{"id":737,"date":"2016-02-03T18:12:55","date_gmt":"2016-02-03T17:12:55","guid":{"rendered":"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/?p=737"},"modified":"2022-12-10T19:16:04","modified_gmt":"2022-12-10T18:16:04","slug":"kolumne-das-glucklichste-volk-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-das-glucklichste-volk-der-welt\/","title":{"rendered":"Kolumne: Das gl\u00fccklichste Volk der Welt."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_738\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_738\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 160px\"><a href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-das-glucklichste-volk-der-welt\/alice_zumbe_nb-2\/\" rel=\"attachment wp-att-738\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-738\" title=\"Alice Zumb\u00e9\" src=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/blogin\/media\/\/2016\/02\/Alice_Zumbe_nb-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_738\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Liebesbriefe von Alice.&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<address style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten. <\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em>Immer in Verbindung mit Liebe.&#8220;<\/em><\/address>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8222;Lieber Freund,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">heute bin ich einer Aufforderung nachgekommen, die ich am letzten Tag des vorangegangenen Jahres im Social Net entdeckte. Es handelte sich genauer betrachtet um Worte, deren Sinn mir gefiel und der Satz dazu lautete: &#8222;Mache etwas zum ersten Mal.&#8220; Auf Instagram las ich an diesem Morgen einen netten Post von einem Caf\u00e9, der mich an die zuvor genannten Worte erinnerte und mich inspirierte diesen Ort aufzusuchen, den ich bisher noch nicht kannte. Er f\u00fchrte mich schlie\u00dflich mitten in die Stadt, gewisserma\u00dfen in die Altstadt, die ich, wie Du Dich sicher erinnerst, bisher meistens mied. Dort angekommen wurde ich freudig \u00fcberrascht, denn was meine Augen sahen bereitete mir Vergn\u00fcgen. Das Ambiente, die Aufteilung der R\u00e4umlichkeiten mit vielen Fensterpl\u00e4tzen, die einen ausgiebigen Blick auf das umtriebige Geschehen der Stadt erm\u00f6glichten und der herzliche Willkommensgru\u00df des jungen Mannes hinter der Theke begl\u00fcckten mich f\u00fcr den Moment. Dar\u00fcber hinaus wurde ich dann in den Stunden, die ich dort verweilte auch noch mit der Sicht auf viele interessante Menschen belohnt, die sich immer wieder wechselnd im Caf\u00e9 einfanden. Der ein oder andere wohlwollende Blick streifte mich hin und wieder, wenn meine Augen auf die eines anderen trafen, ich ein L\u00e4cheln schenkte und manchmal eines zur\u00fcck erhielt. Au\u00dferdem entz\u00fcckte es mich verschiedene Sprachen zu h\u00f6ren, die einen Hauch internationales Flair in meine Ohren bliesen und mich an ferne L\u00e4nder und meine Reisen dorthin erinnerten. Wunderbar. Beseelt und gl\u00fccklich f\u00fcr den Moment gab ich mich den naheliegenderen Erinnerungen hin, die mich zu meinem w\u00f6chentlichen Treffen mit meinem Schriftsteller-Kollegen und Freund f\u00fchrten. Dabei handelt es sich um eine sehr inspirierende Zusammenkunft, die sich in diesem Jahr neu gefunden hatte und mir ein paar angenehme Stunden des Austauschs zur Literatur, Philosphie und anderen spannenden Themen bescherte. Nat\u00fcrlich durfte auch das Thema &#8222;Liebe&#8220; nicht fehlen und wie Du sicher mit einem Schmunzeln bemerken wirst, brachte ich dies vorzugsweise zur Sprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So ergab es sich, dass ich auf eine Geschichte zu sprechen kam, die mir einst \u00fcber eine Dokumentation vermittelt wurde. Dort stellte man sie unter dem Titel &#8222;Besuch aus der S\u00fcdsee&#8220; dem breiten Publikum vor und nachdem ich mir die englische Original-Version &#8222;<a title=\"Meet the natives\" href=\"https:\/\/m.youtube.com\/watch?v=S1DqarK4NlA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Meet the natives<\/a>&#8220; auf youtube noch einmal anschaute, war ich wieder ber\u00fchrt von dem Geh\u00f6rten, das von Weisheit, Klugheit und Liebe getragen wurde. Deshalb erz\u00e4hle ich Dir nun von dem gl\u00fccklichsten Volk der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf der S\u00fcdsee-Insel Tanna, die \u00f6stlich von Australien im S\u00fcdpazifik gelegen ist und zum Inselstaat Vanuata z\u00e4hlt, dem insgesamt 83 Inseln angeh\u00f6ren, lebt ein Volk, das den Gemahl der britischen K\u00f6nigin