{"id":2145,"date":"2016-12-28T21:53:48","date_gmt":"2016-12-28T20:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/?p=2145"},"modified":"2016-12-28T23:37:06","modified_gmt":"2016-12-28T22:37:06","slug":"kolumne-ausflug-an-die-riviera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-ausflug-an-die-riviera\/","title":{"rendered":"Kolumne: Ausflug an die Riviera."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2146\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_2146\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 160px\"><a href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-ausflug-an-die-riviera\/alice_zumbe_nb-45\/\" rel=\"attachment wp-att-2146\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-2146\" title=\"Alice_Zumb\u00e9\" src=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/blogin\/media\/\/2016\/12\/Alice_Zumbe_nb3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_2146\" class=\"wp-caption-text\">Liebesbriefe von Alice.<\/figcaption><\/figure>\n<address style=\"text-align: center;\">&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Immer in Verbindung mit Liebe.&#8220;<\/address>\n<p>&#8222;Lieber Freund,<\/p>\n<p>gestern morgen h\u00e4tte ich es mir nicht tr\u00e4umen lassen, dass ich Dir in meinem letzten Brief diesen Jahres davon erz\u00e4hlen kann, dass ich den Nachmittag mit einem Ausflug an die Riviera begangen habe. Nun ja, genauer betrachtet war es dann wohl eher die Aussicht auf die <em>&#8222;Riviera&#8220;<\/em>, die flussabw\u00e4rts an dem Schiff vorbeifuhr, das dauerhaft am Flussufer der Stadt vor Anker liegt und sich dort um das leibliche Wohl seiner t\u00e4glichen G\u00e4ste k\u00fcmmert. So genoss ich bei einer Latte Macchiato und wundervollem, sonnigen Winterwetter die Aussicht auf den Fluss mit Blick auf die vorbeiziehenden Container- und Passagierschiffe sowie die Br\u00fccken der Stadt und ihr Fernsehturm im Hintergrund. Mit einem bereiften <em>&#8222;Welcome on board&#8220;<\/em> nahm der Chef des Hauses, oder in diesem Fall des Schiffes, die stetig wechselnden G\u00e4ste, manchmal mit einem flotten Spruch auf den Lippen, in Empfang. Auf der \u00fcberdachten, kuschelig warmen Terrasse lie\u00dfen einige von ihnen sich dann die wohl k\u00f6stlich schmeckenden, frischen Waffeln munden und kleine und gro\u00dfe G\u00e4ste schoben sich das ein oder andere St\u00fcck, mal mit Zucker gepudert oder in fl\u00fcssiger Schokolade getunkt, genussvoll in ihre M\u00fcnder. Derweil erz\u00e4hlte ein Gro\u00dfvater seinen Enkeln Geschichten aus der Welt, Paare schenkten sich ihre Aufmerksamkeit und Freunde, von denen zwei Erinnerungen an Geschichten zu New Yorker Mafiosi der 30er Jahre in mir wachriefen, vertieften sich in ihre Gespr\u00e4che. Der ein oder andere trank sich dabei die Geschichten wohl sch\u00f6n oder vielleicht sogar sein Gegen\u00fcber. Nun ja, wer wei\u00df!? Nach Sonnenuntergang zog es mich in jedem Fall wieder in den Kiez zur\u00fcck und so endete mein Ausflug ans Meer. Ach nein, es war ja der Fluss.<\/p>\n<p>Doch nun nehme ich Dich zur\u00fcck an die Anf\u00e4nge dieser Woche, die mit Schmetterling-Zeit und einem erneuten Besuch eines kulinarischen Ablegers des Landes der aufgehenden Sonne begann. Am Abend verlie\u00df mich dann die Dame mit den imagin\u00e4ren Fl\u00fcgeln mit einem cineastischen Tipp von der Leinwand und so wurde ich abermals Zeuge wie Mr. Darcy der Damenwelt die Augen verdrehte, nur dass in in diesem Fall nicht Jane Austen ihre Finger im Spiel hatte, sondern ihm eine Dame verfiel, die wohl Schokolade schon zum Fr\u00fchst\u00fcck bevorzugte. In den noch dunklen Morgenstunden des Freitags zog es mich dann f\u00fcr einen kurzen Moment raus auf meinen erh\u00f6hten Austritt, jenes Bauwerkelement, das die St\u00e4dte im 19. Jahrhundert eroberte und nun einen letzten Blick auf den Schmetterling preisgab, der weihnachtlich bepackt, schlie\u00dflich im Dunkel der Nacht verschwand. Ich schl\u00fcpfte nochmals unter die warme Bettdecke und versank wieder f\u00fcr eine Zeit lang ins Reich der Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Der Tag gestaltete sich ganz im Zeichen einer &#8222;Christmas-Verabschiedungsrunde&#8220;, da die kommenden Tage f\u00fcr viele Menschen den Anlass boten sich ins heimische Umfeld