Kolumne: Schnee auf Hawaii.

Liebesbriefe von Alice.
„Der Wochenrückblick über Themen, die Alice bewegten.
Immer in Verbindung mit Liebe.“

„Lieber Freund,

erinnerst Du Dich noch an meine Erzählungen zu „Schnee auf Hawaii“ in meinem Brief The Beauty of Hawaii. vor ein paar Wochen? Wie sehr sollte ich mich in meiner Annahme irren, dass diese weiße Pracht nicht auf Hawaii zu finden ist. Vor ein paar Tagen veröffentlichte nämlich die Fluggesellschaft „Hawaiian Airlines“ zwei Fotografien von einem Berggipfel auf Big Island, der sich schneebedeckt präsentierte. Dies brachte mich zum Staunen und weckte die Erinnerung in mir Dir nun endlich die Details von meinen Absichten bezüglich der Reise nach Hawaii zu erzählen.

Wie Du weißt, existiert in meinem Leben schon lange eine Verbindung zu dieser Inselkette im Pazifik, deren Bedeutung mir vor zwei Jahren in aller Deutlichkeit vor Augen trat. Damals beschrieb ich die Zusammenhänge diesbezüglich in meiner ErzählungHawaii, die Du ja schon kennst. Der Umstand, dass „Aloha“ dann auch noch in seiner Übersetzung „Liebe“ bedeutet, erklärt wohl letztlich weshalb ich mich dort hingezogen fühle, ohne eine Vorstellung davon zu haben in welchem Gewand mir die Liebe dann begegnet.

Sicher erinnerst Du Dich auch noch daran, wie ich im Juni des letzten Jahres auf die Weltumsegelung des hawaiischen Kanus „Hokule´a“ aufmerksam wurde, von der ich Dir in Die Welt ist in Bewegung. erzählte. Ihre Botschaft „Malama Honua – kümmere Dich um die Erde.“ und ihre Geschichte berührt mich heute wie damals. Wenn man sich mit der Liebe und ihrer Bedeutung für die Menschen beschäftigt, gelangt man automatisch in Berührung mit Themen, bei denen es um das Wohlergehen aller Lebewesen auf diesem Planeten geht und so gelangte ich zu der Überlegung, wie ich diese Botschaft unterstützen könnte.

Brücken bauen, Verbindungen schaffen, das vermeintlich Unmögliche möglich machen und Träume zum Leben erwecken – all das gipfelt für mich in der Liebe zu den Menschen und zum Leben, die keine Grenzen kennt und ihre Geschichten erzählt werden wollen. Die Faszination für die Geschichte der „Hokule´a“ führte mich auch zu der Tatsache, dass das Schiff Europa, trotz früher vorgesehener Route, auf seiner Weltumsegelung aussparte. Ein Umstand, der nach sich zog, dass hierzulande offizielle Medien wohl gar nicht davon berichteten. Die für mich logische Schlussfolgerung war somit die Idee diese Lücke zu schließen, eine Brücke zu bauen und von der Botschaft der „Hokule´a“ zu erzählen, die uns alle etwas angeht.

Im Juni 2017 wird die Rückkehr der „Hokule´a“ auf Hawaii erwartet, die dann ihre sagenhafte Weltumsegelung nach annähernd vier Jahren vollendet hat. Eine Abenteuerreise, die dort endet und der ich nun eine weitere Abenteuerreise und ihre Geschichte hinzufügen möchte: meine Reise nach Hawaii mit dem Ziel die Ankunft der „Hokule´a“ vor Ort zu erleben und eine tatsächliche Verbindung zu schaffen. Im Hinblick auf die Botschaft „Malama Hanua“ ist allerdings eine Reiseroute geplant, die möglichst dieses Umweltthema unterstützt. So soll der Atlantik vorzugsweise mit dem Schiff überquert werden und ein mir bekannter Herr erzählte mir jüngst von SkySails, die eine Möglichkeit geschaffen haben, dass zum Beispiel Frachtschiffe mit Hilfe der Windkraft umweltfreundlicher betrieben werden können. In New York ergibt sich vielleicht nochmals die Möglichkeit für einen Besuch der Vereinten Nationen, die bereits die „Hokule´a“ und ihre Crew-Mitglieder in Empfang nahmen. Von dort aus soll es dann über Land zur Westküste gehen. Mein geliebter Drahtesel scheint mir hierfür allerdings ungeeignet und somit würde ich ein umweltfreundlich betriebenes Fahrzeug der Automobil-Branche bevorzugen. Da die Fluggesellschaft „Hawaiian Airlines“ die „Hokule´a“ bereits als Sponsor unterstützt, ist der Flug zu den Inseln eine überbrückbare Hürde für mich. Erste Kontakte zu möglichen Unterstützern habe ich bereits geknüpft, bin allerdings für jegliche weitere Unterstützung dankbar. Sollte Dir diesbezüglich etwas einfallen, so freue ich mich auf Deine inspirierenden Ideen.

