{"id":948,"date":"2016-03-16T14:38:37","date_gmt":"2016-03-16T13:38:37","guid":{"rendered":"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/?p=948"},"modified":"2016-05-29T15:17:19","modified_gmt":"2016-05-29T13:17:19","slug":"kolumne-der-fluss-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-der-fluss-des-lebens\/","title":{"rendered":"Kolumne: Der Fluss des Lebens."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_949\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_949\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 160px\"><a href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-der-fluss-des-lebens\/alice_zumbe_nb-9\/\" rel=\"attachment wp-att-949\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-949\" title=\"Alice_Zumb\u00e9\" src=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/blogin\/media\/\/2016\/03\/Alice_Zumbe_nb3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_949\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Liebesbriefe von Alice.&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<address style=\"text-align: center;\">&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Immer in Verbindung mit Liebe.&#8220;<\/address>\n<p>&#8222;Lieber Freund,<\/p>\n<p>es geht mir erfreulicherweise wieder besser. Zum einen verdanke ich dies der Tatsache, dass die Erk\u00e4ltung mich aus ihren F\u00e4ngen langsam entlassen hat und zum anderen darf ich Dir mit Freude verk\u00fcnden, dass das Gl\u00fcck sowohl an meine T\u00fcr, als auch an die eines mir nahestehenden Menschen geklopft hat. Und was kann sch\u00f6ner sein, als diese gl\u00fccklichen Momente dann miteinander zu teilen. \u00dcberdies ist es mir gelungen mich aus einigen Abh\u00e4ngigkeiten zu befreien, die mir nicht mehr gut taten, so dass ich es bei der ein oder anderen Gelegenheit bereits schmerzlich zu sp\u00fcren bekam. Gerade erf\u00fcllt es mich sogar mit Stolz, dass ich die Konsequenzen \u00fcberwinden konnte und wieder einmal feststellte, wozu ich imstande bin, wenn ich die inneren Kr\u00e4fte mobilisierte, mir mit Selbstachtung begegnete und die Ver\u00e4nderungen einl\u00e4utete, die notwendig sind. In meinem letzten Brief an Dich erw\u00e4hnte ich bereits, wie ich mir des \u00d6fteren in letzter Zeit die Frage stellte, was so manches, das in meinem Leben eingezogen war, noch mit Liebe zu tun hatte. Losgel\u00f6st von den Abh\u00e4ngigkeiten f\u00fchrte es mich wieder einmal zur Selbstliebe und bescherte mir Schritt f\u00fcr Schritt mehr inneren Frieden und Gelassenheit. In den letzten Tagen lernte ich von neuem einiges \u00fcber mich selbst und stellte fest, wenn ich mich voller Vertrauen dem Fluss des Lebens hingab und mich in Geduld \u00fcbte, \u00fcberraschte mich dieser mit tollen Begegnungen, gl\u00fccklichen Momenten und lie\u00df mich meine Liebe zum Leben sp\u00fcren. Langsam zogen auch erneut Tr\u00e4ume durch meine Seele und meinen Geist und zeigten mir, dass ich mich auf meinem Weg befand und nach vorne schaute. Da ich dabei auch das Hier und Jetzt nicht aus den Augen verlor, standen mir dann unverhofft auch hilfreiche Gedanken anderer beiseite, die meinen Weg kreuzten.