zur\u00fcckzuziehen und Zeit mit den nahestehenden zu verbringen. Die Dame vom Bauernmarkt verschwand sogar f\u00fcr die kommenden Wochen, so dass wir uns erst im n\u00e4chsten Jahr wiedersehen werden und somit umso inniger die Umarmung ausfiel, die auch die N\u00e4he und Verbundenheit ausdr\u00fcckte, die in den vergangenen Monaten immer sichtbarer wurde. In gleicher Weise fanden so auch die australische Lady und ich an diesem Tag zusammen, wechselten noch das ein oder andere wohlwollende Wort und entlie\u00dfen den anderen mit diesem Ausdruck von Liebe in die Feiertage. Auf meinen Wegen in die Stadt begegnete ich auch nach l\u00e4ngerer Zeit f\u00fcr einen kurzen Moment wieder meiner schneewei\u00dfen, gefiederten Freundin, die symbolisch die Liebe und den Frieden mit sich tr\u00e4gt und mir ein L\u00e4cheln auf das Gesicht zauberte, als ich sie erblickte. Dies trug sich dann auch im Zusammentreffen mit einem bekannten Herrn weiter, den ich einst vor langer Zeit in einem Unternehmen kennenlernte und wir bis heute virtuell verbunden sind. Nun lernte ich in der realen Welt seine aufgeweckte Tochter und seine Herzensdame kennen und er erinnerte mich daran, wie sehr sich doch mein Lebensweg ver\u00e4ndert hatte, welche Spuren er hinterlie\u00df und wie ich die Vergangenheit l\u00e4ngst von dem Hier und Jetzt entbunden hatte. So tauschten wir f\u00fcr einen kurzen Moment unsere aktuellen Gedanken aus, bis sich unsere Wege wieder trennten und ich mich weiterhin den Aufmerksamkeiten f\u00fcr junge Damen aus dem Familienkreis widmete. Dar\u00fcberhinaus befasste ich mich noch mit meinem vorletzten Brief an meine betagte Brieffreundin, die die Festtage und den \u00dcbergang ins neue Jahr im \u00f6stlichen Teil des Landes verbringt. Am Abend erf\u00fcllte sich dann eine Prophezeiung der Schmetterlingsdame, die mir <em>&#8222;sturmfreie&#8220;<\/em> Zeiten vorhersagte und so freute ich mich auf so manche Verabredungen mit mir selbst in den kommenden Tagen.<\/p>\n<p>In den Mittagsstunden des Samstags f\u00fchrte mich mein Weg zu einer Dame, die sich der Schokolade verschworen hatte und die ich bereits einige Male aufsuchte, um andere mit ihren s\u00fc\u00dfen Leckerein zu erfreuen. Dieses Mal w\u00fcrde wohl mein Schwager in den Genuss kommen und so erwab ich eine Kleinigkeit mal vier und erfreute mich selbst an der Aussicht in diesem Laden, der mich immer an einen zauberhaften Film namens <em>&#8222;Chocolat&#8220;<\/em> erinnert, der f\u00fcr mich den Mythos der Kakaobohne in Perfektion inszeniert hat. Etwas sp\u00e4ter g\u00f6nnte ich mir zum zweiten Mal, jedoch an einem anderen Ort und Stelle, einen Latte Macchiato mit wechselnden Tischnachbarn und Verkupplungsversuchen der bedienenden Dame, die f\u00fcr mich und den betagten Herrn neben mir jedoch aussichtlos blieben. Stattdessen weckte ich die Neugierde eines Herrn in Begleitung seiner Herzensdame, der belesen schien, da er ein Buch bei sich f\u00fchrte, das er ihr mit den Worten: <em>&#8222;Das ist eines der sch\u00f6nsten B\u00fccher, die ich je gelesen habe.&#8220;<\/em> reichte. In diesem Moment dachte ich so bei mir: <em>&#8222;Da kennen Sie allerdings auch noch nicht meines.&#8220;<\/em> und kaum, dass der Gedanke durch meinen Kopf zog, h\u00f6rte ich von dem Herrn schon ein Kompliment f\u00fcr meine h\u00fcbsche Handschrift, die auch sein und ihr Interesse an meinem literarischen Werk weckte. Viele neugierige Fragen und tiefgr\u00fcndige Antworten sp\u00e4ter verabschiedeten wir uns schlie\u00dflich mit beherztem Gru\u00df wieder voneinander, wie so viele an diesem Tag, die am Abend den Weihnachtsmann erwarteten.<\/p>\n<p>Der Sonntag folgte dann mit einer Einladung meines Bruderherz\u00b4und seiner Herzensdame, bei denen ich zu meiner gro\u00dfen Freude auf alle Mitglieder des engsten Familienkreises traf. So bot sich die Gelegenheit meine Aufmerksamkeiten, Einweihungspr\u00e4sente, Liebesbriefe und literarischen Werke weiterzureichen und Kinderaugen mit Seifenblasen-Fl\u00fcssigkeiten zum Strahlen zu bringen. Die Dame des Hauses reichte fruchtige Tortenst\u00fccke begleitet von schwarzem Kaffee und mich \u00fcberraschte man mit einer Wundert\u00fcte f\u00fcr Meisterk\u00f6che sowie einem Mini-Konzert am verstimmten Klavier von der jungen Dame, die auch die \u00e4lteste Tochter meiner Schwester ist, die derweil voller Stolz and\u00e4chtig neben ihr dem Spiel beiwohnte. Ein kurzweiliger Nachmittag fand dann am fr\u00fchen Abend sein Ende und mit Dankesgr\u00fc\u00dfen, Herzensversprechen und Umarmungen trennte sich mein Weg von dem der anderen f\u00fcr den Moment und mein Drahtesel mit Ding-Dong brachte mich wohlbehalten zur\u00fcck in meine vier W\u00e4nde.