{"id":1889,"date":"2016-10-12T17:56:42","date_gmt":"2016-10-12T15:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/?p=1889"},"modified":"2016-10-12T18:49:51","modified_gmt":"2016-10-12T16:49:51","slug":"kolumne-philosophie-vom-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-philosophie-vom-glueck\/","title":{"rendered":"Kolumne: Philosophie vom Gl\u00fcck."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1890\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_1890\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 160px\"><a href=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-philosophie-vom-glueck\/alice_zumbe_nb-33\/\" rel=\"attachment wp-att-1890\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-1890\" title=\"Alice_Zumb\u00e9\" src=\"http:\/\/alicezumbe.de\/blog\/blogin\/media\/\/2016\/10\/Alice_Zumbe_nb2-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_1890\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Liebesbriefe von Alice.&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<address style=\"text-align: center;\">&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten.<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">Immer in Verbindung mit Liebe.&#8220;<\/address>\n<p>&#8222;Lieber Freund,<\/p>\n<p>erinnerst Du Dich noch an das Postscriptum meines letzten Briefes? Vielleicht wecke ich ja Deine Neugierde und Du rufst es Dir wieder in Dein Bewusstsein zur\u00fcck. Weshalb ich \u00fcberhaupt danach frage? Nun, in der letzten Woche kreuzten sich mehrfach meine Wege mit denen bekannter und bis dato unbekannter Menschen, mit denen ich interessante und erfreuliche Gespr\u00e4che rund um das Bewusstsein f\u00fchrte. Diese brachten mich dazu anschlie\u00dfend noch den ein oder anderen Gedanken mit mir selbst zu formen und in meinen Erinnerungen die Verbindungen zu gl\u00fccklichen Momenten wieder hervorzurufen. \u00dcber das ber\u00fchmte Gl\u00fcck erz\u00e4hlte ich Dir ja bereits in meinen zahlreichen Briefen immer wieder Geschichten, die meinen Weg begleiteten. Schlie\u00dflich ist das Gl\u00fcck ja auch der Begleiter der Liebe und in jeder Situation, in der ich mir dessen bewusst bin, empfinde ich eine wohlige W\u00e4rme, die sich einen Moment lang breit macht, ein L\u00e4cheln auf mein Gesicht zaubert sowie Raum und Zeit vergessen l\u00e4sst. Gl\u00fccklicherweise ereigneten sich solche Momente in dieser Woche in vielerlei Hinsicht und machten mir wieder einmal bewusst, wie deutlich sich das Bewusstsein in meinem allt\u00e4glichen Leben in Szene setzt. Und mit Blick auf die Sch\u00f6nheit des Augenblicks konnten selbst ein wolkenverhangener, graufarbener Himmel oder k\u00fchle Temperaturen, die mich mit der Zeit fr\u00f6steln lie\u00dfen, das Gl\u00fcck nicht ausblenden.<\/p>\n<p>Letzten Donnerstag blutete einen Moment lang meine Schriftsteller-Seele, da mein Schreibwerkzeug, der geliebte F\u00fcllfederhalter, nicht mehr bef\u00fcllt werden konnte. Zwei Tage zuvor an der k\u00f6niglichen Allee erw\u00e4hnte ich gegen\u00fcber der jungen Dame, die eher in der italienischen Inselwelt zu finden ist, dass ich den angrenzenden Konsumtempel wohl kaum betreten w\u00fcrde, da ich keinen Sinn darin erkannte. Und nun stand ich genau vor jenem, da sich dort auch der sogenannte Flagshipstore des Grafen befindet, dessen Name f\u00fcr das Schreibwaren-Unternehmen steht, das auf eine Fimengeschichte bis ins Jahr 1761 zur\u00fcckblicken kann. Zu verdanken hatte er dies am Ende Ottilie von Faber, die das Traditionsunternehmen von ihrem Gro\u00dfvater 1896 \u00fcbernahm und den Grafen zwei Jahre sp\u00e4ter ehelichte. Zur\u00fcck in der Gegenwart betrat ich also dieses Gesch\u00e4ft, erkl\u00e4rte der Dame mit franz\u00f6sischem Akzent meine Not und wurde bestens betreut, so dass ich mit einem funktionsf\u00e4higen F\u00fcllfederhalter und einem <em>&#8222;Au revoir&#8220;<\/em> diesen Ort wieder verlassen konnte. Geradewegs steuerte ich ein Caf\u00e9 in der N\u00e4he an, mit dem Vorsatz dort einige Briefe zu verfassen und stellte wieder einmal fest, dass das Leben nach seinen eigenen Regeln spielte. So bescherte es mir Redezeit statt Schreibzeit f\u00fcr die n\u00e4chsten Stunden, weshalb die Briefe zur\u00fcckstehen mussten. Hintereinander