bridge to Hawaii folgte. Mit einem Aloha verabschiedeten sich schließlich alle wieder voneinander und ich trat den Heimweg an.

Spooky-Momente bescherte mir dann schon der Samstagmorgen. Kaum lag der Austausch über die Ansichten zur Seele einige Stunden hinter mir, veröffentlichte die Mana Maoli Organisation auf Hawaii das folgende Zitat in der virtuellen Welt. „The soul that is within me no man can degrade.“ von Frederick Douglas, ein Mann, der den Weg aus der Sklaverei im 19. Jahrhundert hinter sich brachte, sich fortan federführend für deren Abschaffung einsetzte und zum Schriftsteller avancierte. Ich folgte an diesem Morgen dann weiter den Spuren einer Dokumentation mit dem Titel „Ayurveda – mein indischer Doktor.“ in sechs Teilen im Netz, die ich vor wenigen Jahren schon einmal in Gänze auf dem Fernsehbildschirm gesehen hatte. Eine französische Dame, ihr Pariser Arzt, eine gemeinsame Reise nach Indien, Begegnungen vor Ort mit interessanten Menschen und die Ganzheitlichkeit des Ayurveda faszinierten mich abermals und somit empfehle ich Dir die Dokumentation auf´s wärmste. Die Balance im Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist spielte dort ebenfalls eine gewichtige Rolle, genauso wie in den langen Gesprächen mit der Schmetterlingsdame dieser Tage. Mir blieb besonders der Satz des ayurvedischen Arztes in Erinnerung, der da sagte: „Wir alle müssen zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten.“, während mich die Ausführung des Professors aus Paris „Sie müssen beweisen, dass ihre Behandlung hilfreich ist.“ zum Lachen brachte. Schaue es Dir einfach an.

Mein Weg führte mich schließlich noch in die Stadt, um eine Besorgung für meine betagte Brieffreundin zu erledigen. Dem jungen Mann mit dem Aloha-Spirit lief ich dabei überraschend nicht über den Weg und so kehrte ich zu guter Letzt noch auf einen Espresso mit einem „Hola, que tal?“ kurz ins Covent Garden ein. Im Übersprung des Sonntags, der „nur“ eine surreale Situation und köstlich schmeckendes Ofengemüse hinterließ, startete der Montag mit fantastischen Wetteraussichten und rückblickend mit einer wahren Welle des Glücks in alle Richtungen.

Zunächst traf ich auf die Schmetterlingsdame im Café in Hafennähe, vor dem ich einen alten, pinkfarbenen Wagen vor blauem Himmelsdach noch schnell im Bild festhielt. Die Dame putzte bereits ihre Flügel für eine Reise in bayrische Gefilde für eigene Belange und in Mission von Bridge to Hawaii. In der dortigen Landeshauptstadt wird sie einen Aloha Poke-Laden aufsuchen, der das hawaiianische Nationalgericht anbietet, und um mit Menschen dort in Kontakt zu treten, um auf uns aufmerksam zu machen. Dies wiederum veranlasste mich ihr von den folgenden Verwicklungen zu erzählen. So wurde ich vor wenigen Monaten durch diesen Laden auf einen ehemaligen Kollegen virtuell aufmerksam, der dort ein „gefällt mir“ hinterlassen hatte. Ich fragte meine Freundschaft an und just bestätigte der Herr diese in der letzten Woche. Dieser Umstand offenbarte dann auch, dass er in einer Partnerschaft mit Aloha Poke in München einen eigenen Laden hier im Kiez eröffnen wird. Die Verbindung mit mir und folglich auch mit Bridge to Hawaii war geboren beziehungsweise wieder hergestellt und so verabredeten wir ein Treffen in nächster Zeit mit noch offenem Datum.