Prinz Philip als den wiedergeborenen Sohn ihres Gottes verehren. Aus diesem Anlass wurden im Fr\u00fchjahr 2007 f\u00fcnf Botschafter dieses Volkes mit dem Auftrag nach Gro\u00dfbritannien entsandt die fremde Kultur dort kennenzulernen und Prinz Philip aufzusuchen, um ihn zu bitten sie zur\u00fcck auf die Insel zu begleiten, da sie der Auffassung waren, dass die Zeit f\u00fcr ihn gekommen war in die Heimat zur\u00fcckzukehren und ihnen Reichtum und ewiges Leben mitzubringen. Bevor sie ihre Reise antraten, versammelten sich die f\u00fcnf Gesandten noch ein letztes Mal und der H\u00e4uptling unter ihnen bekundete eine Art Verhaltenscodex: &#8222;Wir repr\u00e4sentieren unsere Gemeinschaft auf unserer Reise und m\u00fcssen unseren Respekt vor den Menschen in England zeigen. Wenn wir dort sind, nehmt nichts, was uns nicht geh\u00f6rt. Geht nicht alleine irgendwo hin und abschlie\u00dfend: wenn Ihr einem h\u00fcbschen M\u00e4dchen begegnet, bitte ber\u00fchrt sie nicht. Bitte beachtet dies bis zu unserer R\u00fcckkehr.&#8220; Dann entledigten sie sich ihrer traditionellen Kleidung, zogen sich um und begaben sich auf die Reise.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ihr f\u00fcnf Wochen andauernder Aufenthalt in England f\u00fchrte die f\u00fcnf Botschafter an verschiedene Orte des Landes und zu Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten Englands. So trafen sie auf eine Schweine-Z\u00fcchter Familie der Middleclass in Norfolk, eine Familie der Workingclass in Manchester und eine Familie der Upperclass auf ihrem Herrensitz in Northumberland, die sie jeweils einluden f\u00fcr ein paar Tage an ihrem Leben teilzunehmen und so eine Einblick in ihre Sitten und Gebr\u00e4uche und dem allt\u00e4glichen Zusammenleben zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ihre erste Station in Norfolk war vor allem von einem gro\u00dfen, pers\u00f6nlichen Interesse begleitet, da ihr Volk in Tanna ebenfalls mit Schweinen lebte. Die Gastgeber-Familie gew\u00e4hrte ihnen dann auch einen Einblick in ihre Schweinezucht, die bei den f\u00fcnf Gesandten doch so manche Frage aufwarf. Am merkw\u00fcrdigsten erschien ihnen dabei der Prozess der k\u00fcnstlichen Besamung. So vertraten sie die Ansicht, dass auch Schweine einen realen Kontakt zu ihrem Partner und Sex mit diesem haben m\u00f6chten. Menschen und Tiere w\u00e4ren in dieser Angelegenheit doch gleich und diese Art der Besch\u00e4ftigung sollte doch dann auch privat gehalten werden. Dies gar in der \u00d6ffentlichkeit zu praktizieren &#8211; sie erhielten einen direkten Einblick in den Besamungsprozess &#8211; wenn andere Menschen zusahen, schien ihnen nicht angemessen. So erz\u00e4hlten sie von ihrem Umgang mit den Schweinen in ihrer Heimat. Dort lebten sie miteinander in der Gemeinschaft, behandelten die Tiere mit Respekt und lie\u00dfen dem nat\u00fcrlichen Vorgang der Fortpflanzung seinen Lauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Beim Abendessen mit der Gastgeber-Familie wurden noch viele Fragen und Antworten \u00fcber die jeweiligen Lebensgewohnheiten ausgetauscht und die f\u00fcnf Gesandten lie\u00dfen es sich auch nicht nehmen ihre Dankbarkeit f\u00fcr die Gastfreunschaft zum Ausdruck zu bringen. F\u00fcr sie bedeutete das Zusammensitzen und das gemeinsame Mahl unendlich viel, denn es repr\u00e4sentierte f\u00fcr sie einen Ausdruck von Liebe und Respekt. So \u00e4u\u00dferten sie auch, dass doch der Sinn des Lebens darin bestehe gemeinsam Dinge zu tun, damit alle ein besseres Leben f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein sch\u00f6ner Gedanke und besonders zauberhaft ist mir ihre Beschreibung zum Sinn ihrer dunklen Hautfarbe und der hellen ihrer Gastgeber in Erinnerung. Es ist n\u00e4mlich so: &#8222;Die wei\u00dfe Haut ihrer Gastgeber ist wie ein wei\u00dfes Blatt Papier und ihre dunkle Haut ist wie Tinte. Wenn nun beide aufeinandertreffen und sich miteinander verbinden, enstehen die sch\u00f6nen Geschichten, die es zu erz\u00e4hlen gibt.