<\/p>\n<p>Ein Gedankenaustausch, der meine Fantasie befl\u00fcgelte, ergab sich durch eine zauberhafte Begegnung mit einer bisher unbekannten Dame, deren Name mich an eine Lady erinnerte, die einst das Herz des sagenumwobenen Robin von Locksley, besser bekannt auch als Robin Hood, eroberte und seine Liebe entflammte. Besagte Dame traf ich bei sch\u00f6nstem Sonnenschein auf der Terrasse eines Caf\u00e9s, wo sie mir auf meine Frage hin den noch freien Platz neben sich anbot. Meine Freude \u00fcber die ersten warmen Sonnenstrahlen ermunterte mich dies auch ihr gegen\u00fcber kundzutun und so f\u00fchrte eins zum anderen und wir fanden uns mitten in einem anregenden Gespr\u00e4ch wieder. Gef\u00fcllt wurde es mit Themen \u00fcber Reisen in ferne L\u00e4nder und die Erfahrungen, die wir dort machten, \u00fcber unsere Herkunft und die Beweggr\u00fcnde daf\u00fcr, dass wir unsere Zelte in D\u00fcsseldorf aufschlugen sowie ein paar Lebensgeschichten zu den zwischenmenschlichen Begegnungen und Erlebnissen, die uns in den letzten Monaten bewegten und bei denen die Liebe im Spiel war. Mir gefiel ihre offene Art und ihre positive Ausstrahlung und so gestaltete sich dieses Zusammentreffen zu einem fr\u00f6hlichen und erkenntnisreichen Austausch \u00fcber die jeweiligen Ansichten und endete mit dem Vertrauen, dass wir uns irgendwann wiedersehen w\u00fcrden, wenn der Lauf des Lebens es so vorsah. Das Gespr\u00e4ch inspirierte mich auch einen Gedanken weiter zu verfolgen, der mich schon seit letztem Jahr begleitete und mit der Erf\u00fcllung eines Traums zu tun hatte. Doch dazu m\u00f6chte ich Dir jetzt noch nicht mehr verraten, da ich mir noch mehr Klarheit \u00fcber die weitere Entwicklung der Idee verschaffen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Nach dieser Zusammenkunft regte sich in mir das Bed\u00fcrfnis nach Weitsicht und Entspannung, um die neuen Eindr\u00fccke zu verinnerlichen. Diese fand ich an einem sonnigen Platz mit Blick auf den Rhein, diesem vielbefahrenen Fluss, der sich durch die Stadt schlengelte, wie eine Schlange durch den W\u00fcstensand. Dort verharrte ich eine Weile, genoss die weite Aussicht, beobachtete die Schiffe, die vorbeizogen und lie\u00df meine Gedanken kommen und gehen. Dem flie\u00dfenden Wasser zuzuschauen, wie es sich seinen Weg durch die Stadt bahnte, hatte etwas beruhigendes auf mich und lie\u00df mich f\u00fcr einige Momente v\u00f6llig die Zeit vergessen. Da war er wieder &#8211; der Fluss des Lebens, dem ich mich f\u00fcr den Augenblick hingab und der mich mit Ruhe und Gelassenheit beschenkte. Au\u00dferdem erinnerte mich das Wasser an die Liebe, die man, wie dieses Element, nicht festhalten konnte, selbst wenn sie sp\u00fcrbar durch einen floss &#8211; idealerweise gab man sich ihr dann einfach nur hin.<\/p>\n<p>Nach einer Weile warf ich einen kurzen Blick auf meinen Email-Eingang, der mich mit einer Nachricht \u00fcberraschte, die mich zun\u00e4chst sprachlos machte. Ein Umstand, der sich nicht als tragisch erwies, da ja niemand in der N\u00e4he war, dem ich mich mitteilen konnte. In der Betreffzeile offenbarten sich schon Worte, die auf etwas erfreuliches hinwiesen, denn dort stand: &#8222;Der Stern-Verlag gratuliert!&#8220;. Bei n\u00e4herer Betrachtung erinnerte mich eine Dame daran, dasss ich wenige Wochen zuvor an einem Gewinnspiel teilgenommen hatte, dessen Auslosung dazu f\u00fchrte, dass ich mich zu den gl\u00fccklichen Gewinnern z\u00e4hlen durfte. Zwei Kinokarten und der Roman, der die Grundlage zum Film bildete, warteten nun auf mich zur Abholung bereit, wie mir die Dame in der Nachricht versicherte. Das Gl\u00fccksgef\u00fchl, das ich empfand, als ich die Zeilen noch einmal Revue passieren lie\u00df und ich innerlich \u00fcber den Gewinn jubilierte, erwies sich als genauso intensiv wie vier Monate zuvor in einer \u00e4hnlichen Situation. In diesem Moment erkannte ich, dass es f\u00fcr dieses Gef\u00fchl keine Wertigkeit gab, die sich vielleicht sogar an dem Wert des Gewinns gemessen h\u00e4tte. Es stieg einfach in mir empor und erf\u00fcllte mich gleicherma\u00dfen, wie im November des letzten Jahres. Irgendwann zog allerdings auch die noch winterliche K\u00e4lte in meine Glieder und bewog mich, neben meiner fast unaussprechlichen Freude \u00fcber die Gewinn-Nachricht, diesen Ort zu verlassen.