<\/p>\n<p>Ein zweites Mal innerhalb dieser Woche traf ich am Montag in dem K\u00fcnstler-Caf\u00e9 in Flussn\u00e4he ein, das mich sofort mit einer Welle guter Energie in der Luft begr\u00fc\u00dfte. Dazu trugen nat\u00fcrlich die Menschen vor Ort bei und so freute ich mich im besonderen Ma\u00dfe \u00fcber den Herrn mit Pariser Flair, den ich zuletzt im Fr\u00fchjahr antraf und der dieses Mal in besserer Verfassung zu sein schien sowie \u00fcber die Dame mit marokkanischen Wurzeln, die immer eine herzliche Ausstrahlung verspr\u00fcht. Diese wurde auch von einem ihr bekannten Herren-Duo wiedergespiegelt, das am Nebentisch beherzt ein versp\u00e4tetes Fr\u00fchst\u00fcck zu sich nahm und seiner Umgebung ebenfalls viel Aufmerksamkeit schenkte. So traf auch der ein oder andere neugierig, l\u00e4chelnde Blick des einen auf meine Augen und schenkte sp\u00e4ter meiner gr\u00fcn funkelnden Brosche seine Beachtung, um dar\u00fcber mit einem Kompliment in Kontakt zu treten. Mich brachte derweil die Lekt\u00fcre eines Herrn zu meiner Linken zum Schmunzeln, da mir die Worte<em> &#8222;Warten auf Godot.&#8220;<\/em> entgegen blitzten. So kam ich nicht umhin dem Herrn von meinem Erlebnis vor zwei Wochen zu erz\u00e4hlen, von dem ich Dir in meinem Brief <em>&#8222;<a title=\"Kolumne: Besinnlichkeit und magische Momente.\" href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-besinnlichkeit-und-magische-momente\/\" target=\"_blank\">Besinnlichkeit und magische Momente.<\/a>&#8222;<\/em> schrieb. Doch ein rechter Zugang blieb uns verwehrt und schien das Erbe Samuel Barclay Becketts in andere Richtungen weitertragen zu wollen. Dann folgte ich dem Ruf eines nun schon 61 Jahre w\u00e4hrenden Prinzessinnen-Abenteuers, das einst eine junge Dame in den Film-Olymp katapultierte und den Mythos rund um eine \u00f6sterreischische Kaiserin und ihre Liebesgeschichte zur Ber\u00fchmtheit avancieren lie\u00df. Im wahren Leben zeichnete sich die Dame vor allem durch ihre Reiselust aus, die sie auch an einem ihrer liebsten Aufenthaltsorte an der franz\u00f6sischen Riviera verweilen lie\u00df, an dem sie h\u00e4ufig angenehmen Besuch vom Kaiser erhielt. So schlie\u00dft sich mein Kreis der Geschichten der vergangenen Woche und mit dem Blick nach vorne verabschiede ich mich f\u00fcr heute.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Dir einen wunderbaren \u00dcbergang ins neue Jahr und freue mich Dir dann dort von neuen Erlebnissen erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Bis bald.<\/p>\n<p>In Liebe,<\/p>\n<p>Alice<\/p>\n<p>PS. Heinrich Heine, Dichter und Romancier, galt als das poetische Vorbild der \u00f6sterreichischen Kaiserin und es hei\u00dft, er w\u00e4re am 13. Dezember geboren. Somit beschlie\u00dfe ich diese Zeilen mit einem Gedicht von ihm.<\/p>\n<address style=\"text-align: center;\">&#8222;Da\u00df du mich liebst, das wusst\u00b4ich<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Ich hatt\u00b4es lang entdeckt.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Doch als Du mir\u00b4s gestanden,<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Hat es mich tief erschreckt.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Ich stieg wohl auf die Berge<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Und jubelte und sang:<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Ich ging ans Meer und weinte<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Beim Sonnenuntergang.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Mein Herz ist wie die Sonne<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">So flammend anzusehn,<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Und in ein Meer von Liebe<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Versinkt es gro\u00df und sch\u00f6n.&#8220;<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten. 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