Doch nun möchte ich Dich wie gewohnt zurück in die jüngste Vergangenheit mitnehmen und Dir von meinen Erlebnissen der letzten Woche erzählen.

Da bekanntermaßen das „Teilen“ das größte Glück bedeutet, ließ ich am Freitag dem Ministerium für Glück und der Dame dahinter den letzten Brief an Dich zukommen, in dem sich beide wiederfanden. Dies traf wohl auf große Freude im Ministerium, die mir sogleich virtuell mitgeteilt wurde und der Schneeball des Glücks wieder auf mich traf. Dann meldete sich die Schmetterlingsdame mit einer Einladung zum Kaffee im Café für Seefahrerabenteuer, der ich sehr gerne nachkam und mit einem Kompliment in Empfang genommen wurde, das ich von Herzen gern erwiderte. Nach dem gemeinsamen Plausch brachte mich mein Drahtesel mit beherzter Ding-Dong-Klingel, die einen Windschaden davon getragen hatte, in die Innenstadt. Zum einem mussten geldliche Angelegenheiten erledigt werden und zum anderen erwarb ich ein neues Manuskript-Buch, da die leeren Seiten meines in der New York Public Library erworbenen Buches sich dem Ende neigten. Dieses Mal entschied ich mich für einen blau-gründigen, wunderschönen Einband mit üppiger Verzierung im Florentiner Stil, der den Namen „Delphine“ trägt. Nur wenige Tage zuvor sah ich in der virtuellen Welt Filmaufnahmen von einem Delfin auf Hawaii, der um einen jungen Mann herumschwamm und mir ein Lächeln auf das Gesicht zauberte. Nun staunte ich nicht schlecht über meine Buch-Wahl, die mir diesen Namen offenbarte. Zufrieden stattete ich auf dem Rückweg dann dem jungen Mann mit Aloha-Spirit einen Besuch ab, den ich seit einiger Zeit nicht gesehen hatte. Als er mich bemerkte ließ ich einem Herrn im Anzug den Vortritt zur Kaffee-Bestellung, um mit einer herzlichen Umarmung begrüßt zu werden. Dies sorgte für Aufsehen bei dem Herrn, der mir versicherte, dass er für eine Umarmung mich ebenfalls vorlassen würde. Dankend lehnte ich das Vorlassen ab, bemerkte allerdings, dass einem „Free Hug“ nichts im Wege stehe. So umarmten auch wir uns und schenkten uns einen Moment der Freude.

Zurück im Kiez suchte ich dann am späten Nachmittag den obligatorischen Bauernmarkt auf und traf dort in gewohnter Manier auf die Dame mit dem psychologischem Gespür, die mir schon strahlend entgegen blickte. Sogleich teilte sie mir mit, dass meine Liebebotschaften der letzten Woche ihre Adressaten erfreut hatten. Der nächste Schneeball des Glücks traf mich und ich erklärte ihr, dass ich keine Exklusivrechte für die Botschaften beanspruche und sie diese gerne auf ihre Weise weitertragen kann.