<\/p>\n<p>Neue Begegnungen mit bereits bekannten Menschen gaben mir dann die M\u00f6glichkeit mein Gl\u00fcck mit ihnen zu teilen und v\u00f6llig unvermutet durfte ich mich dann noch zus\u00e4tzlich daran erfreuen, dass das Gl\u00fcck in etwas anderer Form auch an die T\u00fcr meines Sohnes geklopft hatte. Meinen Gewinn nahm ich dann am n\u00e4chsten Tag zur 13. Stunde im Stern-Verlag entgegen und somit betrat ich doch noch einmal nach zwei Wochen unvermutet die R\u00e4umlichkeiten des Verlagshauses, das zum Ende des Monats f\u00fcr immer seine T\u00fcren schlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter konnte ich charmanten Besuch empfangen und da wir uns einige Zeit nicht gesehen hatten, gestaltete sich ein erz\u00e4hlreicher Abend, der mit dem perfekten Gastgeschenk begann, kulinarische Gen\u00fcsse offenbarte und f\u00fcr uns beide gl\u00fcckselig endete, da wir uns ein St\u00fcck Lebenszeit geschenkt hatten. Neben den Erz\u00e4hlungen zu den ereignisreichen letzten Tagen kam ich nochmals auf die &#8222;36 Fragen&#8220; zu sprechen. Du erinnerst Dich sicher noch an meinen Brief \u00fcber &#8222;<a title=\"Fr\u00fchlingsgef\u00fchle\" href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-fruehlingsgefuehle\/\" target=\"_blank\">Fr\u00fchlingsgef\u00fchle<\/a>&#8222;, in dem ich dar\u00fcber berichtete!? Damals erw\u00e4hnte ich nicht die &#8222;4 Minuten&#8220;, die sich an die Fragen anschlossen und in denen sich die beiden Akteure schweigend in die Augen schauen sollten. Mein reizender Besuch wurde ganz neugierig und aufmerksam, als ich ihr von meinen &#8222;4 Minuten&#8220; zu erz\u00e4hlen begann. Diese erlebte ich genauer gesagt an dem Tag, als ich das letzte Mal den Mann sah, der zu einem Freund geworden war und mit dem ich f\u00fcnf Monate vorher die &#8222;36 Fragen&#8220; beantwortet hatte. Er bat mich \u00fcberraschend um diese Minuten und obwohl es mich aufgrund der Entwicklungen der letzten Monate wenige Sekunden irritierte, lie\u00df ich mich darauf ein. In mir offenbarten diese vier Minuten das tiefe Gef\u00fchl, dass alles in Ordnung ist, so wie es war &#8211; es f\u00fchlte sich richtig an und ich sah die Liebe in seiner Seele, die sich in seinen bewegten Augen wiederspiegelte. Er erz\u00e4hlte mir danach, dass er mich von meiner Kindheit bis zu der Frau, die ich heute bin, wahrgenommen hatte. Ein unvergessliches Erlebnis, das uns die absolute Freiheit gab, den anderen jeweils in sein Leben zu entlassen und dies im besten Sinne &#8211; in bedingungsloser Liebe und dem Vertrauen, dass der Fluss des Lebens eine erneute Begegnung m\u00f6glich machte, wenn er es vorsah.<\/p>\n<p>F\u00fcr heute enden meine Zeilen an Dich und dieses Mal begleitet mich schon ein gewisse Vorfreude auf meinen n\u00e4chsten Brief an Dich, denn ich werde mein pers\u00f6nliches Wunderland besuchen, in dem alles m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>In Liebe,<\/p>\n<p>Alice<\/p>\n<p>PS: Dies m\u00f6chte ich Dir noch auf den Weg mitgeben &#8211; Georg Bernard Shaw sagte einst:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;Liebe ist die F\u00e4higkeit und Bereitschaft, den Menschen, an denen uns gelegen ist, die Freiheit zu lassen, zu sein, was sie sein wollen, gleichg\u00fcltig, ob wir uns damit identifizieren k\u00f6nnen oder nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten. 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