bereicherten ein Herr, der sich unter anderem mit staatlichen Pflichtabgaben besch\u00e4ftigt und ein reiseerfahrenes Ehepaar meine Lebenszeit. Aufmerksam lauschte man meinen Erz\u00e4hlungen zu meinem Schriftsteller-Leben und ich erhielt Einblick in private Ansichten zum Lesen und leidenschaftliche Schilderungen von Aufenthalten in Paris, der Provence und anderen Teilen Frankreichs. Das Paar hatte sich eindeutig in dieses Land verliebt und berichtete mit einer guten Portion Humor von seinen Erlebnissen mit dem fahrbaren Zuhause. Irgendwann trennten sich dann auch wieder unser aller Lebenswege und tats\u00e4chlich fand ich noch die Zeit den ersten von drei Briefen zu verfassen. Die anderen zwei Botschaften, die sich nun allesamt auf dem Wegen nach Los Angeles, New York und ganz nah in andere Teile dieser Stadt befinden beziehungsweise ihren Adressaten schon erreicht haben, verfasste ich dann am n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n<p>Dieser \u00fcberraschte mich dann in zweierlei Hinsicht &#8211; zum einen mit einem f\u00fcnfzehnmin\u00fctigen Gedankenaustausch voller Inspiration mit einem mir bekannten Herrn, der uns gl\u00fccklich auseinandergehen lie\u00df und zum anderen mit einem Paket voller Geschenke von einer mir bekannten Dame, die sich dem Verlegen widmet und mich in den letzten Jahren bereits viele Male mit Postsendungen dieser Art erfreut hatte. Dieses Mal zeigte sie mir in doppelter Ausf\u00fchrung schon die Tage des kommenden Jahres an und bot so die Gelegenheit mein Gl\u00fcck mit der Schmetterlingsdame zu teilen. <em>&#8222;Ein Garten macht gl\u00fccklich.&#8220;<\/em> lautete dabei das Leitmotiv und erinnerte mich an den griechischen Philosophen Epikur, der bis heute als eine Kapazit\u00e4t in Sachen Freude und Gl\u00fcck gilt und dies seinerzeit mit der Lust am Leben verband, die er oft in seinem Garten in Athen zelebrierte. Es waren die scheinbar kleinen Dinge, die ihn zufrieden und gl\u00fccklich machten &#8211; die Achtsamkeit f\u00fcr den Moment, das Hier und Jetzt leben und dieses mit anderen zu teilen, belohnt mit Gespr\u00e4chen voller inspirierender Gedanken. In der modernen Interpretation seiner Philosophie \u00fcbte ich mich t\u00e4glich und k\u00f6nnte ich einen Garten mein Eigen nennen, dann w\u00fcrde dort jetzt ein K\u00fcrbisfeld bestellt werden, aus den zahlreichen K\u00fcrbiskernen, die ich gestern aus dem orangenen Koloss entfernte, um eine k\u00f6stliche Suppe daraus zu zaubern.<\/p>\n<p>Der Samstag war f\u00fcr mich dann ein ganz besonderer Tag, denn vor 27 Jahren fiel dieses Datum auf einen Sonntag und hielt mich damals viele Stunden in Atem bis ich in den fr\u00fchen Abendstunden schlie\u00dflich zum ersten Mal meinen Sohn in meinen Armen hielt. Ein unvergessliches Erlebnis voller Gl\u00fcck und Liebe. Nun ist er zu einem eigenst\u00e4ndigen, jungen Mann herangewachsen, der seinen eigenen Weg geht und ich ihn mit gerahmten Erinnerungen an zwei Momente im <em>Big Apple<\/em> \u00fcberraschte, die f\u00fcr ihn bedeutsam waren. Gl\u00fcck kann man zwar nicht festhalten, allerdings kann man das Bewusstsein daf\u00fcr jederzeit in sich wachrufen und diese Pr\u00e4sente sollten ihn dabei unterst\u00fctzen. An diesem Tag besch\u00e4ftigte ich mich dann auch noch mit Nestbau-Arbeiten in den heimischen Gefilden, denn es regte sich in mir das Bed\u00fcrfnis eine Atmosph\u00e4re des Wohlf\u00fchlens bis in die kleinsten Details zu schaffen. Dies hatte vielerlei Gr\u00fcnde und im Hinblick auf die kommenden kurzen und k\u00fchlen Tage f\u00fchlte ich mich ein wenig wie eines der Gesch\u00f6pfe der Natur, das seinen Bau winterfest machte.