Die Schmetterlingsdame verabschiedete sich schließlich nach diesen Ausführungen mit ihrem Auftrag im Gepäck und ich ließ einen Moment lang die Seele baumeln, bevor es mich zurück in den Kiez zog. Mit wunderschönen, sonnigen Stadtansichten, von denen ich manche im Bild festhielt, begab ich mich nach einem kurzen Abstecher zu mir nach Hause in Richtung eines Händlers, als ich auf der Straße einen Herrn bemerkte. Noch etwas unsicher ob er es dann ist, rief ich seinen Namen und als er sich herumdrehte, zeigte sich glasklar, dass ich gerade dem zukünftigen Aloha Poke-Inhaber begegnete, von dem ich am Morgen erzählte. Wir freuten uns sehr über diese überraschende Zusammenkunft nach vielen Jahren und nahmen uns etwas Zeit für einen kurzen Austausch. Glücklich, mit der Aussicht zum nächsten Treffen und dem Wissen um einen Aloha Poke-Laden in der Nähe des Bridge to Hawaii-Headquarters, trennte ich mich wieder von dem viel beschäftigen Herrn. Mit viel Aloha, Sonnenschein und blauem Himmel folgte ich weiter den Wegen der Stadt, die mich auch vorbei an Wegweisern in luftiger Höhe führten. Dort oben freute ich mich wiederholt über das Segelschiff, das dieses Mal die Richtung West-Süd-West anzeigte und somit genau nach Hawaii wies. Schließlich traf ich im Café der Buchhandlung an der königlichen Allee ein, um der Einladung des Besitzers zu folgen. Der ausgesprochen freundliche, junge Mann fand wenig später etwas Zeit, um eine geplante Lesung zu besprechen und so darf ich Dir voller Stolz erzählen, dass ich in den frühen Abendstunden am Valentinstag dort drei Deiner Liebesbriefe vorlesen werde. Vor exakt drei Jahren sprach ich diesen Wunsch gegenüber einer Dame aus, die damals dem Hause vorstand, und der nun in Erfüllung geht. Ich freue mich sehr darüber.

Und als ob das Glück beschlossen hätte weiter und weiter seine Existenz unter Beweis stellen zu wollen, klopfte noch der Arzt an meine Schulter, der etwas erschöpft von einer wichtigen Prüfung den Weg ebenfalls dorthin gefunden hatte. Während ich ihn auf den wundervollen blauen Himmel hinwies und die Dankbarkeit für das Schöne im Leben zum Ausdruck brachte, ahnten wir beide noch nicht, dass keine 24 Stunden später das Glück auch an seine Türe klopfte. Er hat die Prüfung bestanden und somit endet ein langer Weg und öffnet Türen für glänzende Aussichten. Die gemeinsame Freude darüber macht das Postskriptum des letzten Briefes so unvergleichbar bedeutsam und das Teilen schafft Verbundenheit. Neben der neuen Bekanntschaft mit einem Herrn aus Ecuador, den ich für Bridge to Hawaii begeistern konnte, zog das Glück dann auch am Dienstag bei meiner betagten Brieffreundin ein. Pure Freude überkam sie, als ich Glücksbotin spielte und ihr ein verspätestes Geburtstagsgeschenk überreichte. Ihr Strahlen: unbezahlbar. Und in der unendlichen Kette des Glücks reihte sich später dann auch noch der junge Mann mit Aloha-Spirit ein, den ich neben einer Dame mit langem, grauen Haar und ihrem belesenen Begleiter, im Café an der Friedrichstraße traf. Ihn sprach am sonnenbeschienen Montag eine Dame im künstlerischen Akademie-Ambiente an und stellte so die Weichen für seine Model-Traumerfüllung, für die ich ihm weiterhin alles Glück der Welt wünsche. Was für ein fulminanter Wochenbeginn, der uns alle zum Strahlen brachte und sogar noch spooky-Momente für die Schmetterlingsdame in München bereit hielt. Nun werden wir die Ereignisse erst einmal in den Tiefen der Seele verankern und manches davon feiern, denn der Spaß und die Freude im Ausdruck dürfen nicht zu kurz kommen. Bis bald mein Freund.

In Liebe mit Aloha,

Alice

PS. Auf der Kinokarte zu „Free Luch Society“ war noch folgendes geschrieben, das ich Dir nicht vorenthalten möchte und auf Bridge to Hawaii und die Liebe adaptiere.

Die Idee zum Projekt und diesem Wohlgefühl ist wie der archimedische Punkt.

„Hat man diesen erst einmal gefunden, gibt man ihn nicht mehr auf. Denn er inspiriert, er hilft Bekanntes neu zu sehen, macht Utopisches real und macht den Menschen im Menschen wieder sichtbar.“

 

Über Alice Zumbé

Wer bin ich? Alice Zumbé, geboren mit künstlerischem Talent, welches im Ursprung bei der Großmutter zu finden ist. Meine immer währende Neugierde auf Menschen aller Art gab schnell den Weg zur Portraitmalerin frei. Jedoch auch andere Facetten meines Lebens führten zu zahlreichen Interessensgebieten. Immer im Blick was dort draussen passiert... sowohl im Detail als auch im großen Ganzen. Es bleibt spannend in der Welt.
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