&#8220; Dies konnte ich ganz besonders in der Funktion als Schriftstellerin nur best\u00e4tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein sp\u00e4terer Besuch im \u00f6rtlichen Pub sorgte bei den f\u00fcnf M\u00e4nnern f\u00fcr einige Verwirrung. F\u00fcr sie, die einen Versammlungsort in ihrem Dorf dazu nutzten, um wichtige Entscheidungen zu treffen, schien dieser Ort nun nicht unbedingt damit vergleichbar, denn sie zweifelten daran, dass die Menschen dort immer wussten, was sie sagten, da doch der Alkohol so seine Wirkung zeigte und auch beachtlich dazu beitrug, dass die Lautst\u00e4rke derma\u00dfen anstieg, dass wohl ein vern\u00fcnftiges Wort eher unwahrscheinlich wurde. Eine Begegnung mit einem J\u00e4ger in den n\u00e4chsten Tagen, der der \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Anzahl von Hasen Herr werden sollte, r\u00fchrte diesen derart zu Tr\u00e4nen, dass er sich sehr f\u00fcr das Interesse und Verst\u00e4ndnis der f\u00fcnf M\u00e4nner bedankte und anmerkte, dass seiner Ansicht nach beides bei den Menschen in England verloren gegangen w\u00e4re. Auf der Abschiedsveranstaltung in der Dorfhalle zum Ende ihres Besuches hinterlie\u00dfen die f\u00fcnf Repr\u00e4sentanten von Tanna ihre Botschaft an die Menschen dort mit dem Inhalt das Leben in Liebe, Frieden und Eintracht zu gestalten und in Harmonie miteinander zu leben. Eine Botschaft ihres Volkes, das es f\u00fcr sinnlos erachtet einen Menschen zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Derweil verloren sie auch nicht ihr eigentliches Ziel der Reise aus den Augen: der Besuch von Prinz Philip. So stellten sie all ihren Gastgebern immer wieder die selbe Frage, ob diese ihn kennen w\u00fcrden und ob sie w\u00fcssten, dass er urspr\u00fcnglich von Tanna k\u00e4me. Dann erz\u00e4hlten sie ihre Geschichte dazu und trotz der nicht ganz einfach erscheinenden Erf\u00fcllung ihres Ziels, vertrauten sie darauf Philip zu treffen, weil sie daran von Herzen glaubten und so folgten sie weiter ihrem Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In Manchester wurde ihr Aufeinandertreffen mit den Menschen dort wieder vom liebevollen und aufmerksamen Umgang miteinander getragen. Doch sollten sie in dieser Stadt auch mit den Schattenseiten der Gesellschaft in Ber\u00fchrung kommen. So bemerkten sie Armut und Obdachlosigkeit, zeigten ihr Mitgef\u00fchl f\u00fcr die betroffenen Menschen und ihr Unverst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass in einer augenscheinlich so reichen Stadt mit ihren stattlichen Geb\u00e4uden Menschen in Armut und auf der Stra\u00dfe leben mussten. Sie vermittelten ihrer Gastgeber-Familie, dass der Sinn des Gesehenen wohl darin bestand, dass sie diese widerum auf die Mi\u00dfst\u00e4nde aufmerksam machten, deren Augen und Bewusstsein daf\u00fcr \u00f6ffneten, damit sie sich k\u00fcmmern konnten. Begleitet von dem Glauben daran, dass Philip, der Sohn ihres Gottes, einst nach England gesandt wurde, um die negativen Einfl\u00fcsse auf die urspr\u00fcngliche Kultur zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die letzte Station ihrer Reise bei einer Gastgeber-Familie f\u00fchrte die f\u00fcnf Gesandten von Tanna dann nach Northumberland in das Schloss eines Lords und den seinen. Die Upperclass \u00f6ffnete ihre T\u00fcren. Auch dieser Besuch gestaltet sich zu einer lehrreichen Zeit f\u00fcr beide Seiten. Zum wiederholten Male trafen Gastfreundschaft auf Herzlichkeit und gegenseitige Neugier auf Interesse am anderen. Zu sehen und zu h\u00f6ren gab es Geschichten zu den Vorfahren des Schlossherrn, ein herrschaftliches Bankett mit Anzug und Fliege und zur \u00e4u\u00dfersten, freudigen \u00dcberraschung der f\u00fcnf G\u00e4ste ein Foto von Philip und dem Hausherrn, dem ein Besuch des Prinzen auf dem Schloss vorausgegangen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie es nun weiter ging? Nun, liebster Freund, ich m\u00f6chte Dir die Freude an dem Erlebnis, die Dokumention selbst zu sehen (einfach <a title=\"&quot;Meet the Natives&quot;\" href=\"http:\/\/youtu.be\/SV9GRNKqOKw?list=PLC9D141A3F2F37346\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link<\/a> anklicken), nicht nehmen. Ich selbst hatte sehr viel Vern\u00fcgen daran und das selbige w\u00fcnsche ich Dir auch. So viel m\u00f6chte ich an dieser Stelle allerdings noch verraten oder anders ausgdr\u00fcckt, Dich fragen. Wie sollte es m\u00f6glich sein, dass f\u00fcnf Gesandte des gl\u00fccklichsten Volkes der Welt, wie sie sich immer wieder glaubhaft selbst bezeichneten und die die Liebe im Gep\u00e4ck mit sich f\u00fchrten, ihren Herzenswunsch nicht erf\u00fcllt bekommen? Hiermit enden f\u00fcr heute meine Zeilen an Dich und ich verabschiede mich in Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Herzliche Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Alice<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">PS: Abschiedsworte der f\u00fcnf Gesandten aus Tanna auch f\u00fcr Dich. Von dem gl\u00fccklichsten Volk der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;Live your life in Love, Peace and Harmony.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten. 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