<\/p>\n<p>Eine weitere \u00dcberraschung in dieser Woche zeigte sich dann am Sonntag in einer \u00fcbermittelten Nachricht, die mich wahrhaft in Erstaunen versetzte. Ein Teil meiner Familie plante ernsthaft r\u00e4umlich n\u00e4her zu r\u00fccken und erfreute mich mit dieser Aussicht, die unmittelbar bevorstand. Bruderherz und Schwesterherz wurden in dieser Hinsicht wieder zusammengef\u00fchrt und offenbaren nun eine Vielzahl an neuen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>In Erinnerung an meine Eingangsfrage beging ich dann den Montag beschwingt und mit einem L\u00e4cheln im Gesicht in Richtung eines Caf\u00e9s zur Lunchtime. Unverhofft bot sich dort und in den darauffolgenden Stunden des \u00d6fteren die Gelegenheit ein bisschen Gl\u00fccksstaub um mich herum zu pusten, so dass er auch andere ber\u00fchrte. So traf er auf einen Herrn in der Schlange, dem ich den Vortritt lie\u00df und er mir sp\u00e4ter einen Platz am Tisch anbot, was wiederum zu einem wunderbaren Gedankenaustausch zu Bewusstsein, solarbetriebenen Flugzeug und diesbez\u00fcglichen Entwicklungen sowie Konsequenzen aus dem Handeln bekannter Personen, die am Ende auch einfach nur Menschen sind, f\u00fchrte. Wir trennten uns mit beherztem Gru\u00df und als ich kurz darauf auf der anderen Stra\u00dfenseite einen \u00e4lteren Herrn mit Kr\u00fccken, fehlendem Bein und Sammelbecher erblickte, beschloss ich auch bei ihm etwas Gl\u00fccksstaub zu verteilen und \u00fcberreichte ihm noch einen Anteil aus meinem Kunst-Erl\u00f6s. Ohne Worte und mit leuchtenden Augen nahm er ihn entgegen und als ich ihm auf dem R\u00fcckweg nochmals ein L\u00e4cheln \u00fcber die Schulter schenkte, beantwortete er dieses ebenfalls mit einem L\u00e4cheln, das von Herzen kam. Dann bestieg ich meinen Drahtesel um andere Geldgesch\u00e4fte zu erledigen. Doch weit kam ich nicht, denn meinen Weg kreuzte eine Dame, die ich bereits \u00fcber zwei Jahrzehnte kannte, allerdings ihr im Fr\u00fchjahr des letzten Jahres zum letzten Mal begegnet war. So mussten die Transaktionen noch etwas warten und Platz machen f\u00fcr den regen Austausch \u00fcber so manches Lebensereignis der letzten Monate. Sie vermittelte einen gl\u00fccklichen Eindruck, der sich in sch\u00f6nen Erz\u00e4hlungen \u00fcber die Liebe in ihrem Leben wiederspiegelte und so manches Mal lachten wir herzlich \u00fcber gemeinsame Ansichten zur Leichtigkeit des Seins in bestimmten Lebenslagen. Schlie\u00dflich rollte die Bahn heran, die sie ihrem Zuhause n\u00e4her bringen sollte und so verabschiedeten auch wir uns beherzt voneinander und ich nahm meinen Weg zum eigentlichen Ziel wieder auf. Gl\u00fccksstaub verteilte ich dann noch zwei weitere Male hintereinander an zwei Herren, die mir jeweils ein L\u00e4cheln schenkten und nachdem ich alle wesentlichen Informationen rund um internationale Banknoten eingeholt hatte, f\u00fchrte mich mein Weg etwas ersch\u00f6pft und doch gl\u00fccklich zur\u00fcck in mein heimisches Domizil.<\/p>\n<p>In einem meiner Briefe an Dich zitierte ich einmal einen Herrn mit britischen Wurzeln, der in einem kurzen Film seine Stimme f\u00fcr die Frage <em>&#8222;<a title=\"&quot;How can I be happy?&quot; erz\u00e4hlt von Stephen Fry.\" href=\"https:\/\/youtu.be\/Tvz0mmF6NW4\" target=\"_blank\">How can I be happy?<\/a>&#8222;<\/em> lieh und dies meiner Ansicht nach brilliant dort in Bildern und Worten veranschaulichte. Bitte schaue es Dir bei Gelegenheit doch einfach noch einmal an. Die Antwort lautete jedenfalls zum Ende hin folgenderma\u00dfen: <em>&#8222;The time to be happy is now!&#8220;<\/em> In diesem Sinne verabschiede ich mich f\u00fcr heute von Dir.<\/p>\n<p>In Liebe,<\/p>\n<p>Alice<\/p>\n<p>PS. Mit welchem Inhalt Du Deinen Gl\u00fcckstopf bef\u00fcllst? Die Antwort darauf steckt in Dir ganz allein. Ich freue mich auf deine Erkenntnisse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Wochenr\u00fcckblick \u00fcber Themen, die Alice bewegten. Immer in Verbindung mit Liebe.&#8220; &#8222;Lieber Freund, erinnerst Du Dich noch an das Postscriptum meines letzten Briefes? Vielleicht wecke ich ja Deine Neugierde und Du rufst es Dir wieder in Dein Bewusstsein zur\u00fcck. &hellip; <a href=\"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/kolumne-philosophie-vom-glueck\/\">Lesen fortsetzen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[506,508,507,510,206,509,98,333,504,505,503,511,512,266],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1889"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1889"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1889\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1911,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1889\/revisions\/1911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alicezumbe.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}