Am Samstag zog es mich dann weg von Seefahrerabenteuern hin zum Café in Museumsnähe, in dem mich die Umstände veranlassten zwei Mal den Platz zu wechseln, so den Namen des jungen Mannes hinter der Theke zu erfahren und die Beachtung einer Dame zu erhalten, die sich für ihre Unachtsamkeit entschuldigte. Mit besten Wünschen verabschiedete ich diese und erhielt eine Einladung einer mir bekannten, sanftmütigen Dame zu einem abendlichen Zusammentreffen. Dieses gestaltete sich dann neben den neuen Eindrücken in ihren vier Wänden zu einem intensiven Austausch über Liebesangelegenheiten. Kulinarisch bestens bedient, bedankte ich mich dann zu später Stunde bei ihr für ihre Gastfreundschaft und trat den Heimweg an unter den offenen Himmelsschleusen, die die Wassertropfen hinunterfallen ließen.

Am Sonntag widmete ich dann zunächst meine Zeit dem Schreiben von Briefen in verschiedene Richtungen. Über die #schreibdichglücklich-Aktion des „Ministeriums für Glück“ antwortete ich einer Dame aus der Metropolregion Rhein-Ruhr, die mir auf meinen ersten Brief an sie bereits geantwortet hatte. Die Neugierde auf den jeweils anderen und die Freude am Schreiben deuten einen Briefwechsel an, der wohl noch fortgeführt wird. Einen weiteren Brief begann ich an die Dame zu schreiben, die mir vor ein paar Tagen ein Buch-Geschenk zukommen ließ. Dann wurde ich unterbrochen, da mein Blick auf einen hochgewachsenen Herrn fiel, der mir wohlbekannt ist und wir uns seinerzeit über meine Aktivitäten zum „Büro der Liebe“ kennenlernten. Herzlich umarmten wir uns zur Begrüßung und freuten uns über das Wiedersehen, das uns nach längerer Zeit wieder zusammenführte. So gehörten die folgenden Stunden einem wunderbaren Gedankenaustausch über Vergangenes, über Reisen in ferne Länder und über Zukünftiges. Gemeinsam gingen wir später noch ein Stück des Weges, bis auch wir uns wieder voneinander verabschiedeten.

Eine ganz andere Gesprächsgestaltung erwartete mich dann am Montag bei den Piraten, die unter anderem ein neues Mitglied in ihren Reihen präsentierten, welches „hipster“-gleich meine Kaffeebestellung entgegen nahm und schließlich auch seinen Namen verriet. Dann bemerkte ich neue Bekanntschaften der letzten Tage, die ich herzlich begrüßte und an meinen Tisch einlud. Zwischen dem Herrn, seiner Herzensdame und mir entwickelte sich eine kontroverse Unterhaltung über Verhaltensweisen in verschiedensten Situationen und die Verbindung zur Liebe, die zuweilen mit unendlich scheinenden Fragen und Fallbeispielen der einen Seite einhergingen und in mir später einen gewissen Erschöpfungsgrad hinterließen. Neue Energie war von Nöten und so verabschiedeten wir uns alle friedvoll voneinander und gingen wieder unsere eigenen Wege.

Am Dienstag freute ich mich dann nochmals über die Begegnung mit dem jungen Mann mit Aloha-Spirit und ein herzliches Gespräch mit einer jungen Dame auf der Terrasse des Cafés. So tauschten wir uns über „Schmuck mit Geschichte“ aus, den wir beide ausschließlich trugen. Sie verband ein Herz mit ihrer Großmutter und ein Band mit ihrem Herzensfreund und ich erzählte ihr von meinem Ring aus Kindertagen, den mir meine Tante schenkte und von dem Perlenband, das mir der Mönch in New York mit den Worten „Lifetime Peace“ über das Handgelenk streifte. Und so enden an dieser Stelle auch für heute meine Zeilen an Dich mit einem fröhlichem „Aloha“.

In Liebe,

Alice

PS.

„Ich liebe Dich. So, wie Du bist.
Ganz gleich was war oder sein wird.
Bedingungslos.“

Über Alice Zumbé

Wer bin ich? Meine immer währende Neugierde auf Menschen aller Art gab schnell den Weg zur Portraitmalerei frei. Jedoch auch andere Facetten meines Lebens führten zu zahlreichen Interessensgebieten. Immer mit dem Blick was draussen passiert - sowohl im Detail als auch im großen Ganzen. Es bleibt spannend in der Welt.
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